Donnerstag, 30. April 2009

Im Dachauer Hinterland

Gestern war es endlich soweit. Die erste Erkundung zu den Wirkungsstätten des Räubers Kneißl begann. Nach der ersten Flughafenfahrt treffe ich mich mit meinem Taxikollegen Robert. Wir haben uns beide den ganzen Tag freigemacht. Das erste Ziel ist der Geburtsort unseres Helden – Unterweikertshofen. Der Ort Unterweikertshofen ist seit 1972 Bestandteil der Gemeinde Erdweg. Schon in der Frühe erfahren wir beim Metzgermeister, dass eine Information über die Jugend des Kneißl Mathias, die wir aus dem Internet gefischt haben, so nicht ganz stimmt. Wir nutzen die Gelegenheit in Erdweg und besuchen das Pfarramt, dort bekommen wir die genaue Adresse des ehemaligen Pascolini – Gasthofs und sogar die Adresse und Telefonnummer von Kneißl – Experten direkt in Unterweikertshofen. Gleich neben dem Pfarramt liegt die Gemeindeverwaltung. Dort wird noch mal die Aussage des Metzgermeisters bestätigt. Wir verlassen die Gemeindeverwaltung mit einer Karte und wundern uns schon fast über die Hilfsbereitschaft der Menschen.

In Unterweikertshofen finden wir die Stelle an der das Pascolini – Gasthaus, in dem der Mathias Kneißl bis zu seinem 11. Lebensjahr wohnte, stand. Dabei geholfen hat uns der Bühnenbildner vom Räuber Kneißl Theater. Er war auf uns aufmerksam geworden als wir die Vorbeifahrt mit unserem Taxi vor dem Theater filmten.



Auf den Grabsteinen des Friedhofs neben der über 400 Jahre alten Kirche fanden wir zur Bestätigung noch Namen der Zeitzeugen. Jetzt ging es weiter zum Höhepunkt des heutigen Tages – die Schachenmühle. 1886 von der Familie Kneißl, 1892 von der Gemeinde Sulzemoos gekauft und schließlich abgebrochen Martin betreibt die Landwirtschaft in Altenstetten, die der ehemaligen Mühle am nächsten liegt. Auch er ist selbstverständlich auch ein Kneißl – Kenner. Unter seiner Oacha (Quercus robur – der Landschaftsgärtner in mir kommt durch) dürfen wir am Waldrand parken, und los geht’s. Der Weg dorthin, wir erkundeten großflächig die Umgebung, war etwas anstrengend aber eine Wohltat für uns Taxifahrer.





Wir zündeten an den Grundmauern der Mühle eine Kerze für unseren „Helden“ an, und genossen diesen bedeutungsschwangeren Ort. Die letzte Station war Geisenhofen. Hier wurde der Schachenmüller – Hias von den Grünfräcken verhaftet. Das Anwesen wurde umstellt und beschossen. Diese Stelle haben wir auch nur durch die Hilfe zweier Geisenhofener gefunden. Diese Hilfsbereitschaft ist uns schon während des ganzen Tages begegnet. Wir sind das nach jahrzehntelangem Taxifahren in München gar nicht mehr gewohnt. Für diese Hilfsbereitschaft bedanken wir uns im Allgemeinen und im Besonderen bei
dem Metzgermeister Bauer,

den Mitarbeiterinnen des Pfarramts Erdweg,

den Mitarbeiterinnen der Gemeindeverwaltung Erdweg,

dem Techniker der Kneißl Bühne,

dem Landwirt Martin,

und den Geisenhofenern.

Nicht nur für die Informationen, sondern auch für die Freundlichkeit die ihr uns entgegengebracht habt. Als wir im Dunklen mit unserem Taxi wieder in Richtung München fuhren brachte es Robert auf den Punkt. „Wir waren zwar nicht weit entfernt, aber trotzdem ganz weit weg.“

Montag, 27. April 2009

Gurus und Räuber. De Woch fangt scho guat o

Wenn man Stammgäste regelmäßig fährt, kommt es öfter vor, dass man zur gleichen Zeit am gleichen Standplatz steht. Dort erwische ich dann auch ab und zu die gleichen Fahrgäste. So auch heute. Es steigt mir ein junger Mann ein. Ich nenne das Fahrziel bevor er es mit sagen kann. Ich habe ihm während der letzten Fahrt von meiner Hompage und von meinem Blog erzählt. Er kann sich noch an die e-Mail-Adresse Tr@nsfer.de erinnern. Wir reden über unsere Websites und er nennt mir seine. Er benutzt geschickt die Domainendung fur Russland .ru um daraus-> unixgu.ru . zu bilden. Wir haben dann noch während der kurzen Fahrt überlegt ob es noch andere URL s gibt, bei denen die Domainendung Bestandteil des Namens ist. Mir ist dann noch Bullipara.de eingefallen. Weitere sind uns in der knappen Zeit nicht eingefallen. Wenn ihr welche kennt; nur her damit. Am nächsten Taxistand war die Neugierde groß, ich bin sofort auf die -> unixgu.ru. gegangen. Wow ! Für mich sind das alles Böhmische Dörfer. Ich ahne aber, da steckt was dahinter. Solche Seiten zeigen mir wo ich im Bereich Internet und Computer stehe. Unser Taxikollege und Bloger Kim kann da bestimmt schon mehr damit anfangen.
Unsere erste Räuber Kneißl Expedition nimmt mehr und mehr Gestalt an. Übermorgen am Mittwoch geht es los. Heute habe ich gelernt, dass „Schachen“ (für uns ein bedeutender Hinweis auf den Standort der Schachenmühl) nicht nur Waldfleck sondern (aus dem keltischen) auch umfriedete Lichtung bedeuten kann.

Donnerstag, 23. April 2009

Befreiungsaktion

Ich stehe am Arthur-Kutscher-Stand. Ein Taxistand in Schwabing in der Nähe der Münchner Freiheit. Ich erinnere mich an eine Geschichte, die mir hier vor Jahren passiert ist. Taxifahrer stehen oft an ihren Standplätzen und warten. Die Anwohner wissen das und wenn Hilfe benötigt wird, fragen manche auch bei den Taxifahrern nach. Am Abend stand ich eben an diesen Stand und warte. Es kommt eine Dame mit einem Karton und fragt ob ich ihr helfen könne. Bei ihr zuhause hat sich eine Maus eingenistet. Sie wollte die Maus fangen, aber nicht töten. Eine klassische Mausefalle, bei der ein Bügel herunterschnappt und die Maus verletzt oder tötet, kam für sie nicht in Frage. Ich war schon neugierig auf den Inhalt des Kartons. Sie öffnet ihn und drin liegt eine Mausefalle mit der Mäuse lebend gefangen werden können. Auf einem quadratischen Brett, ca. 20 cm Kantenlänge, war ein Drahtkäfig in der Form einer umgedrehten Schüssel. In die Mitte wird ein Köder gelegt. Die Maus geht durch ein rundes Loch in den Käfig. Die nach innen gebogenen Drahtenden verhindern, dass die Maus wieder zurück kann. In dieser Falle saß die Maus ganz kleinlaut und schaute mit großen schwarzen Augen um sich. Um die Maus zu befreien, musste man die Hacken lösen, mit denen der Käfig auf dem Brett befestigt war. Genau das war meine Aufgabe. Ich löste die Hacken und wir setzten die Maus auf die Grünfläche der Wohnanlage neben dem Taxistand. Die Dame nahm die leere Falle und den Karton wieder mit. Sie wusste ja wohin sie mit dem nächsten Fang kommen kann. Ich denke, dass noch einige Taxifahrer am Arthur-Kutscher als Befreier tätig waren.

Am Engelschalkinger habe ich noch den Kollegen Uli fotografiert. Nach zwei Tagen hat er mir gestattet sein Foto in den Blog zu stellen. Wenn Uli lacht geht am Engelschalkinger die Sonne auf. Das Lachen hört man vom ersten bis zum letzten Taxi. Auf dem Foto habe ich ihn genau in dieser Situation erwischt. Uli hat noch einen anderen unschätzbaren Wert. Er ist starker Raucher. Um keine Entzugserscheinungen zu bekommen kaut er bei weiteren Fahrten mit seinen Fahrgästen Fruchtgummi in allen erdenkbaren Formen. Insider wissen; die Gummibären lagern in dem Innenfach der Fahrtüre seines Taxis. Obwohl ihn manche „Zausel“ rufen ist er sehr großzügig. Danke Uli auch an dieser Stelle.

Dienstag, 21. April 2009

Blogs Blogs Blogs

Heute ist der Tag der Blogs. Wie gestern versprochen, stelle ich drei meiner Lieblingsblogs vor. Ich bin erst seit 6 Wochen dabei und meine vorgestellten Blogs sind alle von Kollegen und dazu noch aus meiner Stadt. Ich weiß der Reiz eines Blogs ist ja gerade, dass man andere Bereiche aus anderen Städten kennen lernt. Ich werde den heutigen Tag mal zum Anlass nehmen um in völlig „fremden“ Blogs zu stöbern.
Zu meinen dreien. Der erste Blog ist von einem Kollegen, der mich überhaupt auf das Thema gebracht hat. Wir standen am Taxistand Bahnhof Nord, die Taxifahrer unterhielten sich. Plötzlich sagte ein asiatischer Kollege lachend: “Das schreib ich in meinen Blog, ganz sicher, das schreib ich heute Abend in meinen Blog!“ Ich wusste schon ungefähr was ein Blog ist, aber so ein Naherlebnis hatte ich noch nicht. Ich bin gleich ausgestiegen und fragte den Kollegen nach der URL. Ich hab sie mir dann gleich aufgeschrieben, aber später nicht mehr gefunden. Ich hab dann im Internet gesucht und ihn dann doch glücklicherweise gefunden. Jetzt weiß ich, der Kollege heißt Kim und bereitet sich auf die Unternehmerprüfung vor. Damit euch nicht das gleiche passiert wie mir damals ist hier gleich ein Link zu -> Kims Blog.

Den zweiten Blog entdeckte ich als ich meinen eigenen Blog startete. Der Titel Taxipiloten hat mich neugierig gemacht. Dann war der Blog auch noch aus München. Als ich ihn öffnete kannte ich gleich die Blogerin. Wir kennen uns schon seit Jahren, aber von einem Blog wusste ich nichts. Hier der Link zu -> Trixis Blog.

Der dritte Blog ist von der Firma Gerotax. Den Unternehmer Gerhard kannte ich auch schon. Ich wusste, dass er sehr aktiv im Internet ist. Dass es aber auch einen Blog von ihm gibt war mir neu. Der Postings in dem Gerotax – Blog sind fachlich gut recherchiert und immer informativ. Hier geht es zu -> Gerhards Blog .

Montag, 20. April 2009

Lieblingsblogs


Da hab ich noch kurz vor dem Ausschalten von der Aktion erfahren, ich werde morgen auch meine Lieblingsblogs vorschlagen.

Geschichtsschreibung am Taxistand

Mein Taxi-Kollege Robert und ich haben uns gestern die Wartezeit am Flughafen mit dem Film „Räuber Kneißl“ vertrieben. Mathias Kneißl ist eine reale historische Figur, die um 1900 bei uns in der Gegend, nördlich von und in München, gelebt hat. Der Räuber wird als Volksheld gezeigt. Er muss wildern um zu überleben. Der Vater stirbt bei der Verhaftung. Als die Gendarmen wieder mal zur Schachermühle, wo die Familie Kneißl lebt, kommt. Schießt Alois, Mathias Bruder, auf einen Gendarmen und verletzt ihn. Die beiden Brüder werden eingesperrt. Im Gefängnis lernt Mathias den Holzleitner, einen Vorstadtganoven, kennen. Das Unglück nimmt seinen Lauf. Mathias Kneißl kehrt in sein Dorf zurück. Dort will er Geld für die Überfahrt nach Amerika verdienen. Obwohl er gelernter Schreiner ist, bekommt er als Zuchthäusler keine Chance. Zudem ist dort der von seinem Bruder verletzte Gendarm, der auf Rache sinnt. Mathias sieht als letzten Ausweg die Räuberei. Er wird öfter gestellt, schafft es aber immer wieder auf gewitzte Weise und mit Hilfen einzelner Dorfbewohner den Grünfrackerten (Gendarmen zu entkommen). Die Geschicht vom Reiba Kneißl ist bei uns Volksgut. Robert kennt auch das Schicksal des Unglücklichen. Kurz vor dem Ende des Films müssen wir vom AGIP – Speicher auf das Modul nachrücken. Wir verabreden uns oben vor dem Modul um den Rest des Films anzusehen. Kneißl wird durch Verrat gestellt, verhaftet und 1902 in Augsburg zum Tod durch das Schafott verurteilt. Mein Kollege sagt, er wolle das traurige Ende des sympathischen Voralpen Robin Hoods nicht erleben und das Ende des Films nicht mehr sehen. Also gut wir entwerfen ein glückliches Ende: dem Kneißl gelingt wieder mal die Flucht. Schaft es mit seiner Freundin nach Hamburg, und von dort nach seinem geliebten Chicago. Dort ändert er seinen Namen, er ist ja Schreiner, in Segmüller (von Sägewerk) und gründet eine Möbeldynastie. Die Enkel und Urenkel sind in ihr Stammland zurückgekehrt. Wir Taxifahrer haben etwas davon, weil wir für das Möbelhaus Segmüller Werbung fahren. Mit dem Ende sind wir zufrieden – jetzt muss ich nur noch das Ende des Films löschen.

Sonntag, 19. April 2009

Schlüsselerlebnis

Gestern hatte ich eine Fahrt zum Flughafen und nach einer Stunde Aufenthalt wieder eine Fahrt zurück. Die Zeit vertrieb ich mir mit dem Laptop an der AGIP Tankstelle auf dem Flughafengelände. Ich 15 Minuten vor der Ankunft der erwarteten Maschine ging ich in die Tankstelle um auf dem Monitor die tatsächliche Ankunftszeit abzulesen. Ich bemerke die Maschine landet 20 Minuten früher. Jetzt wird es aber Zeit. Ich gehe raus zum Taxibus, stecke von der Rückbank aus den Schlüssel in das Zündschloss, steige aus der seitlichen Schiebetüre aus, und schließe sie. Als ich um das Taxi hintenrum zur Fahrertür will, höre ich Klack. Toll! Flugzeug mit Stammgästen landet und ich stehe an der Tankstelle neben dem abgeschlossenen Taxi. Ich rufe schnell Vesna an. Sie kommt raus und bringt mir den Ersatzschlüssel gleich an das Ankunftsterminal. Eine nette Kollegin wäscht gerade ihr Taxi in der Waschbox an der Tankstelle. Ich bitte Sie mich auf das Modul zu bringen um meine Fahrgäste zu empfangen. Ich komme an, die Gäste verlassen schon das Modul. Ich komme gerade rechtzeitig. Vesna rast auch schon über die Autobahn zum Flughafen. Nach nur 10 Minuten Wartezeit kann ich die Familie mit dem Taxi nach Hause bringen. Noch einmal Glück gehabt. Früher ist das einem Fahrer zweimal am Taxistand passiert, da musste ich den Schlüssel spät in der Nacht hinterherbringen. Ich hab mich gefragt wie das passieren kann. Jetzt weiß ich es.

Mittwoch, 15. April 2009

Bauerndemonstration


Ich unterhalte mich mit meinem Kollegen am Taxistandplatz hinter mir. Wir beobachten eine Dame, die mit einem Zettel in der Hand die Häuserzeile absucht. Ich sage noch jetzt habe ich einen Fahrgast. Tatsächlich! Die Dame kommt auf uns zu und fragt wo die XXX –Firma sei. Keiner von uns kennt hier diese Firma, wir lassen uns die Adresse zeigen. Wir sind in der Gutenbergstrasse, die Adresse war aber am Gutenbergplatz. Nachdem sich der Irrtum aufgeklärt hatte, bat mich die Dame sie jetzt zum Gutenbergplatz zu bringen. Unterwegs sagt sie mir, dass sie zu einem Vorstellungsgespräch muss. Wir haben es gerade noch geschafft. Auf dem Weg zu meinen Kunden fallen mir die vielen Bulldogs (Traktoren) auf. An jeder roten Ampel steht einer neben mir. Jetzt am Franz-Joseph-Strauß Ring sehe ich eine ganze Ansammlung davon. Im Radio wird gemeldet, dass sich inzwischen schon 1000 Bauern versammelt haben um gegen ein Genpatent zu demonstrieren. Auf einen der Schilder an einem Bulldog steht. „Lieber bayrisch sterbn, als europäisch verderm.“ Ich erinnere mich gleich an den Bauernaufstand mit dem Schmied von Kochel. Da kommt der Spruch her. Anstelle von europäisch war im Original kaiserlich.

Freitag, 10. April 2009

Karfreitagsleiden

Heute ließ ich Kundschaft am Flughafen aussteigen. Es gibt am Terminal II zwei Ebenen. Die oberste ist für den Abflug. Hierher bringt man die Fahrgäste die zu ihrem Flugzeug müssen. Die untere Ebene ist der Ankunftsbereich. Hier kommen die Fluggäste an. Hier stehen auch die Taxis in der Reihe. Es gibt Taxifahrer, die sich im Abflugbereich an ihren Taxis aufhalten um ankommende Fluggäste, die sich verlaufen haben, abzufischen. Mein Fahrgast steigt aus und schon haben zwei Familien die Tür in der Hand. Sie haben wohl auf einen Taxibus gewartet. Wortlos steigen sie ein. Ich erfahre sie haben soeben ihren Flug versäumt. Das war wohl mit dem Osterurlaub. Bei dem Blick in die Gesichter brauche ich keinen Kalender um zu wissen, dass heute Karfreitag ist. Nach dem wir wieder zurück in der Stadt waren, haben sie sich gleich in ein Stüberl (Kneipe) bringen lassen. Am Nachmittag kümmere ich mich um meine Homepage. Ich stelle fest es kommen zur Zeit viele Besucher über die ->Dallmayr-Seite . Es liegt wohl an die Osterurlauber die nach München kommen oder an dem bevorstehenden Muttertag.

Donnerstag, 9. April 2009

Stern-Erwachen im Hinterhof



Ich fahre 8 junge Mädchen von einer Beauty-Schule zum Fototermin in eine ehemalige Fabrik. Die Lehrerin fährt mit einer Kollegin voraus. Die Fahrt ist nur kurz, aber durch die Gespräche im Taxi erfahre ich wie wichtig die Fototermine sind. Die Requisiten sind alle im Kofferraum x-mal umgestapelt worden, erst als sicher ist, dass die Styroporleisten nicht abbrechen, die Kisten nicht verrutschen und die Blusen nicht verknittern. Jedes einzelne Mädchen ist schon ein Star, hat einen großen Traum. Ich spiele mit und wünsche ihnen gelungene Fotos. Kann ja sein, dass ich die eine oder andere auf einer Plakatwand sehe. Mercedes-Benz ist mit einer Road-Show durch ganz Deutschland unterwegs. Auf der AMI in Leipzig wurde das neue Taxi vorgestellt. Die nächste Station war Berlin. Gestern und heute sind sie in München auf dem Hinterhof unserer Genossenschaft. Dort treffe ich auch meinen Kollegen Volkmar von ->Taxi-München-Online. Der freundliche Mercedes – Mitarbeiter hat gleich erkannt; hier paart sich Kompetenz, Innovation und Energie. Er macht ein Foto von den Taxiunternehmern, die den Star im Hinterhof in die Mitte nehmen. Wir sind uns einig, dass die Designer gute Arbeit geleistet haben. Die Vorderansicht wirkt dynamisch, das Auto schreit geradezu nach der Strasse. Und die Strasse schreit nach uns. Umsatz muss her.

Dienstag, 7. April 2009

Willkommen in der Realität

Ich fahre morgens oft die gleichen Fahrgäste zum gleichen Bürogebäude. Wenn ich wieder frei bin steuere ich den nächsten Taxistand an. Dort bin ich eines der wenigen Taxis. Um die Zeit bekomme ich dann, in letzter Zeit wieder öfter, einen Auftrag. Ich fahre zum Bordell und hole dort die Freier ab. So auch heute. Die Ziele der Männer aus aller Herren Länder sind verschieden. Edelste Hotels, Privatadressen manch Einer will den Tag noch mit einem Frühschoppen beginnen. Die Situation bleibt aber immer gleich. Der Taxifahrer wartet länger als bei anderen Kunden im Vorraum. Der Kunde kommt aus einer heimelig scheinenden Atmosphäre. Schummrige Beleuchtung, gedämpfte Musik, angenehme Wärme, süßes Parfüm. Und dann öffne ich die Tür zur Außenwelt. Die Sonne sticht ins Gesicht, die frische Luft weht um die Nase und der Verkehr tobt. Die Ernüchterung kommt dann während der Taxifahrt. Jetzt habe ich schon tausende Fahrgäste gefahren. Langjährige Taxifahrer, die sich als Dienstleister verstehen, sind psychologische Flugzeugträger. Fast jede Situation gemeistert. Aber jetzt noch den Fahrgast mit einem zufriedenen Lächeln aussteigen lassen, ist immer noch eine Herausforderung.

Montag, 6. April 2009

Unerwartete französische Unterstützung


Nach den Flughafentransfers am Montag Morgen führt mich meine erste Taxifahrt in die Maximilianstrasse. Ich nutze das schöne Licht. Meddy, ein Passant aus Frankreich, beobachtet mich wie ich den Zechbauer fotografiere. Wir kommen ins Gespräch, und reden über Licht und Perspektiven. Er macht mich auf das große Transparent vor der Residenz aufmerksam. Die Köpfe, die aus dem Fenster schauen, wären im gleichen Verhältnis wie die Figuren auf dem Werbeplakat. Um das zu verdeutlichen mache ich gleich ein Foto mit Meddy und den Figuren. Er ist interessieret und wartet geduldig bis ich das Foto gepostet habe.

Samstag, 4. April 2009

Waidmannsheil und Petridank

Ein Anruf. Ein Kunde aus meinem Stadtteil möchte um 12:00 Uhr abgeholt werden. Schon am Telefon sagt er mir er mir, er müsse zum Raststätte Vaterstetten. Ich fahre die zwei Ecken und hole ihn ab. An der Raststätte trifft er auf seine Freunde die mit einem Reisbus von Norden her kommend zum Skifahren in die Berge wollen. Als wir an der Raststätte ankommen treuen wir beide kaum unseren Augen. Der Parkplatz ist restlos überfüllt. Die PKW´s drängen sich schon auf den Parkplätzen der Reisebusse. Die Fahrgäste aus den Reisebussen stehen zwischen den Fahrzeugen. Familien Essen und Trinken an geöffneten Kofferräumen. Menschen aus ganz Europa. Heute ist der erste Ferientag der Osterferien. Heute Morgen deswegen auch im Flughafentransfer viel zu tun. Raststätte Vaterstetten – das passt. Ich arbeite bei meiner Homepage gerade an einer Seite mit Adressen für Taxifahrer. Angefangen habe ich mit den Landratsämtern. Neue Kollegen, die den FzF (P-Schein) beantragen, und deren erster Wohnsitz nicht in München ist, müssen das im Landratsamt ihres Erstwohnsitzes tun. Ich denke, da sind die Adressen, gerade für die Anfänger, hilfreich. Auf dem Weg über die Passauer Autobahn sehe ich die Hinweistafeln an der Messe. Jagen & Fischen. Da habe ich schon einen Standplatz auf dem Rückweg. Nach dem kurzen Stopp auf der Raststätte bin ich gleich weiter zum Landratsamt München. Das Landratsamt ist für den Landkreis München zuständig und Sitz in Grasbrunn im Osten von München. Der Parkplatz vor dem Amt ist am Samstag leergefegt. Ich parke mein Taxi so vor dem Eingang, dass man auf einem Foto das Schild des LRA und das Taxi erkennt. Das Bild ist schon im -> Adressenteil neben der Adresse des LRA München Land. Nach dem Foto stelle ich mich an den Ausgang der Messe. Vor dem Portal stehen die Jäger und Fischer. Interessiert lausche ich dem Angler- und Jägerlatein, das in allen bayerischen Dialekten vorgetragen wird. Da kommt ein Kollege aus der Messe und zeigt mir seine neueste Errungenschaft. Ein stabiler brauner Gürtel. So einen kann ich auch brauchen. Er sagt mir wo es die Gürtel gibt. Auf der anderen Seite meines Taxis steigt schon der Fahrgast ein. Er will zum S-Bahnhof Trudering. Den Umsatz werde ich in einen Gürtel anlegen. Kaum ist der Fahrgast ausgestiegen, drehe ich um zur Messe. Parke und rein in das Getümmel. Ich komme mir vor wie im Wald. Grün ist die alles beherrschende Farbe. Ich finde den Stand und kaufe mir einen stabilen, schwarzen, breiten Ledergürtel.


Jetzt wieder raus und neu anstellen. Ich versöhne mich mit dem Taxigott. Was soll das Geschwätz von der Krise. Umsatz erzielt, ein Foto gemacht, Jäger kennen gelernt, einen neuen Gürtel um den Bauch. Selig sitze ich in meinem Taxi und schreibe diesen Eintrag. Weil ich mich so freue ist es der bisher längste Eintrag in meinem Blog geworden. Ach ja wenn mich jemand am Taxistand suchen sollte; man erkennt mich an meinem schönen neuen Gürtel.

Donnerstag, 2. April 2009

Dablecka (dt. verspotten)

Ist wohl nicht so schlimm. Nachdem Brand vorgestern am Taxistand und dann die 10,-€ mache ich mir Gedanken was man tun könnte um Kunden zu finden. Das Internet ist eine Möglichkeit. Heute bin ich schon wieder besser drauf. Seit 3:40 Uhr habe ich zwei Flughafenfahrten und warte jetzt noch auf eine Stadtfahrt. Ich habe eine Stunde Zeit. In der Nähe der Kunden stehe ich in der Hochstrasse und kann über die Au schauen wie die Sonne den Tag langsam erhellt. Hinter mir ist der Nockherberg. Im Radio wurde gemeldet, dass das Politiker Dablecka dort heute Abend ist. Der ursprüngliche Termin wurde wegen des Amoklaufs in Baden Württemberg verlegt. Ich nutzte jetzt die Wartezeit um an meiner ->Homepage zu basteln. Wenn man dort mit der Maus über die Links geht, wird der Hintergrund schwarz und die Schrift fett und gelb, da muss ich mir etwas Besseres einfallen lassen. Heute Früh, zwischen den Fahrten war ich noch in unserer ESSO auf einen Espresso. Die Schafkopfrunde war in ihr Spiel vertieft. Ich hatte sowieso nur ein paar Minuten Zeit. Gerade jetzt bekomme ich einen Kommentar zu meinem letzten Post. Aha mein Taxi- und Blog- Kollege Kim. Danke Kim. Ich wünsche dir einen erfolgreichen Tag.

Mittwoch, 1. April 2009

Zwei Fragen

Am Abend bin ich noch wegen einer 25,- € Fahrt von zuhause losgefahren. Ich ließ die Fahrgäste aussteigen und stellte mich als vierter und zweiter Datenfunker am Holiday Inn City, einem zentral gelegenen größerem Hotel, um 20:00 Uhr in die Reihe am Taxistand. Um 21:50, nach knapp zwei Stunden bekam ich einen Funkauftrag vom Novotel in die Kolumbusstrasse. 7,70 € auf dem Taxameter, 10,- € mit Trinkgeld. Die Fahrgäste waren ganz interessiert daran, was ich da alles auf dem Beifahrersitz liegen hätte. Fotoapparat, Laptop, Kabel u.s.w. . Wir kommen auf den Blog, meine Homepage und Programmiersprachen zu sprechen. Es stellt sich heraus, dass die Dame Logik studiert hat. Ich glaube so was gab es in den ehemaligen Ostblock – Staaten, der Akzent würde dazu passen. Ich fahre zu meiner Tankstelle und stelle mir zwei Fragen: Wie soll das mit dem Geschäft so weiter gehen, und was lernt man wenn man Logik studiert?