Sonntag, 29. November 2009

Wir befinden uns im Jahr 2009 n. Chr

Ganz Bayern ist von den Römern besetzt. Ganz Bayern? Nein! Die von unbeugsamen Taxifahrern bevölkerten Taxistände hören nicht auf, den Eindringlingen Widerstand zu leisten. Die fröhlichen und rauflustigen Taxifahrer fürchten sich eigentlich nur vor einem - daß ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Da ist Unterstützung aus Gallien willkommen.

Nein, das ist nicht der Anfang einer weiteren Asterix und Obelix Geschichte, die ich in meiner Kind- und Jugendzeit verschlungen habe. Münchener Comiczeichner haben zum 50- jährigen Jubiläum der Bildergeschichten aus den furchtlosen Galliern bajuwarische Bundesgenossen gemacht. Das Bild wollte ich euch nicht vorenthalten.

Freitag, 27. November 2009

Ich bin reich ...

…dachte ich mir noch am Anfang dieses Monats. Ich hatte 3.000,- € in der Tasche, gültige Papiere und jeden Tag am Flughafen. Ein tolles Gefühl zu wissen, man könnte jederzeit an jeden Ort auf dieser Welt kommen. Aber! Taxigenehmigungen müssen alle fünf Jahre verlängert werden. Dazu braucht man Unbedenklichkeitsbescheinigungen von Finanzamt, AOK, Stadtsteueramt und Berufsgenossenschaft. Und noch, wie in jedem Personenbeförderungsbetrieb, einen Kapitalnachweis. Also zahle ich meine sauer erfahrene, ersparte und versteuerte Barschaft auf mein Geschäftskonto ein und hole mir die Bestätigung über meine finanzielle Leistungsfähigkeit. Jetzt kommt das Finanzamt und bucht mir die Umsatzsteuervorauszahlung für das Quartal schon mal ab. Weil wir gerade beim Quartal sind wird gleich noch die Einkommenssteuervorauszahlung zwei Tage später abgebucht. Auf dem Konto ist jetzt Ebbe.

Noch nicht genug!
2007 hatte ich im ersten Halbjahr einen Job im Büro, ich konnte nicht soviel Taxi fahren. Es war keine Gewerbesteuer fällig, ich bezahlte ja Lohnsteuer.
Bei der Gewerbesteuer gibt es bei Personengesellschaften und Einzelunternehmern einen Freibetrag von 24.500,-€ bei Gewinn / Ertrag. Alles was darüber hinaus geht, wurde mit einem Faktor zwischen 1 und 5 % zur Berechnung des Messbetrages verwendet. Dann kam die Unternehmenssteuerreform 2008 und damit ein fixer Prozentsatz von 3,5%. Ein Vorteil für die Betriebe mit mehr Gewinn; früher waren es bis zu 5 %, (für die Bemessung) jetzt nur noch 3,5%. Die kleinen Betriebe, die früher um die 1 oder 2% hatten, haben jetzt auch 3,5% und somit einen höheren Messbetrag und eine höhere Gewerbesteuer zu zahlen.

2007 musste ich keine Gewerbesteuer bezahlen. In der Folge gab es 2008 keine Vorauszahlung. Für die wurden ja die Zahlen von 2007 zugrunde gelegt.
Da braut sich ja einiges zusammen. Ich stehe brav und unschuldig mit meinem Taxi am Flughafen in der Reihe, höre im Radio einen Bericht über die Bundestagsabgeordneten, die sich noch kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit schöne Montblanc – Füller auf Staatskosten bestellt haben, da erreicht mich ein Anruf meiner Frau. Ein Brief vom Finanzamt ist gekommen. Die Gewerbesteuer für 2008 und gleich die Vorauszahlung für 2009. „ … am 10.12.2009 buchen wir von Ihrem Konto … bei der Münchener Bank eG den Betrag von … ab“ .
Sofort lasse ich den Brief an meine Steuerkanzlei faxen. Rufe dort an. Mache einen Termin beim Chef. Recherchiere im Internet. Stelle fest: Es hat seine Richtigkeit, wir müssen zahlen!

Ich springe aus dem Taxi laufe kopfschüttelnd die Reihe ab und erkundige mich bei türkischen, persischen und einem syrischen Kollegen was ich machen muss, damit ich in ihren Heimatländern Asyl bekomme. Von den Türken bekomme ich Kaffe und italienisches Gebäck, vom Perser eine Zigarette und vom Syrier eine Tipp.
Um die Steuerlast zu senken, bleibt mir nur ein Ausweg. Ich werde meine Stammkunden bedienen und mich beim Taxifahren enorm einschränken – da bleibt mir auch wieder mehr Zeit zum blogen.

Sonntag, 1. November 2009

Datum lesen

Gestern wollte ich zu den Medientagen München. Seit Tagen beobachte ich schon die Plakate am Straßenrand. Interessante Themen; Internet, HD, Broadcasting, Kameras … Das Alles noch bei uns in München mit freiem Eintritt. Also mache ich mich auf dem Weg. Unterwegs schnappe ich noch ein arabisches Pärchen auf, die mir am Mittleren Ring winkten. Die kamen wohl aus dem Englischen Garten. Ich denke mal, das werden heuer wohl die letzten sein. Sie wollen zum Westin Hotel, das ehemalige Arabella Sheraton Grand. Als wir über die Isar fahren fragt er mich woher der Fluss kommt. Ich antworte:
„Aus den Alpen“
Ja da war er schon in Garmisch Aera, da ist das ganze Jahr über Schnee, weil es auf 1.5 Kilo ist, meint mein Fahrgast.
„Aha“ bestätige ich ihn. Da fährt er mit was-weiß-ich-was in die Berge und mich hält er von meiner großen, erkenntnisreichen Mission ab, weil er über die Isarbrücke ins Westin will. Er hat aber den Fahrpreis großzügig von 5,40 € auf 5,50 € aufgerundet. Egal, ich muss weiter zu den Medientagen ins ICM am Messegelände. Unterwegs bekomme ich noch eine Bewerbung für einen Datenfunkauftrag. Die lasse ich sausen, habe ja höheres im Sinn.

Als ich in die Zufahrtsstrasse zum ICM einbiege. Schiele ich auf den kleinen Übertragungswagen mit Sattelitenschüssel auf dem Dach, der einen Tag vorher noch da stand. Tja – einen Tag vorher! Die Medientage gingen nur bis Freitag. Ich stehe am Taxistand vor verschlossenen Türen. Hätte ich bei den Plakaten nur genauer auf das Datum geschaut. Bis zum 30.10. stand da. Aus Zorn mache ich jetzt noch 100,-€ Umsatz.

Der erste Stich ging gleich vom ICM Standplatz weg.