Freitag, 13. August 2010

Weltmeisterschaften


Jawohl, ich bin Schütze! Lange habe ich mir es überlegt ob ich darüber im Blog schreiben soll. Aber jetzt war die Weltmeisterschaft direkt vor meiner Nase, und das darf nicht spurlos vorübergehen.
Seit Wochen waren in München die riesigen gelben Plakate aufgestellt. Direkt am Mittleren Ring und an den Autobahnauffahrten. Am Beginn der Meisterschaft konnten wir Taxifahrer schon die Schützen aus aller Herren Länder beobachten. Auffallend waren sie ja – bunte Trainingsjacken und Waffenkoffer in jeder Größenordnung. Ins Gespräch kam ich mit den Schützenkameraden die am Terminal, gleich neben unseren Taxiständen, die Teilnehmer erwarteten. Nach drei Sätzen fachgesimpel über Kaliber und Waffen war Sympathie auf beiden Seiten. Ich finde es äußerst anerkennenswert, wenn Schützen ihre Freizeit opfern, viele in ihrer Urlaubszeit, um die internationalen Gäste am Flughafen zu empfangen und zum Hotel oder zum Schiessstand bringen. Der Veranstalter war zwar ein anderer Sportverband als der in dem unser Verein Mitglied ist. Aber trotzdem; Schütze bleibt Schütze.
Selbstverständlich war ein Kollege und ich als eifriger Zuschauer bei den Wettbewerben und Siegerehrungen zwischen den Fahrten. Die Olympia – Schiessanlage liegt günstig zwischen der Stadt und dem Flughafen. So konnten wir ->öfters auf einen Sprung vorbeischauen.
Am Taxistand hab ich den Kollegen die Bilder auf meiner Digitalkamera gezeigt und von der Weltmeisterschaft geschwärmt. Etwas enttäuscht stellte ich fest, dass so ein Megaereignis an vielen spurlos vorübergegangen ist. Ist wohl nur ein Nischensport. Das hat aber auch seine Vorteile. Beim Essen oder Kaffeetrinken sitzt man mit dem spanischen Nationalteam am Tisch oder kann ein paar Worte mit dem russischen Nationaltrainer wechseln. Während der zwei Wochen habe ich unter den Taxifahrern kräftig Werbung für die WM gemacht – mit bescheidenem Erfolg. Am Montag Abend stehe ich in der ESSO an der Kassenschlange und ein Kollege spricht mich an.

„Morgen beginnt die Weltmeisterschaft.“

Ich freue mich schon einer der wenigen Interessierten.

„Nein,“ sage ich „morgen hört sie auf.“

„Nein, sie fängt an.“ Erwidert er

Er meint die Bowling – Weltmeisterschaft! Die beginnt tatsächlich am Dienstag. Für mich war das ein kleines Lehrstück, dass wohl jeder seine Hobbys hat – und so auch ein klein wenig seine Welt (-meisterschaft) sieht.

Montag, 9. August 2010

Parkplatz Taxistand


Gerade jetzt während der Sommerzeit sehen wir in München die außergewöhnlichsten Autos. Besonders vor den teueren Hotels in der Innenstadt können wir die edelsten Nobelkarossen bestaunen. Morgen beginnt der Ramadan und viele unserer arabischen Gäste kehren zurück in ihre Heimat. Ein Teil ihrer Autos bleibt in München und verschwinden in der Tiefgarage des Konsulats der Vereinigten Arabischen Emirate.
Was uns dann noch bleibt sind die „Nullnummern“ die unsere Taxistände vor den Hotels blockieren. Wenn dann die Fahrzeuge tagelang und in großer Anzahl wie vor dem Marriot in der Berliner Strasse stehen kommt es zu Missstimmung zwischen dem Hotelpersonal und uns Taxifahrern. Zudem dann die wartenden Taxis noch auf der Straße die zweite Reihe blockieren. Am Taxistand vor dem Renaissance Hotel konnten wir sogar eine ausgewiesene Nullnummer sehen.