Montag, 28. September 2009

Ciao a tutti !


Letztes Wochenende war das italienische Wochenende in München. Schon seit Jahrzehnten kommen unsere italienischen Gäste zu Tausenden am mittleren Wiesn-Wochenende zum Festa della birra. Der Bayerische Rundfunk gibt seine Verkehrsdurchsagen auf italienisch durch. Auf den Strassen patrouilliert die Polizia mit den hübschen dunkelblauen Uniformen. Selbst in der Notrufzentrale der Feuerwehr sitzen zwei Feuerwehrleute aus Bozen damit die Notrufe in der Heimatsprache der Gäste aufgenommen werden können. Ich wähne mich schon in Monaco de Baviera.

Nur ihr fehlt! Wo wart ihr den Ragazzi?. In den letzten Jahren seid ihr doch mit eueren Campern in Kolonnen durch die Stadt geirrt. Später dann in Horden mit großen grauen Filzhütten hordenweise in die Innenstadt gestolpert. Dieses Wochenende wart ihr nicht sehr zahlreich vertreten. Zwei hab ich dann am Morgen gefunden. Ich hoffe, dass sie ihre Schuhe wieder finden.

Mittwoch, 23. September 2009

Zur Wahl

Gestern hatte ich gemeinsam mit meinen Kollegen eine Fahrt mit 19 Personen. Wir sind mit drei Taxibussen gefahren. In der Arnulfstrasse wurden wir frei und entschlossen uns zu einem Weißwurstfrühstück im Augustinerbiergarten. Auf dem Parkplatz sehe ich Taxis aus ganz Bayern und weitere bekannte Nummernschilder. Das kann nur eines seins Landesverbandssitzung. So ein Zufall. Bis meine Würste kamen vergingen 45 Minuten und ich hatte nicht mal Zeit einen Gruß an die Scheibenwischer zu hängen.

Aber heute dann die Entschädigung, der Kalender für die nächsten drei Tage ist mehr als voll. Zwei große Unternehmen nutzen das Oktoberfest und halten ihre Treffen in München ab. Wir übernehmen den Fahrdienst. Befreundete Taxler helfen uns. Das entschädigt mich mehr als genug. Dann am Abend schaue ich auf Spiegel.de nach und finde den Beitrag zur Bundestagswahl mit mir als Taxifahrer.
-> Hier ist der Beitrag
Tatsächlich haben die kurz vor dem Nachspann meine Stellungnahme zur Wahl reingeschnitten. Respekt Spiegel.

Dienstag, 22. September 2009

Fette Beute


Da warten sie schon auf ihre fette Beute. Acht Abschlepper hintereinander am Taxistandplatz Bavaria an der Münchener Wiesn.

Montag, 21. September 2009

O´zapft is!

Am Samstag wurde bei uns in München mit dem Faßanstich des Bürgermeisters die Wiesn eröffnet. Schon seit Jahren trinkt der Oberbürgermeister die erste Maß auf „eine friedliche Wiesn“. Das macht mich stutzig und ich suche im Internet die Kriminalitätsstatistik des Münchener Oktoberfestes. Ich stoße auf eine Seite der Polizei, auf der täglich die heftigsten Vorfälle geschildert werden. Es stimmt die Wiesn wird immer brutaler. Sexuelle Übergriffe, Taschendiebstahl und Körperverletzung werden am meisten genannt.

Ich selbst hatte am ersten Samstag die üblichen Wiesn – Begleitumstände schon um 16:00 Uhr gesehen. Ein Auffahrunfall zwischen zwei Taxis in der Schwanthalerstrasse, eine Schlägerei gleich ums Eck in der Paul-Heyse-Strasse und ein vollgekotztes Taxi am Bahnhof. Alles im Zeitrahmen von 15 Minuten. Schöne Wiesn. Am Taxistand ruft mich ein bekannter Kollege. Ich komme zu seinem Taxi und er zeigt mir das Malheur. Die Rückbank und die inneren Flächen der hinteren Türen waren voll schon Gegessenem und Getrunkenem. Der erfahrene Kollege erklärt mir gleich, daß er dazu nichts könne; er wurde am Oktoberfest frei und die Fahrgäste sind ihm ins Auto gesprungen. Ich solle bitte die Polizei rufen. Er passt auf das junge Pärchen auf, damit sie nicht abhauen können. Ich finde einen zuständigen Polizisten und bringe ihn zum Taxi. Der junge Mann hat kein Geld mehr und die Dame hat noch 20,- €. Bei der Personalienübergabe stellt sich heraus Beide sind Argentinier. Da wird’s wohl schlecht ausschauen mit der Rechnung nach Südamerika. Ich lasse mir das eine Lehre sein und bin, wenn ich mit Fahrgästen zur Wiesn komme, mit verschlossenen Türen ganz schnell wieder weg.
Heute titelt die Abendzeitung mit „Wiesn brutal wie nie“.

Bereits am ersten Tag mussten 790 verletzte Patienten, die Meisten waren Opfer von Gewaltverbrechen, versorgt werden. Das erste Wochenende ist ja schon vorbei die restlichen 14 Tage werden wir hoffentlich ohne großen Ärger über die Bühne bringen.

Freitag, 11. September 2009

Sinnvoller Service Hand in Hand


Ich fahre mit acht Fahrgästen zum Bahnhof. Der Kofferraum meines VW-Bus Taxis ist vom Boden bis zur Decke voll mit Gepäck. Unterwegs frage ich, nicht ohne Eigeninteresse, ob den jemand für das Gepäck am Bahnhof wäre. Die Fahrgäste sagen mir, das Hotel hätte einen Gepäckservice bestellt. Die Gepäckträger würden uns am Nordausgang des Hauptbahnhofs in der Arnulfstrasse mit zwei großen Gepäckwagen erwarten. Ich war neugierig was passiert. Als wir am Bahnhof ankommen stehen da tatsächlich schon zwei Porter mit ihren Wägen bereit. Sie waren wirklich freundlich und beim Ausladen des Gepäcks sehr hilfsbereit. Ich frage einen Träger ob er mir eine Visitenkarte geben könnte. Er gibt mir gleich einen kleinen Stapel. Ich werde mir auf alle Fälle eine behalten. Für unsere Kunden ist das ein toller Service. Auf der Rückseite der Karten lese ich, dass der Träger des Gepäckservices der KMFV, der Katholische Männerfürsorgeverein München, ist. Das finde ich mal eine gute Einrichtung. Die Handynummer der Porter am Hauptbahnhof München ist:

0176 / 88 10 51 89.

Am Standplatz verteile ich die restlichen Karten. Vom Kollegen Martin erfahre ich, dass es den gleichen Service auch am Flughafen München gibt. Dort erreicht man die Porter unter der Telefonnummer:

0171 / 37 27 179

Die Gepäckträger am Flughafen kannte ich schon, die am Bahnhof habe ich seit über 10 Jahren vermisst.

Dienstag, 1. September 2009

Burg Trausnitz in Landshut


Brütende Hitze am Taxistand. Stillstand am Bahnhof – Nord. Ich rufe meinen Taxi-Kollegen Robert an. Er macht auch frei. Den Stich ( die Taxifahrt ) will ich noch machen. Ich habe Glück, es steigen Vater und Tochter ein. Die Tochter studiert und ist FC Bayern. Jetzt fahren sie zur Allianz Arena zum Spiel FC Bayern gegen Wolfsburg. Das Ergebnis war 3:0 für den FC Bayern. Von der Allianz Arena ist es nicht mehr weit zu Robert. Ich hole ihn ab, er hat die wichtigen Stative dabei, und wir fahren nach Landshut zur Burg Trausnitz. In der ESSO wurde schon oft nach dem „Roller Robert“ gefragt. Hier ist er, er versteckt sich noch hinter seinem Fotoapparat.


Wir wundern uns schon, dass wir kaum einen Parkplatz finden. Der Parkwächter, der uns dankenswerterweise doch noch reingelassen hat informiert uns; Hans Söllner tritt auf. Auf dem Weg zur Burg treffen wir auf die lange Schlange vor der Konzertkasse. Das Konzert ist im Rahmen der dreitägigen Kultour – Veranstaltung. Wir wollen weiter zur Burg und testen dabei ausgiebig unsere Kameras und Roberts essentielles Stativ. Auf dem Vorplatz der Burg angekommen erklärt uns ein Ordner, wenn wir nicht zur Hochzeitsgesellschaft gehörten, kämen wir nicht mehr weiter. Das Restaurant in der Burg mit der tollen Aussicht über Landshut ist auch von der Hochzeitsgesellschaft belegt. Wir gehen um die Burg und setzen uns auf eine andere Terrasse des Restaurants. Von hier können wir von oben die Landshuter Dult beobachten und filmen. Es kommen immer wieder Gäste von der Hochzeit zu uns auf die Terrasse um zu rauchen. Nach einer Stunde kommt sogar das Brautpaar und findet die Aussicht passend für ein Hochzeitsfoto. Sie holen den Fotografen. Er bemüht sich seine Profikamera auf dem Biertisch auszurichten. Wir leihen ihm Roberts wichtigstes Utensil – das Stativ! Wir wollen weiter zu dem Konzert. Der Fotograf bedankt sich und schließt sich uns an. Ihm gelingen vier gute Aufnahmen von ganz vorne vor der Bühne. Wir bleiben hinten und lassen uns vom Mond und dem Geruch betören.

Als wir den Parkplatz verlassen kommt uns die Idee die Abfahrt zu filmen. Erst soll man den Bus mit der Anzeige „Burgfestival“ sehen, das Bild soll größer werden und zu guter Letzt das Taxi durch die Szenerie rollen und im Dunkeln verschwinden. Auch hier ist uns Roberts Stativ hilfreich. Naja, wir müssen noch üben, aber ein Anfang ist gemacht. Ich segne den Tag, an dem ich Filmchen ohne Pillarboxen auf Youtube hochladen kann.



@Robert: Ich habe dich mit dem Stativ genug geärgert, ab jetzt nicht mehr.