Dienstag, 30. Juni 2009

Unser Eichamt in München

Einmal jährlich müssen die Taxameter in den Taxis geeicht werden. Bei den Mietwägen genügt es, wenn der Wegstreckenzähler alle zwei Jahre geeicht wird. Ich hatte jahrelang einen Wegstreckenzähler im Mietwagen. Wie die meisten Mietwägen in München habe ich eine Genehmigung und bin vom Wegstreckenzähler befreit. Ist auch sinnvoll. Als ich den Wegstreckenzähler noch hatte, habe ich ihn nur zweimal im Jahr gebraucht. Die Kunden wollen wissen wieviel die Fahrt von A nach B kostet. Mit der Auskunft; der Kilometer kostet x € geben sich die wenigsten Kunden zufrieden. Letzte Woche war es wieder soweit. Das Taxi musste zum Eichen. Ich habe auf Youtube kurz dargestellt, wie die Eichung bei uns in München abläuft. Ich danke dem Eichamt dafür, dass ich die Aufnahmen machen durfte.





In sechs Stunden ist der 1.Juli. Der Datenfunk wird eingeführt. Für mich heißt das; der Sprechfunk, dem ich 19 Jahre zugehört habe wird wegfallen. Ich bin wie die meisten meiner Kollegen gespannt wie der morgige Taxitag in München ablaufen wird.

Freitag, 26. Juni 2009

Dachwerbung auf Taxi

In der Abendzeitung von heute steht ein Artikel über den Einsatz von Dachwerbeträgern auf den Dächern der Münchener Taxis. Ein Teil der Taxiunternehmer befürwortet den Einsatz von diesen Werbeträgern und sieht darin eine Einnahmequelle die nicht untersagt werden dürfte. Die Taxi München eG wehrt sich gegen diese Schildern und will Taxis nicht als rollende Litfasssäulen sehen. Das wird auch eines der Hauptthemen, neben dem Ausscheiden des Vorstands Rudolf Rötzer aus gesundheitlichen Gründen und der Einführung des Datenfunks auf der diesjährigen Generalversammlung der Taxi München eG. sein.

Persönlich habe ich nichts gegen diese Dachwerbung auf Taxis. Für die Taxiunternehmer, die verstärkt auf Stammkunden setzen, ist das ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zu den anderen. Aus Gesprächen mit Fahrgästen weiß ich, dass ihnen neutrale Taxis besser gefallen. Gut! Die bieten wir an. Das sehen wohl auch einige Fahrer von Taxis mit Dachwerbung so – und klappen diese verschämt ein.

Dienstag, 23. Juni 2009

Drei

Die Krawatte habe ich mir umgebunden, weißes Hemd und Stoffhose kleiden mich. Kampet und gschneitzt (Haare gekämmt und Nase geputzt) stehe ich an der Starbucks Kaffee – Bar am Flughafen München mit einem Schild, das Logo der Kunden sauber ausgedruckt.
Wen wir Taxifahrer eine vorbestellte Fahrt zum Flughafen oder eine Abholung müssen wir uns nicht an der langen Reihe der wartenden Taxis am Taxistand anstellen. Gelingt es, dass wir vorbestellte Fahrten raus zum Flughafen und wieder zurück zur Stadt haben, wird das oft „Schaukel“ genannt. Mir ist letzte Woche eine dicke „Triangel“ gelungen. Vom Hauptbahnhof München einen Fahrer eines Pariser Autohändlers nach Utting am Ammersee, 45 km, er holt einen Mercedes ab und bringt ihn nach Paris. Ich muss zwei Stunden später in Fürstenfeldbruck sein. In Stegen am Ammersee nehme ich mit meiner Kamera zwei Schiffe der Bayerischen Schifffahrt auf. Jetzt fahre ich Richtung Norden, hole meinen Gast aus -> Fürstenfeldbruck ab und bringe ihn zum Flughafen. Am Flughafen habe ich schon eine Tour zurück nach München. Ich bin besetzt im Dreieck gefahren und wieder am Anfangspunkt. Das wollte ich schon posten, habe es aber nicht getan, weil ich die Aufnahmen vom Ammersee noch nicht geschnitten hatte. Die sind bis jetzt noch nicht fertig. Die „Triangel“, die mir jetzt reingeschneit ist, topt noch die von letzter Woche.

Die Fahrt gestern startet wie erwähnt am Flughafen München, geht nach München dort warte ich drei Stunden und dann weiter nach Regensburg, 125 Kilometer, dort warte ich drei Stunden, die Fahrt geht weiter nach Speyer. Alles mit den gleichen Fahrgästen. Auf dem Weg zwischen Regensburg und Speyer verlassen wir Bayern und durchqueren Baden-Württemberg. Als wir die Rheinbrücke überqueren, kommen wir in das dritte Bundesland: Rheinland – Pfalz. Der Rhein ist dort die Grenze zwischen den beiden Bundesländern. In Speyer warte ich keine weiteren drei Stunden, die Fahrgäste steigen aus und meine Fahrt ist beendet. Ich habe mir während der Wartezeit ein Hotel nahe am Rhein gebucht. Mein Hotel Luxhof liegt rechts vom Rhein. Ich fahre sofort zurück, parke mein Taxi, buche mich ein, belege mein Zimmer, mache mich frisch und sofort verschwinde ich zu Fuß über den Rhein in Richtung Speyer.
Unterwegs frage ich mich wann mein Knie wieder einwandfrei funktioniert. Ich mache doch fleißig meine Übungen die mir die Krankengymanstikerin( jetzt glaube ich, habe ich ein Wort erfunden) gezeigt hat. Abnehmen müsste ich auch. Am anderen Ufer in Speyer sehe ich wie der Zirkus Knie seine Zelte aufstellt. Das muss ich in München am Bahnhof gleich meinem Kollegen Oliver stecken, der mit der Familie Knie weitschichtig verwandt ist. Oliver fährt bald wieder mit seinem eigenen Taxi 2230.




Hinter dem Rathaus finde ich in einem Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert ein feines Restaurant. Der Kellner und der Koch sind Ungarn, wollen aber ein pfälzisches Lokal führen. Das gibt eine interessante Karte. Ich muss heute nicht mehr fahren und bestelle ein „Helles“. Das gibt’s dort nicht. Nur Weißbier oder Pils. Mir fällt ein, dass ich nicht in Bayern bin und nehme ein Pils. Zum Essen wähle ich eine Pfälzer Spezialität; Leberknödel mit Kartoffelpüree und Sauerkraut. Wahrlich köstlich und so phantasievoll angerichtet. Die Vorsätze bezüglich des Abnehmens von der Rheinbrücke sind vergessen. Neben mir gibt es so spät nur noch einen weiteren Gast. Er kommt aus Italien. Wir wollen alle noch einen Kaffee. Wir kommen ins Gespräch was der beste Kaffee sei. Ich sage; italienischer. Der Italiener sagt; Segafredo oder Illy. Der Ungar weiß, dass die Familie Illy aus Ungarn kommt, und sagt; Illy. Jetzt ist auch diese Frage geklärt.

Nach den Köstlichkeiten gehe ich die Hauptstraße zum Dom entlang. Montag Abend in Speyer. Alles ruhig und beschaulich. Halt! Da höre ich mittelamerikanische Rhythmen. Die kommen aus dem Triumphalis. Sofort gehe ich rein, klappe die Karte auf. Es gibt Havana Club Rum. Ich bestelle: Einen Cuba Libre, einen dreijährigen Ron pur und Wasser ohne Gas. Ein Trick, Wasser zum Alkohol macht den Kater erträglich. Ich bestelle noch einen Rum und noch einen … Obwohl die Drei in diesem Post eine zentrale Rolle spielt, hier tut sie es nicht. Die Drei reicht mir nicht ganz. Ich komme auf die Idee, die leeren Rumgläser mit meinem Handy zu fotografieren. Das Foto schicke ich mit einem Loblied auf Havana an die Kontakte im Telefonbuch rauf und runter. Der erste, nicht ganz ernst gemeinte Kommentar, der als SMS zurückkam war: Kommunist bleibt Kommunist. Die Musik wird im besser. Ich tanze, zumindest nenne ich das so. Die Gäste lernen mich jetzt langsam kennen. Kurz bevor ich Speyer zum Mittelpunkt der mir bekannten Welt ernenne, zahle ich und lasse mir ein Taxi rufen.
Im Taxi sprechen wir über die Löhne im Taxigewerbe. Der freundliche Kollege sagt mir, dass es in Speyer nur noch einen gebe, der Prozente, wie in München zahlt. Alle anderen erhalten zwischen 5,- und 6,- € Stundenlohn. Er macht mich noch auf die Buran im Technik Museum Speyer aufmerksam. Die Buran ist ein Raumschiff aus der Sowjetunion.

Heute in der früh wache ich auf, Kopfweh schlafe noch eine halbe Stunde, wache wieder auf, Kopfweh trinke Wasser aus der Minibar, schlafe noch eine halbe Stunde, wache auf, Kopfweh, das Wasser aus der Minibar ist Alle. Stehe notgedrungen auf und schaffe es bis zur Dusche. Ich weiß nicht mehr wozu ich mehr Wasser brauchte. Zum Waschen oder Trinken.




Jetzt ist es Zeit mein Haupt voll Demut zu neigen. Das passt der Dom ist in Sichtweite. Eine katholische Kirche, da gibt es jemanden, der die Sünde der Welt auf sich nimmt. Ohne Frühstück rein ins Taxi und über den Rhein. Am Zirkus Knie, die arbeiten schon wieder emsig, stelle ich das Taxi ab. Ich schleiche durch den Domgarten und betrete reumutig die größte romanische Kirche der Welt durch eines der drei Portale. Da ist schon wieder die drei. Die haben die Kirchen gerne mit drei Portalen gebaut, weil die himmlische Stadt Jerusalem auch drei Tore in jeder Himmelsrichtung haben soll. Nach den drei Portalen kommt nur eine Pforte. Ut unum sint. Das Alle eines seien. Sechs Stufen am Anfang der Pforte sechs am Ende. Zusammen zwölf – Vollkommenheit. Die Hauptkuppel ist achteckig, 7 + 1, der Tag der Schöpfung. Obwohl Zahlenspiele das Thema des Posts sind, reicht es jetzt mit Mathematik. Ich bin ja nicht zum rechnen da. Nach dem wirklich beeindruckendem Dom gehe ich frühstücken an der Hauptstrasse. Hoffentlich kennt mich keiner von gestern Abend.

Die Buran darf ich nicht vergessen. Die steht im Technik Museum. Überwältigend so nah war ich noch nie an einem Weltraumfahrzeug. Nachdem ich mir die Nase in der Modellbauabteilung plattgedrückt und den Kopf im U-Boot der Bundesmarine angeschlagen habe. Der Kopf tut jetzt innen und außen weh. Ich muss noch in den Wilhelmsbau. Ja muss! Da gibt es Mode und Gebrauchsgegenstände aus der Zeit um die Jahrhundertwende. Die fotografiere ich. Robert und ich brauchen die Informationen für unser Räuber Kneissl Geschichte.
Ich mache mich auf den 335 Kilometer langen Heimweg. Zuhause noch schnell posten. Meine kleine Tochter erwartet mich. Ich mache ihr ein Erdbeermarmeladen – Honig – Brot. Der Tom, eine Zeichentrickfigur, isst dass auch immer. Ich freue mich, ganz der Papa, immer zugänglich für kulinarische Offenbarungen.

Donnerstag, 18. Juni 2009

Von Bären und Löwen und ...

Ismaning ist eine Gemeinde nordöstlich von München. Wenn man zum Flughafen fährt liegt die Gemeinde etwa auf halbem Weg. Bei der Fahrt durch Ismaning werden auf den Schildern vor den landwirtschaftlichen Betrieben Kartoffeln, Eier und vor allem Kraut angeboten. Die Ismaninger Krautbauern sind in der ganzen Gegend jedem ein Begriff. Soviel Information vorab.

In Freising ist es mir das erste Mal aufgefallen. Da standen vor Geschäften, Firmen oder Einrichtungen mannshohe Bären. Die Bären hatten alle die gleiche Form, waren aber verschieden bemalt.

Dann kamen in München die Löwen. Wir Taxifahrer haben auch einen. Die Löwen, so groß wie echte Löwen, konnten blanko in zwei Ausfertigungen gekauft werden. Es gab sitzende oder gehende Löwen. Die Taxi eG hat sich für den Sitzenden entschieden. Die Käufer konnten selbst die Bemalung und Ausstattung ihres Löwen gestallten. Natürlich mit Bezug zur eigenen Firma. Direkte Werbung war verboten. Unser Löwe wurde hellelfenbein grundiert. Die Mähne wurde wie in der Natur gelbbraun bemalt. Auf dem Körper wurde eine Landkarte Bayerns so aufgemalt, dass München das Herz bildet. In der Tatze hält unser Löwe ein Metermaß mit Skalierung und der Aufschrift TAXAMETER. Den Kopf ziert ein Taxischild. Die Löwen durften während der Aktion auf öffentlichen Grund aufgestellt werden. Für unseren Löwen haben wir einen, von jedem Löwenhalter gewünschten, Platz ergattert. Auf dem Odeonsplatz (Feldherrnhalle) in Höhe des Taxistands. Nach der Aktion werden die Löwen versteigert oder die Löweneigner kaufen ihre Löwen zurück. Der Erlös ist für karitative Zwecke bestimmt. Auflage war leider, dass der Löwe von dem öffentlichen Platz verschwinden musste. Jetzt steht unser Löwe als Leihgabe im Terminal 2 des Münchener Flughafens.

Bei der Fahrt durch Ismaning sehe ich einen bunt bemalten Gegenstand. An der nächsten Kreuzung wieder einen, an der nächsten Straße den dritten, usw … . Und was haben die Ismaninger als Grundmotiv verwendet? Den Krautkopf! Irgendwie hat das was.

Freitag, 12. Juni 2009

Aus Taxifahrern werden Schneider

Am Münchener Flughafen ist Platz für 600 Taxis, die stehen an den verschiedenen Terminals und Modulen. Am Tag gehen ca. 2000 Taxis vom Flughafen weg. Ich stehe mit meinem Taxibus gerne am Terminal 2. Das Terminal 2 ist das Lufthansa Terminal. Hier kommen die meisten Taxifahrgäste an. Es gibt auch noch eine extra Spur für Taxibusse und es kann sein, dass man als Bus früher wegkommt.

Landet dann am Abend, so um Mitternacht, die letzte Maschine bleiben immer noch Taxis übrig. Die Taxifahrer hofften mit Fluggästen des letzten landenden Flugzeugs wegzukommen. Es ist wenig erfrischend, wenn man nach 6 Stunden Wartezeit erfährt, dass man nicht mehr gebraucht wird und leer zurück in die Stadt fahren muss. Viele der Kollegen sind auch noch leer zum Flughafen rausgefahren. Ein besonders schweres Schicksal; 35 km leer zum Hafen raus und dann Schneider. Wenn der Münchener Taxifahrer vom Hafen spricht, meint er den Flughafen. Mir ist es seit wir den neuen Hafen haben vorgestern erst zum dritten Mal passiert. Der Flughafen besteht seit 17 Jahren, ist aber für manche von uns Taxlern immer noch der Neue. Am alten Flughafen Riem war der Schneider nicht so schlimm. Die Wartezeiten waren 2 – 3 Stunden und der oide Hafn war gleich am östlichen Stadtrand Münchens.

Mein zweiter Schneider am Flughafen war heuer im Januar. Ein Kollege, der im Süden Münchens wohnt, beschloss am Taxistand zu übernachten. Ich habe ihm meine Notfall-Decke geliehen, die er dann auch gebraucht hat.

Das Schneiderritual beginnt etwa zwei Stunden vor der Landung des letzten Flugzeugs. Jetzt können wir in etwa abschätzen wer Schneider wird und wer noch eine Fahrt abbekommt. In regelmäßigen Abständen geht ein Kollege in das Terminal und beobachtet die Anzeige der ankommenden Flüge. Er verkündet das Ergebnis; z.B „ noch 24 Maschinen“. Jetzt schürzen die Taxifahrer leicht die Lippen und wackeln leicht mit dem Kopf und quittieren emotional noch ruhig mit; „ Kemma Glück hobn“ „Werd scho hihaun“ Naja“ …

Ca. eine halbe Stunde vor der letzten Landung die gleiche Situation nur jetzt schüttelt der Informant bei der Verkündung ;“ Noch drei Maschinen“ schon heftig mit dem Kopf. Die Reaktion der Empfänger unterscheidet sich nach dem kulturellen Hintergrund der Taxifahrer. Die Handflächen nach oben drehen, mit der Schulter zucken, die gestreckten Hände schnell nach unten fallen lassen, mit der flachen Hand auf die Faust schlagen oder mit der Zunge schnalzen.

Der letzte Akt des Rituals ist wieder bei allen gleich. Es steht fest. Die letzte Maschine ist gelandet, das Gepäck ist durch, die Abfertigungshalle verwaist. Jetzt müssen wir Taxifahrer an die Fensterfront der Halle treten, einen Blick auf die menschenleeren Gepäckbänder werfen und einen Eindruck von Unfassbarkeit erwecken, bevor wir zu unseren Taxis gehen und nach München zurück rasen.

Dienstag, 9. Juni 2009

DSDNTF Deutschland sucht ...

Die Filmfunktion in meinem Fotoapparat habe ich schon entdeckt. Die erste Aufnahme war eine Abfahrt nachdem ich einen Kunden abgeladen hatte. Das klappt ja schon ganz gut. Die Taxipilotin Trixi hat mir noch den Tipp mit dem Movie Maker gegeben. Jetzt kann ich meine Filmchen sogar schneiden. Da tun sich ja ganz neue Möglichkeiten auf.
Gestern und heute haben wir eine Fahrt vom Flughafen nach Seefeld/Tirol bekommen. Seefeld liegt ca. 7 km hinter der Grenze nach Österreich im Karwendelgebirge. Die passende Gelegenheit für meinen ersten Film. Eine Fahrt aus den Alpen zurück zum Flughafen. Ich bettle meiner Frau die Fahrt ab und los geht’s. In meinem Kopf bastle ich mir schon ein Drehbuch zurecht. Gleich nach Seefeld kommt ein Casino. Die haben als Attraktion eine Kulisse wie eine alte Ritterburg gebaut. Dann kommt der Grenzort Scharnitz mit der jungen Isar. Ich plane eine Aufnahme von dem handgemalten Schildchen „Isar“ und dann einen Schwenk auf die Isar. Jetzt soll die Durchfahrt durch Krün, mit den bemalten Häusern, kommen. Dann eine Aufnahme zwischen Krün und Walchensee. Schafe und Kühe stehen auf einer steilen Bergwiese. Ein großer Schwenk über den Walchensee, der auf dem Taxi endet, soll folgen. Dann Kochel mit dem Denkmal vom Schmied von Kochel. Wie ich über die Autobahn zurück nach München rase. Eine Aufnahme vom Autobahnende Garmisch – München am Luise-Kisselbach-Platz. Dann über die Donnersberger Brücke mit Blick in das Schaufenster der Mercedes-Benz Niederlassung. Das ist das größte Schaufenster Europas. Am Mittleren Ring zwischen Olympiagelände und der BMW-Welt. Über die Hochbrücke zur A9 mit der neuen Auffahrt im Bild. Vorbeifahrt an der Allianz-Arena. Abzweigung zur A 92 Richtung Flughafen. Dann sollte etwas künstlerisches kommen. Ich fahre in die AGIP Tankstelle und reihe mich mit meinem VW-Bus Taxi neben die auf ihre Gäste wartenden Taxi – Limousinen ein. Ein Bild wie die Taxifahrer beim Kaffee auf der Terrasse sitzen. Der Untertitel (Ton kann ich noch nicht ) dazu sollte sein: - Hier warten wir auf die nächsten Gäste.- Jetzt ein Flugzeug im Landeanflug. Untertitel dazu: - Hier kommen sie schon.-
Wenn ein Sender Werbefüllprogramm mit dem Thema DSDNTF; Deutschland sucht den nächsten Taxifilmer werde ich mich melden und entdeckt.

Soweit der Plan, aber die Ausführung. Bei der Auffahrt auf die Autobahn Garmisch werde ich geblitzt. Ich hoffe es gibt keine Punkt. Das Wetter spielt nicht ganz mit, der Himmel ist bedeckt. Trotzdem nehme ich alle Einstellungen auf. Die habe ich jetzt auf der Speicherkarte. Die Qualität ist mies und die Bilder verwackelt. Die Übertragung von meinem Laptop auf den meiner Frau klappt nicht wie ich mir das vorstelle. Mir bleibt nichts übrig als im Taxi zu sitzen und zu schmollen weil die Entdeckung meines Genies noch warten muss. Als Zwischenergebnis gibt es schon mal einen langen Post.

Samstag, 6. Juni 2009

Der Geschäftsmann von Welt

Ich habe noch eine Abholung am Flughafen um 23:30 Uhr. Bis dahin fahre ich noch in der Stadt. Es ist Samstag Abend. Die Leute gehen aus. Ich bekomme einen Funkauftrag und hole eine Gruppe Fahrgäste zwischen 20 und 30 Jahre ab. Sie wollen in einem mir von früher bekannten Lokal feiern. Bei der Bar angekommen, verlange ich den Fahrpreis. Ein Fahrgast gibt mir 17,- € und verlangt eine Quittung ohne Datum. Ich gebe sie ihm nicht. Stellt euch vor 17,- € brutto ( incl. 7 % Umsatzsteuer) das entspricht einen Vorsteuerabzug von 1,11 €. Wegen dem wird eine falsche Rechnung ausgestellt. Er müsste jetzt meinen Zettel aufbewahren, bei der nächsten Gelegenheit ermitteln welches Datum er einsetzen soll, auf DINA 4 Papier aufkleben, ins Kassenbuch eintragen, der Steuerberater verbucht den Vorgang, kopiert das Papier (weil es sonst verblasst), das ganze wird noch mal abgeheftet, und / oder elektronisch eingepflegt, 10 Jahre aufbewahren … . Ich zücke einen 5,- € Schein und meine Visitenkarte aus der Hemdtasche, überreiche Beides mit den Worten; er solle sich einen Kaffee kaufen, und wenn ihm etwas Gescheites einfällt soll er anrufen. Die Situation ist ihm sichtlich peinlich und er nimmt Beides nicht an. Das mit dem Anrufen spare ich mir beim nächsten Mal. Was kann man von Kleingeistern erwarten.

Freitag, 5. Juni 2009

Baustellenfinanzierung auf Münchnerisch



Gestern bin ich durch die Leuchtenbergunterführung gefahren, die Arbeiten gehen schon dem Ende zu. Nach 7 Jahren Bauzeit wird am 18.Juli das zweite von drei Tunnelprojekten am mittleren Ring fertiggestellt und eröffnet. Im neuen Tunnel sind schon sechs von den neuen Radaranlagen installiert. Die Kameras messen Geschwindigkeitsüberschreitungen. Anders als bei den herkömmlichen Kameras funktioniert bei den Anlagen das ganze ohne Blitz. ( Jetzt müssen wir uns bald ein neues Wort für Blitzer einfallen lassen). Wird ein Autofahrer fotografiert, sind die anderen nicht mehr gewarnt, und ganze Kolonnen werden erfasst. Die gleiche Anlage ist schon im Autobahntunnel in Aubing ( ein Stadtteil im Münchener Nordwesten) seit letztem Jahr in Betrieb und hat schon einige hundert Führerscheine verschluckt.
Es wurde erst ein anderer Teil des Mittleren Rings saniert; der Mc Graw Graben, den Namen hat der Graben von der großen ehemaligen U.S. Kaserne, die über ihm liegt. Dabei haben die Radaranlagen auf der Baustelle einen beträchtlichen Teil der Kosten wieder hereingebracht. Die Geschwindigkeit wurde in einem rechtsstaatlich umstrittenen Verfahren auf 30 km/h ( am Autobahnende !!!) gesenkt, und eine Blitzfalle aufgestellt. Heraus kam laut Auto – Bild „Der erfolgreichste Blitzer Deutschlands“. 100.000 Autofahrer tappten in die Falle. Ca. 60.000 Fahrer bezahlten ein Bußgeld in Höhe bis zu 35,-€; ca. 25.000 Autofahrer bezahlten ein Bußgeld bis zu 100,-€ und ca. 7.500 Fahrer bezahlten, neben Führerscheinentzug und Punkten, ein Bußgeld bis zu 450,-€. Alles in allem ca. 5.000.000 € für die Kommune. Diese hat aber auch die Sanierung des Grabens mit ca. 6.000.000 € finanziert. Das Verwaltungsgericht prüft bereits diesen Fall. Sicherheit und Ordnung scheinen meiner Meinung nach nicht das primäre Ziel dieser Maßnahme zu sein.

Mittwoch, 3. Juni 2009

Endlich Ausweg aus der Krise


Gestern war ich bei uns in der Taxigenossenschaft. Es gibt jetzt FREI – Schildchen, die man an die Sonnenblende des Taxis klemmen kann. Die ersten 50 Schildchen werden verschenkt. Danach werden sie für 25,- € verkauft. Jetzt weiß ich warum wir am Taxistand sowenig Fahrgäste haben. Die Leute wollen ja alle mit dem Taxi fahren, gehen zum Taxistand und sehen kein FREI – Schildchen. Tja, dann fahren sie mit der U-Bahn oder dem Bus. Jetzt wo ich das Schildchen habe werden die Fahrgäste kommen wie die Fliegen und das Geschäft brummt ;-). Das ich da nicht früher draufgekommen bin.

Montag, 1. Juni 2009

Alter Bekannter am Marienplatz


Letzte Woche wurde ich am linken Knie operiert. Der Innenmeniskus war durchtrennt und das überflüssige Teil wurde entfernt. Die Operation war ein Klacks. Mittags ins Krankenhaus, Vollnarkose, Operation 25 Minuten, nachmittags wieder raus. Ich dachte jetzt hat die Hinkerei ein Ende. Weit gefehlt. Ich musste an Krücken gehen. Jeden Tag zweimal eine Tablette, mittags eine Spritze in den Bauch, zweimal täglich klebe ich mir Elektroden auf den Oberschenkel. Das soll die Muskeln reizen. Jetzt hab ich auch noch Krankengymnastik, da lerne ich wieder richtig gehen. Aber ich will nicht jammern, es wird ja jeden Tag besser.
Ich habe die Zeit genutzt und an meiner Homepage weitergebastelt. Wir bekommen schon den einen oder anderen Auftrag über das Internet.
Heute habe ich am Standplatz am Marienplatz nach sieben Jahren den Schorsch wieder getroffen. Der Schorsch dürfte jedem Münchener Nachtfahrer ein Begriff sein. Er stand nächtelang vor dem P1, oder spielte mit seiner Luftgitarre auf den Verkehrsinseln am Mittleren Ring. Ich hätte ihn mit Sonnenbrille und Baseballcap gar nicht erkannt.
Als ich dann am Brunnen neben dem Taxistand meine Wasserflasche auffüllte, kam mir unweigerlich das Wasser im Schaufenster eines Feinkostladens in den Sinn. Da wird das Wasser der Marke Bling für 49,50 Euro in der 0,75 Liter Flasche verkauft.