Mittwoch, 28. April 2010

Alles neu macht der Mai


Diese Eröffnung wird von den Flughafentaxlern schon mit Schrecken erwartet. Liegt das Hotel doch keinen Kilometer vom Terminal 2 des Flughafens München. Terminal 1 ist sogar noch näher. Das Hotel soll 300 Betten bieten. Es liegt mitten im Flughafengelände. 300 potentielle Fahrgäste, die nach bis zu fünf Stunden Wartezeit, für 7,10 € vom Terminal zum Novotel gefahren werden wollen.

Das Hotel ist schon Monate vor seiner Eröffnung Gespräch an den Flughafenstandplätzen.

Sonntag, 25. April 2010

Serie


Ein Aussteller aus Asien verlässt die Messe, er macht einen seligen Eindruck. Schon sitzt er in meinem Taxi. Er fühlt sich lucky, das müsse er jetzt ausnützen. Er will sein Glück bei 17 + 4 versuchen. Ich bestärke ihn mit der Erkenntnis, dass das Pech in Strähnen und das Glück in Serien kommt. Auf geht’s in das nächste Casino – nach Bad Wiessee am Tegernsee. Er fragt mich was das Bad vor Wiessee bedeutet. Ich wundere mich, warum schon so viele Fahrgäste aus dem Ausland nach der Bedeutung von Bad fragen. Ich erkläre es ihm mit Luftkurort, Jodquelle usw. bei meinem Englisch muss ich mit vielen Umschreibungen arbeiten. Aber er hat es kapiert. Und ich weiß jetzt warum viele Fragen. Bad heißt im englischen schlecht.

Wer will schon nach „Schlecht Wiessee“? Oder dass wir von Ratten regiert werden, die sitzen ja im „Rathouse“ im Zentrum jeder Gemeinde.

Ich wünsche ihm weiterhin viel Glück. Ich hatte meines ja schon – die Fahrt von München zum Tegernsee. Jetzt bin ich mal neugierig auf meine Serie …

Samstag, 24. April 2010

Taxi kumt net ... kumt net ... kumt net ...


Jetzt ist sie endlich losgegangen, die BAUMA, alle Aussteller und Kunden sind fast vollzählig da. Die Taxifahrer stehen aufgereiht an den Standplätzen. Der Flughafen brummt. Die Geschäftsleute stolpern direkt aus dem Terminal in die Taxis und kennen nur ein Ziel: BAUMA! Ich stehe vor der Messe, ich kenne die Gesichter der Flughafentaxler, einer nach dem anderen poltert besetzt vorbei zum Haupteingang.

Abends ist dann das Verkehrschaos groß. Die Zufahrt zur Messe, egal zu welchem Ausgang, gestaltet sich äußerst zeitaufwendig. Wir stehen bis zu einer Stunde im Stau um überhaupt an die Messe zu kommen. Schon an der Auffahrt zur Autobahn zur Messe ist Schluss. Über den Datenfunk kommt immer wieder die Meldung: Messe verstärkt anfahren. An der Messe stehen die Fahrgäste in Reihen und warten auf Taxis. Kommt eins auf das Gelände, wird es gestürmt. Und wir armen Tropfe hängen im Stau, kommen nicht zu unseren ersehnten Fahrgästen. Dann noch die Meldungen; Messe verstärkt anfahren. Ha!Ha!

Freitag, 23. April 2010

Im (Ohne) Moos nix los!

In der Taxireihe am Eingag West der BAUMA. Ein Italiener rennt mir aufgeregt winkend entgegen. Er und seine vier Kollegen brauchen ein großes Taxi. Er steigt ein, wir fahren an die Spitze der Reihe, dort steigt die restliche Mannschaft zu.

Er zeigt mir ein Fax mit einer Buchungsbestätigung. Ihr Hotel liegt am Flughafen München in Schwaig, einem kleinen Nest in der Gemeinde Oberding, und nicht in der Stadt wie die fünf Abenteuerer dachten. Sie haben sich schon vorab über die Bordelle in München informiert und nerven mich mit Fragen wie gut dieser oder jener Club sei. Natürlich kommt auch bald die Frage nach den Preisen. Ich habe die Nase voll mich mit italienischen Freiern über die Preise der Prostituierten in München zu unterhalten. Da kommen die zur BAUMA nach München, verhandeln über den Taxipreis und erwarten für 100,- € eine Hochzeitsnacht. Das Beenden der leidigen Diskussion gelingt mir schneller als erwartet und ist zum Teil auch Ergebnis unserer italienisch – deutscher Verständigung. Also, er fragt nach den Preis. Ich werfe in den Raum:
“150,-„
Er versteht was falsch und fragt nach „50,-?
Ich antworte “Nein!“
Er korrigiert sich „15,-„
Daraufhin entkommt mir ein lautes herzhaftes ehrliches Lachen. Das war das plötzliche Ende der Unterhaltung. Die Fahrgäste haben sofort gespürt, dass bei diesem Lachen kein Funken Schauspiel war.

Die Fahrt über das verlassene Erdinger Moos in der Abenddämmerung hat ihnen noch den Rest gegeben. Als wir drei Kilometer am Zaun der Landebahn entlangfahren, versucht ein Fahrgast die Stimmung etwas aufzuhellen und sagt:

„ Schöner Flughafen.“



Im Rückspiegel kann ich beobachten wie er ein vierfaches müdes Lächeln gewinnt.

Liebe Italiener seid mir nicht Böse, ich bin auch schon in Rom gelandet und in Fiumicino gestrandet. Ich habe dort euere atemberaubende Krippenausstellung im Hafen bewundert (während ich auf das Taxi nach Bella Roma wartete). Auch ihr habt euer Schwaig!

Donnerstag, 22. April 2010

Aschenwolke stoppt Asche -Regen


Es soll hier nicht der Eindruck erweckt werden, dass das Flugverbot uns Taxifahrern nur Gutes in Form von weiten Fahrten beschert hat. Es gibt natürlich auch die Kehrseite. In München fehlt das internationale Publikum. Der Geschäftsreiseverkehr ist für uns Taxler, besonders für die Tagfahrer, in München die höchste Einnahmequelle. Nicht nur für die Fahrten vom und zum Flughafen.


Jetzt während der BAUMA bekommen wir die Auswirkungen doppelt zu spüren. An den Taxiständen am Flughafen ist Stillstand. Die Kollegen die nur eine Genehmigung für Erding, Freising oder München/Land haben, stehen sich die Reifen eckig oder machen gleich frei. Für den einige wenige besteht Hoffnung auf einen Flugersatzverkehr. Aber der überwiegende Teil der Flughafentaxler schaut in die Röhre. Zudem sie noch auf die umsatzstarke BAUMA hofften. Die Taxifahrer mit Stadtkonzession können noch ausweichen und in der Stadt ihr Glück versuchen. Dort verdichten sie aber noch mehr das Taxiangebot. Dazu kommen noch die Fahrer, die nur während der großen Veranstaltungen fahren, die sind zur BAUMA – Zeit auch noch unterwegs. Die Vorbestellungen, die bei den Taxiunternehmen eingingen, wurden alle storniert.

So hatten wir genug Zeit und Muße, während des ersten Messetages selbst auf die BAUMA zu gehen. Die riesigen Baumaschinen sind beeindruckend. Die Aussteller befürchten, das Flugverbot würde noch weiter anhalten. An den Messeständen fehlt auch die Besetzung. Wir sprechen mit einem Aussteller aus China. Seine Mitarbeiter konnten nicht anreisen. In der Not hat er vom Messeservice Hostessen angeheuert, die Prospekte verteilen. Das kann die Kunden, die fachkundige Informationen wollen, nicht befriedigen. Bei einem Messeetat von bis zu 25 Mio. €; ein herber Verlust.

Als wir um 18:30 Uhr die Messe verlassen, stehen vor dem Eingang West die Taxis in zwei Reihen und warten auf die Messegäste. Selbst bei einer mittelprächtigen Messe muss die Zentrale über Funk die Taxis an die Messe schicken. Die Fahrgäste stehen an den Taxiständen Schlange.


Es bleibt uns allen nur auf die Aufhebung des Flugverbotes zu hoffen.

Dienstag, 20. April 2010

Aschenwolke bringt Asche - Regen


Am Donnerstag Mittag fing es an. Ich stehe in einer Reihe von Taxibussen am AGIP Speicher am Münchener Flughafen. Ein Kollege bekommt einen Anruf, von einem PKW - Taxifahrer der oben am Modul steht. Der Kollege am Modul hat beobachtet, dass die Taxibusspur am Modul leer ist. Also alle Busse rauf! Wir konnten kaum unsere Karten durch den Automaten an der Schrankenanlage ziehen und uns gegenüber dem Ausgang aufstellen. Eine bunte Truppe war es, die parallel fünf Taxibusse enterte. Zunächst dachten wir, es wären die ersten Araber, die in München, wie jedes Jahr während des Sommers residieren. Das Fahrziel, das Westin Hotel in der Arabellastrasse, ist auch typisch für diese Klientel. Das Gepäck nach Umfang und Art passt auch. Sehr viel, und sehr schwer. Am auffälligsten waren die mit buntem Stoff bespannten Hocker der Gäste, von denen jeder Einen dabeihatte. Aber auch das kennen wir. Manche unserer arabischen Gäste reisen mit Säcken voller Reis, Reiskocher und eigenem Koch an.

Unsere Fahrgäste schienen wie aus einem Film entsprungen. Die Frauen verschleiert aber mit glitzerndem Flitter um den Augen und auf den hennabemalten Armen und Händen. Die Männer zum Teil mit traditionellem Gewand und Turban. Wir Taxibusfahrer zwinkern uns zu und freuen uns, dass die Araber Saison jetzt schon los geht.

Neben mir sitzt ein junger Mann im knielangen dunkelblauem Hemd und erzählt mir, dass er Taxifahrer in London sei. Wir tauschen uns über die verschiedenen Genehmigungsverfahren in London und München aus. Er glänzt durch Fachwissen. Das passt aber so gar nicht in unser Bild von den erwarteten Gästen. Später sagt er mir, er hätte sich gestern Abend gar nicht vorstellen können heute noch in Deutschland zu sein. Ich werde stutzig und frage nach. Es stellt sich heraus; die Gruppe kommt aus Pakistan und wollte mit der Quartar – Air nach London fliegen. Das Flugzeug kann in London nicht landen, deshalb wurden sie nach München umgeleitet. Auf meine Frage, wer die Fahrten bezahle, zieht er aus der Hosentasche einen Zettel hervor. Auf dem zerknüllten Papier steht handschriftlich eine Telefonnummer. Da müsse man anrufen und es werde Alles bezahlt. Eine notierte Telefonnummer! Da sind wir aber gespannt. Aber tatsächlich im Hotel gehe ich mit ihm an die Rezeption und dort bekommen tatsächlich alle Taxifahrer das Geld in bar gegen Quittung ausbezahlt.

Am Freitag wieder am Flughafen überhäufen sich am Taxikiosk die Nachrichten von den Kollegen, die quer durch Europa unterwegs waren und noch sind. Die abenteuerlichsten Fahrziele waren Manchester und Lettland. Ich glaube es nicht und beschwichtige, bis ….

… ja, bis ich oben am Modul stehe. Vier Engländer kommen zu meinem Taxi, steigen ein,und nennen wie selbstverständlich ihr Fahrziel. Calais – an der Nordküste Frankreichs.Geboten sind 1.500,00 € plus Mautgebühr in Frankreich. Ich renne zu Ismael, der zwei Taxibusse hinter mir steht. Sein Navi spuckt die Entfernung aus. 1060 Kilometer einfach zwischen dem Flughafen München und Calais. Die Fahrt dorthin hätte 10 Stunden gedauert,zurück noch mal mindestens 10 Stunden, dazwischen eine Übernachtung. Das dauert mir zu lange. Ich habe am Samstag einen Auftrag über drei Stunden, den ich nicht abgeben kann und ich will unbedingt am Freitag Abend wenigstens für ein paar Stunden in meinen Verein. Der Taxibus hinter mir, er wäre der nächste „Berechtigte“ will auch nicht. Ismael selbst lehnt auch ab. Der folgende, mein dritter Hintermann, Heiko, übernimmt nach einem kurzen Telefonat mit seinem Chef, die Fahrt.

Nach meinem drei-Stunden-Auftrag am Samstag mache ich frei. Am Abend kommt eine SMS von Yilmaz. Er schickt mir schöne Grüsse aus Venedig. Christian war in Köln und in Vaduz. Anders als am Tag davor kenne ich die Situation und glaube ihnen aufs Wort.

Am Sonntag Morgen, ich bin noch im Bett ruft mich ein Kollege an und fragt welche Route ich nach Mailand empfehlen könne. Über Österreich oder über die Schweiz. Ich empfehle die österreichische Variante.

Sonntag Nachmittag ruft mich ein Kunde aus Mailand ab. Er sitzt dort fest. Die Flüge sind ausgefallen, die Züge ausgebucht. Mit den Mietwagen, den er zum absoluten Wucherpreise bekommen hätte, darf er Italien nicht verlassen. Ich soll ihn dort abholen und zurück nach München bringen.


Ich erinnere mich an den Anruf des Kollegen, der sich nach der Strecke nach Mailand erkundigt hat. Schnell rufe ich ihn an. Wenn er leer zurück fährt, könnte er meinen Kunden mitnehmen. Somit wäre allen geholfen. Aber er ist schon seit zwei Stunden besetzt auf den Weg nach München. Bei der Gelegenheit informiert er mich es wäre besser gewesen über die Schweiz zu fahren.Also wechsele ich das Auto, nehme einen bequemeren und schnelleren Mietwagen meiner Frau, und mache ich mich auf den Weg nach Lindau -> Pfändertunnel -> Dippoltstein -> das Fürstentum Lichtenstein lasse ich links liegen -> Graubünden -> San Bernardino -> Comer See -> Mailand. Diese Strecke ist mit 500 Kilometer auch 80 Kilometer kürzer als die über Österreich (Rosenheim -> Innsbruck -> Bozen -> Trento -> Verona -> Bergamo -> Milano) . In Mailand erwartet mich schon sehnsüchtig unser Kunde. Wir essen gemütlich zu Abend und machen uns auf den Weg. Um halb neun verlassen wir Mailand Richtung Norden. Was ich nicht bedacht habe; die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der Schweizer Autobahn kann ganz schön nerven. Weite Strecken durch Graubünden ist auf einer Riesenbaustelle die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h begrenzt. In der Schweiz gibt es bei Straßenverkehrsverstößen keine Punkte. Die Geldstrafen sind aber bei kleinsten Übertretungen sehr happig. Da hängt man Müde hinter dem Steuer, hat noch hunderte Kilometer vor sich, und zuckelt dann mit Strich 80 durch das Heidiland. Das nächste Mal, unser Kunde macht mir Hoffnung dass es dass noch geben wird, nehme ich die Route über Österreich.


Endlich um Mitternacht verlassen wir die Schweiz. Auf der deutschen Autobahn bleibt die Tachonadel über dem 200 km/h Strich. Meine Müdigkeit ist wie verflogen, ich bin richtig aufgedreht. Nachdem ich den Kunden abgesetzt hatte, bin ich wieder hellwach. Es bleibt mir noch ein kurzer Plausch in der Tankstelle.

Das war nicht meine weiteste Fahrt, oder der Auftrag über die längste Zeit. Einen anderen persönlichen Rekord habe ich aber gebrochen. Den Rekord über die Anzahl der Grenzüberschreitungen mit einem Kunden an Bord. Auf dem Rückweg überfuhren wir drei Grenzen. Von Italien in die Schweiz, von dort nach Österreich, von dort zurück nach Deutschland.

Donnerstag, 15. April 2010

BAUMA - Einer steht schon da


Am Montag beginnt die BAUMA. Eine Messe der Superlative. Mit über einer halben Million Quadratmeter Ausstellungsfläche die größte Messe überhaupt. Ähnlich wie beim Oktoberfest hört man bei uns Taxifahrern schon Wochen vorher davon schwärmen.

Die BAUMA ist eine richtig fette Messe für die Bau- und Bergbauindustrie weltweit. Leider ist die Messe nur alle drei Jahre und nicht zu vergleichen mit ihrem kleinen Bruder der BAU. Die BAU findet in zweijährigem Turnus statt. Bei der BAU geht es mehr um Baustoffe und Materialien. Die BAUMA wird schon seit Wochen aufgebaut. Es werden eigens Hallen nur für die eine Woche errichtet. Ich habe einen Raupenbagger auf der Freifläche durch den Zaun gesehen, glaubt mir, die Kette war so breit wie mein Taxi. Ein Tieflader hat die Kette angeschleppt. Die Kette war die einzige Fracht des LKWs. Es werden riesige Teile angeliefert und zusammengesetzt. Im Laufe der Wochen entsteht ein Muldenkipper gigantischen Ausmaßes. Solche Riesen sieht man nur im Fernsehen bei Dokumentationen über Übertageabbau in Minen in Südamerika oder sonst wo auf der Welt. Außer auf der Autobahn würden diese Monster auf keine Münchener Strasse passen. Ich verfalle ins Schwärmen. Ich werde mal schauen ob ich mit dem Foto auf die Messe komme. Ich kann dann die Hämmer im Blog zeigen.

Die Fachbesucher sind äußerst zahlungskräftig und angenehm. Hotelpreise explodieren. Während der BAUMA 2007 fuhren wir jeden Tag eine Gruppe eines Litauischen Bauunternehmens morgens über 90 Kilometer zur Messe und abends wieder zurück. Die erste Anfrage für Taxitransfers bekamen wir dieses Jahr schon im Januar. Überhaupt sind die E-Mail Postfächer der Taxifahrer voller Anfragen die einem Taxler das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Leider können wir uns nicht teilen.

Einer ist schon seit Wochen einsam am Taxistand. Unser Taxilöwe – nach seinem Ersteinsatz am Odeonsplatz und dann am Flughafen München steht er jetzt am Eingang West der Messe. Wir sind auch schon fast ausgebucht, aber lieber Löwe bring mir Glück und lotse ein paar Einkäufer der Volksrepublik China in mein Taxi. Auftraggeber der Fahrt: Ein Baumaschinenhersteller der das Geschäft des Jahres gemacht hat. Bei solchen Superlativen darf man doch ins Träumen geraten!

Montag, 12. April 2010

Taxifahrer verloren - Gefunden


Yilmaz fragt mich am Flughafen ob ich dieses Wochenende nach Tirol komme. Ich habe noch keine Vorbestellung und verneine. Er erklärt mir auch gleich den Grund seiner Frage.

Yilmaz hat seine Fahrgäste aus Tirol abgeholt, als die Gäste in München die Fahrt bezahlen möchten, stellt er fest, dass er seinen Taxigeldbeutel vermisst. Zuletzt hat er ihn in einer Raststätte an der Brennerautobahn gebraucht. Am Flughafen kommt uns eine Idee. Über google-earth fährt er die Strecke, die er tags zuvor gefahren ist ab. Wir finden auf dem Satellitenfoto neben der Autobahn die Raststätte wieder. Jetzt noch über die Google – Suche und die Raststätte ist gefunden; Thomas Profunser – Autobahn Restaurant GesmbH. Die Telefonnummer 0043 5225 62575 ist auch gleich gefunden. Beim ersten Anruf meldet sich die Agnes und bestätigt. Ein Taxigeldbeutel ist gefunden worden. Dem Kollegen fällt sichtlich ein Stein vom Herzen.

Das nächste Wochenende nutzt der Kollege für einen Ausflug mit seiner Frau und seinem Hund. Über den Tegernsee – Achenpass – Insbruck – Brennerautobahn zur Raststätte Profunser. Die freundliche Agnes händigte unserem Kollegen seinen Geldbeutel, der auf dem Parkplatz gefunden wurde, aus. Yilmaz war froh, Taxischein, Führerschein, Lufthansa-Voucher und Kreditkartenbelege – alles hielt er wieder in Händen. Viel Lauferei und Geld gespart. Obwohl das Original der Voucher bei der Lufthansa liegen, hätte Yilmaz mit den fehlenden Kopien kein Geld ausbezahlt bekommen. Das wiedergefundene Geld wurde gleich in ein ausgiebiges Frühstück, einschließlich Käseplatte mit Bergkäse, angelegt.

Die Raststätte ist gemütlich im Tiroler Stil eingerichtet. Vom Parkplatz aus kann man in 2 Minuten auf die Europabrücke gehen. Yilmaz nutzte die Gelegenheit seinen Hund, „Efe“, Gassi zu führen. Der Kollege will auch auf diesem Weg dem freundlichen Team, besonders der Kellnerin Agnes, des Raststättenrestaurants für seine Ehrlichkeit zu danken.

Die Raststätte findet sich auf dem Weg nach Bozen direkt nach der Europabrücke:

Restaurant Thomas Profunser

Europabrücke Parkplatz 3

A-6141 Schönberg im Stubaital



Das Lokal ist von 7:00 bis 23:00 Uhr durchgehend geöffnet und kann auch von der Brennerautobahn in Fahrtrichtung Innsbruck angefahren werden.

Für Yilmaz steht ab heute fest, wo er bei einer weiteren Taxifahrt nach Tirol mit seinen Fahrgästen eine Rast einlegt.

Sonntag, 11. April 2010

Verloren - Taxifahrer gefunden

In meinem Taxi finde ich auf dem Boden einen BMW Auto Schlüssel. Ich habe schon viel in meinem Taxi gefunden. Bei Schlüsseln kann ich den Eigentümer nicht so leicht ermitteln. Ich stelle mir dann vor wie der Fahrgast vor seinem Auto steht und verzweifelt alle Jacken- und Hosentaschen durchwühlt. Besonders schlimm ist das wenn ein Schlüsselbund mit mehreren Schlüsseln verlorengeht.

Da stehe ich nun vor der Messe mit dem fremden Schlüssel in der Hand. Während der drei letzten Fahrten kann der Schlüssel verloren worden sein. Ein Einsteiger vor dem Bayerischen Hof, Fahrziel Schwabing, der Kunde hat eine Quittung. Dann zwei Aufhalter in Schwabing zum Flughafen, Flugziel Bremen, auch die haben eine Quittung. Das wäre das größte Unglück. Im Parkhaus am Bremer Flughafen, (das kenne ich zwar In- und Auswendig, nützt aber den Fahrgästen nichts), feststellen, dass man seinen Schlüssel wahrscheinlich in München verloren hat. Die dritte Fahrt, 22 Mitarbeiter einer Firma, die mit drei Bussen kreuz und quer im Münchener Osten unterwegs waren. Die Gäste stiegen immer in verschieden Kombinationen in die drei Taxibusse zu. Auftraggeber war ein befreundetes Taxiunternehmen. Die Kunden waren Stammkunden des Taxiunternehmens, sie würden mich ermitteln können. Bei den beiden ersten Fahrten habe ich eine Quittung ausgestellt, d.h. man kann mich finden und so behalte ich den Schlüssel. Ganz wohl ist mir bei solchen Sachen immer nicht.




Am nächsten Tag dann die Erlösung. Der erste Fahrgast hat bei der Taxi München eG angerufen und seinen Verlust gemeldet. Über Datenfunk wurde der Verlust bekanntgegeben. Jetzt hatte ich die Telefonnummer meines Gastes vom Vortag und konnte ihm den Schlüssel wieder aushändigen. Das wurde dann auch mit einem anständigen Trinkgeld belohnt. Beide waren wir froh über diese Lösung.

Samstag, 10. April 2010

Pleiten, Pech und Pannen



Da hat der Kollege Pech gehabt. Nach vier Stunden Wartezeit am Osterferienrückreisetag am Flughafen sind es nicht Fahrgäste, die ihn aus der Reihe holen. Wahrscheinlich ist der Anlasser defekt. Ausgerechnet am Samstag Mittag passiert die Malaise. Wer wird am Sonntag das Taxi reparieren? Das Wochenende und der Montag sind gelaufen. Es bleibt nur ein schwacher Trost. Zum Glück war die Panne nicht während der BAUMA.

Donnerstag, 8. April 2010

Mit Uhr zum Parken



Ich brauche eine neue Sicherung für den Zigarettenanzünder im Taxi. Die pfeift es alle zwei Monate raus. Ich glaube das liegt daran, dass ich da fleißig den Laptop zum Aufladen anstecke.

Auf dem Weg nach Ismaning will ich bei ATU am Frankfurter Ring gleich eine ganze Packung 15 A Flachbettsicherungen kaufen. Vor dem Laden steht dieses Schild. Bis ich ausgerechnet habe, ob ich da stehenbleiben darf, bin ich mit meinen Sicherungen schon wieder auf der Autobahn.

Montag, 5. April 2010

Nostalgie in hellelfenbein


-> Kims Taxi steht als Zweiter drei Autos in der Reihe vor mir. Ich kann es bei der Gelegenheit fotografieren. Der Anblick löst bei vielen Taxifahrern angenehme nostalgische Gefühle aus. Auch mein erstes eigenes Taxi war ein 123er Mercedes. In meinem Kommentar auf Kims Blog habe ich schon bedauert, dass ich hier keinen Ton einspielen kann. Zu der Augenweide müsst ihr euch jetzt noch das Klackern der Ventile des Saugdieselmotors vorstellen. Am liebsten will ich einsteigen und losfahren.

Kims Taxi hat einen 2 Liter Dieselmotor mit einer Laufleistung von 1.348.827 Kilometern. Taxikilometer! Der Motor hat nicht in einem Vertreterfahrzeug die Kilometer als Langstrecke über die Autobahn abgespult. Im harten Einsatz wurden die Kilometer erkämpft. Stadtverkehr, Kurzstrecken, Bordsteine, wechselnde Fahrer, dreimal anlassen bis man vorne an der Reihe ist, …. Das waren Motoren.

Sonntag, 4. April 2010

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin


und wir kommen vom Spreewald her. In einer Autobahnraststätte kaufen wir, Robert und ich, uns den Berliner Kurier. Ein Foto zeigt die Flagge mit dem Berliner Bären auf dem Rathaus. Die Flagge ist an den Rändern schon etwas ausgefranst und schmutzig. Laut dem Hausmeister des Berliner Rathauses ist die Ersatzflagge noch in der Reinigung.

Am zweiten Tag in Berlin treffen wir Klaus, der unsere Ankündigung zunächst für einen ->Aprilscherz hielt. -> Klaus hat uns seinen Kiez und die touristischen Höhepunkte gezeigt. Klaus erfährt wahrscheinlich erst jetzt, dass er uns auch Antworten auf die wirklich wichtigen Fragen im Leben gegeben hat. Wir wissen jetzt:

- wo es den besten Zitronenkuchen gibt

- wo die Bundeskanzlerin wohnt und wie der Taxistand (berlinerisch: Halte ) davor heißt.

- dass, wenn man in Berlin zum Ziel kommen will, man immer geradeaus fahren muss.

- der Hausmeister hat die Fahne aus der Reinigung geholt.


Die Frage aber, auf welcher Seite man sich am Landwehrkanal legen soll, bedarf noch einer ausführlichen philosophischen Betrachtung. Hingegen was ein Kiez ist, konnten wir bereits in Grundzügen erahnen.