Montag, 25. Oktober 2010

Uschl und Oschl

Flughafenfahrten sind immer gut. Sie bringen von der Stadt zum Hafen oder umgekehrt immer so um die 55,- bis 60,-€ Umsatz. Vorbestellungen sind besser. So spart man sich die Wartezeit am MUC, die sich in Einzelfällen auf über sechs Stunden ausdehnen können. Oder man hat Glück und erwischt einen Flughafenstich besetzt von der Stadt. Natürlich gibt es flughafenlastige Standplätze. Vor den großen Hotels ist die Chance auf eine Flughafenfahrt viel größer als in einem reinen Wohngebiet.
Noch besser ist es, wenn die Vorbestellungen dann auch noch so zusammenpassen, dass man besetzt raus und rein kommt. Dieses Glück hatte ich gestern. Eine Vorbestellung von einem Kollegen zum Hafen, dort stelle ich mich an, erwische eine Fahrt in die Stadt. Ich kann dann gleich zu meiner nächsten Adresse fahren. Die Gäste, diesmal meine eigenen, bringe ich zum Flughafen. Eine Stunde später landet die Maschine mit meinen Leuten zurück in die Stadt. Als Dreingabe, hat die Organisation noch eine Betreuerin mit der S-Bahn geschickt, die die Gäste empfängt. So spare ich mir auch das Warten mit Schildchen in der Hand vor dem Ausgang. Sonntags ist der Verkehr auch nicht so stark. Alles klappt wie am Schnürchen.
Heute am Montag, schnappe ich mir die erste besetzte Fahrt zum Flughafen. Montags ist der Ankunftstag am Flughafen. Ich muss vor 6 Uhr da sein. Dann kann ich mich gleich oben am Terminal anstellen und muss nicht am unwirtlichen AGIP warten. Oben am Terminal gibt es einen Kiosk, Toiletten, eine Bäckerei. Wir können uns bei dem kalten Wetter im Flughafengebäude aufwärmen.
Der Ansturm der Fluggäste auf die Taxis beginnt um ca. 7.30 Uhr. Der Verkehr auf der A9 in die Stadt ist heute, wie jeden Montagmorgen, dicht. Die sonst so willkommene Fahrt in die Stadt ist jetzt für die Flughafenfahrer nicht so lukrativ. Es kostet zuviel Zeit bis man sich wieder zum zweiten Stich anstellen kann. Der sonst nicht so gerne gesehenen Fahrten in die nähere Umgebung werden interessant. Man kann sich gleich wieder einreihen und spart sich eine Menge Taxis die sonst vor einem stehen würden.
Man gewinnt bis zu vier Reihen, sagen die Flughafenprofis. Meine südafrikanischen Fahrgäste wollen nach Unterschleißheim, von den Flughafenfahrern nur Uschl genannt. Oberschleißheim heißt entsprechend Oschl. So entkomme ich auch dem Verkehr und kann mich zu meinem zweiten Stich anstellen. Die Fahrt bringt 32,-€. Das ist weniger als eine Fahrt in die Stadt. Aber die Profis meinen es würde sich lohnen, wenn der Flughafen rennt.

Der Flughafen rennt, damit meint der Taxler; es kommen viele Fahrgäste. Weitere Fachausdrücke, mit denen der Geschäftsgang am Flughafen beschrieben wird, sind:
Der Hafen ist tot = es geht überhaupt nichts, man brennt bis zu sechs Stunden
Der Hafen zieht = etwas besser als normal
Der Hafen rennt = noch etwas besser, viele Fahrgäste
Der Hafen brummt = das Optimum, beste Geschäftslage
Jetzt können auch Nicht – Taxifahrer (Es soll welche geben ;-) ) mit der Aussage:
“Wenn der Hafen rennt, bist mit am Uschlstich gut dran!“ etwas anfangen.

Dienstag, 19. Oktober 2010

Frankello im Hasenbergl

Meine kleine Tochter bringt drei Ermäßigungskarten für den Zirkus aus der Schule mit nach Hause. Im Hasenbergl, gleich bei uns um die Ecke, gastiert der Zirkus Frankello. Ich gönne mir seit sechs Wochen endlich ein freies Wochenende. Entsprechend voll ist dann auch mein Samstagsprogramm. In der Früh ins Lehrrevier, dann ins Schießkino (Dazu der vorherige Post), dann nach Grub bei Poing, dort gibt’s für uns Prewaidmänner das sich zur Tradition entwickelnde Jägerschnitzel, ab nach Hause in die Wanne, ein wirklich heißes aber zu kurzes entspannendes Vollbad. Die Kleine schreit mir aus der Küche die aktuelle Uhrzeit ins Badezimmer, auf das wir ja nicht den Zirkus verpassen.
Dann fahren wir in freudiger Erwartung rüber vom Harthof ins Hasenbergl. Von hinten aus dem Taxi bekomme ich immer zeitnah die Meldung über gesichtete Zirkusplakate.
“Dort bei der Bushaltestelle … Dort am Laternenpfahl … Dort am Gartenzaun“
Vor der Zirkuskasse müssen wir noch etwas warten. Robert stößt zu uns, wir lösen die ermäßigten Karten, kaufen eine Tüte Popcorn und setzten uns auf die zugewiesenen Plätze.

Unter dem Zeltdach hängt, angestrahlt von einem Scheinwerfer, einsam ein Saxophon. Die Musik unter der Leitung des Trompeters und Sohns des Zirkusdirektors beginnt zu spielen. Der Vorhang öffnet sich und ein Clown stolpert in die Manege. Er begrüßt die Zuschauer. Die Beleuchtung ändert sich. Die Manege ist jetzt in diffuses, buntes Licht getaucht. Das Saxophon wird herabgelassen. Der Clown schnappt sich das Instrument. Eine Nebelmaschine erzeugt Rauch. Spot auf den Clown, der jetzt saxophonspielend, betont lässig, über die Brüstung der Manegeneinfassung schlendert. Plötzlich teilt sich der Vorhang unter der Musikempore und vier stattliche, mit Federn geschmückte, Pferde traben in das Zirkusrund. Von den Zuschauern hört man leise Ahs und Ohs. Mich beeindruckt dieser Epilog, ein gelungener Beginn.
Eine der ersten Nummern ist das Vertikalseil. Eine Artistin vollführt Kunststücke an dem Seil. Jetzt tritt zum ersten Mal Benito auf. Wir erkennen ihn, er war es, der vorher an der Zirkuskasse saß. Benito bringt das Seil zum rotieren.
Zwei Nummern später; die Spanischen Tücher. Benito hängt die doppelten Stoffbahnen an einen Haken inmitten der Manege. In der Mitte der Tücher hängt er. Der Seilzug hebt die Tücher an. Benito beginnt zu laufen. Er hebt ab. Die Enden der Stoffbahnen flattern über seine Schultern. Wie ein Engel dreht er immer höher steigend seine Runden.
Die letzte Nummer vor der Pause, Thema Orient, drei Familienmitglieder, wahrscheinlich die Töchter zeigen einen Bauchtanz. Wer betritt von hinten feuerspeiend die Szenerie? Benito! Eine der Grazien setzt sich in eine Kugel. Benito sticht acht scharfe Säbel durch die besetzte Kugel. Zieht sie theatralisch wieder heraus, öffnet die Kuppel und die junge Dame steigt unversehrt aus ihrer Umhüllung. Zum Abschluss der Morgenlandschau steigt Benito barfuss über eine Leiter aus Säbeln, deren Griffe er mit dem Feuerstrahl aus seinem Mund in Brand gesteckt hat.
In der zweiten Hälfte erleben wir Benito noch mal mit Kunststücken an einem Seil unter der Zirkuskuppel schaukelnd. Eine der Artistinnen erkennen wir als Popcornverkäuferin wieder.
Es ist ein klassischer Wanderzirkus, der typischerweise betrieben von der Artistengroßfamilie, seit fast 200 Jahren besteht. Uns hat es allen gefallen. Eine willkommene Abwechslung unter den Dinner – Live – Shows, Varietés und Entertainmentgroups die ich während der letzten Jahre gesehen habe.
Wenn man die Freude als Maßstab nimmt, kann ->Frankello ganz oben mithalten. Ich habe mich immer gefragt wie heute, bei all dem Unterhaltungsangebot, ein Wanderzirkus bestehen kann. Ich glaube es ist die Zirkusluft, die Familie, die Atmosphäre, die Freude die in den Zuschauerrängen um einen herum entsteht, die diese Form der Unterhaltung vor dem Aussterben bewahrt – hoffentlich.

Süddeutsche

Sie ist tatsächlich erschienen, eine Reportage mit mir über die Münchener Taxifahrer während des Oktoberfestes. Eine halbe Seite in der Süddeutschen am Freitag, den 1.Oktober. Der Redakteur Tobias Dorfner begleitete mich eine halbe Nacht im Taxi und unterhielt sich mit den Fahrgästen. Der Artikel liegt schwarz auf weiß vor mich und mich freut, dass wir Taxifahrer gut dabei wegkommen.
Der Zeitungsartikel ist etwas anders als in der online Ausgabe, deswegen und um meiner Eitelkeit zu frönen, hier der Artikel von Tobias Dorfner in der SZ vom 01.10.2010:


Rausch und rein
Sind sie zu beneiden, die Wiesn-Taxifahrer? Na ja, es geht so – eine lange Fahrt mit Reinhold Siegel durch die Münchener Nacht

Es gab eine Zeit, da war der Taxifahrer Reinhold Siegel fast jeden Tag auf dem Oktoberfest. Damals, Mitte der neunziger Jahre, hat er zwölf von 16 Wiesntagen mitgenommen. Und heute? „Landhausfasching“ sagt er. Betrunkene. Amerikanische Rentnerinnen, die es gar nicht erwarten konnten, aus dem Auto zu kommen, dabei fallen, mit einer Platzwunde auf dem Boden liegen, obwohl Siegel doch die Ausstiegshilfe holen wollte. Und dann ist wieder er, der Taxifahrer, schuld. „Die Wiesngäste im Taxi haben mir das Oktoberfest verleidet.“
Mit ihnen geht es nicht. Aber ohne sie erst recht nicht. Das Geschäft der Taxifahrer boomt in München in diesen Tagen. Die 3400 Taxis, die in der Landeshauptstadt fahren dürfen sind vermutlich alle unterwegs. Doppelschicht. Und doch: Wer am Rand der Sperrzone eines der begehrten Autos ergattert hat, hat Glück gehabt.
Reinhold Siegel fährt seit mehr als 20 Jahren Taxi. Seine Verbindungen zur Außenwelt sind ein UKW-Funkgerät, ein Handy und ein silberner Kasten. Es ist Dienstagabend, und Siegel lässt den Friedensengel hinter sich, überquert die Luitpoldbrücke und fährt die Prinzregentenstrasse herunter. Um ihn herum ändert die Stadt langsam ihren Aggregatszustand. Aus der Arbeitsstadt wird die Feiermetropole. Wer noch kurz zuvor Finanztransaktionen kontrolliert, Häuser gereinigt oder Autos verkauft hat, schunkelt nun zu „Sierra Madre“ im Festzelt.
18.21 Uhr. Der silberne Kasten piept. Siegel nimmt den Auftrag an, dreht das Auto am Haus der Kunst und fährt zurück. Isar, Friedensengel, hinein ins beste Bogenhausen, wo Stiftungen ihren Sitz haben, Private-Equity-Firmen, Anwaltskanzleien. Sieben Menschen steigen ein, in voller Festmontur. Sie arbeiten bei einer dieser Finanzfirmen. Im Hippodrom warten auf sie 100 weitere Kollegen. Eigens für den Abend sind Mitarbeiter aus London eingeflogen. Ein Geschäftstermin? „Arbeit, Schrägstrich, Oktoberfest“, sagt ein Engländer und lacht. In der Mitte lehnt sich eine sehr blonde Dame nach vorne, sie hat den Ausflug organisiert und zuvor an die Kollegen die Texte der wichtigsten Wiesnhits geschickt. 14,70 Euro kostet die Fahrt. Die Finanzleute zahlen 16 Euro.
18.57 Uhr. Schwanthaler Strasse – Volkartstrasse. Ute du Erich Forster haben sich nach Feierabend auf der Wiesn getroffen und beim Schichtl ein Hendl gegessen. Jetzt wollen sie nach Hause – mit dem Taxi. Vor der U-Bahn haben sie eine Traube von Menschen gesehen, erzählt Ute Forster. Das sei eine Zumutung. Dann doch lieber Taxi. „Kostet auch nicht viel mehr als eine Maß auf der Wiesn.“ Draußen ist es längst dunkel. Siebenmal waren sie bereits in diesem Jahr auf der Wiesn, erzählt Frau Forster. Besuch aus England. Nicht weit von der Volkartstrasse, dem Ziel des Ehepaars, hat Siegel vor mehr als 20 Jahren ein Schild gesehen, das sein Leben verändern sollte: Taxifahrer gesucht. Der Landschaftsgärtner rief und heuerte an, ein Jahr später, mit 22, hatte er sein erstes eigenes Taxi, Mercedes 123, Baujahr 1979, für 7000 Mark. Am Ende hatte der 650 000 Kilometer drauf. Unkaputtbar, sagt Siegel.
19.48 Uhr. Am Hauptbahnhof stehen Taxis in vier Reihen. Reinhold Siegel wird ein – und gleich wieder ausgewunken. Er fährt das einzige Großraumtaxi und jetzt steht da eine Gruppe Manager aus Mannheim, die nach Grasbrunn wollen, 31 Kilometer entfernt. Sie sind wegen einer Präsentation hier, es geht um Leittechnik. Die Manager interessieren sich eher am Rande für die Wiesn und ihre vielfältigen Abenteuer, sondern mehr für das Navigationsgerät des Taxis.
21.27 Uhr. Schwanthalerstrasse – Leuchtenbergring. Zwei zusätzliche Taxistreifen hat die Stadt am Oktoberfest-Eingang eingerichtet, einen aber wieder kassiert. So was sorgt für Ärger in der Szene. Jetzt steht eine Polizistin am Straßenrand und passt auf, dass dort auch kein Taxi hält. Siegel wird rechts überholt. Ein anderer Fahrer drängelt sich vor ihm in die Schlange, aber das bringt bei diesem Andrang höchstens 20 Sekunden.
Ein junger Mann aus Hannover steigt ein. Solarbranche. Er hat den Abend auf dem Oktoberfest ausklingen lassen, aber leider keine Begleitung gefunden. Immerhin – vom Bierpreis sei er „positiv überrascht“. In Augsburg habe er mal 12 Euro für die Maß gezahlt. Allerdings war da noch Likör drin.
22.24 Uhr. Schwabing. Es ist kurz vor halb elf, als Siegel die Esso-Tankstelle in der Ungererstrasse ansteuert – und sofort steht ein Lächeln in seinem Gesicht. „Ah, der Joghurt-Heinz ist auch da.“ Siegel erkennt das Auto des Kollegen sofort. Hier trifft sich eine eingeschworene Taxi-Clique. Der Joghurt-Heinz sitzt auf einem Barhocker, vor sich hat er einen leeren Obstgarten stehen und ein Früchtemüsli. Jetzt knabbert er an einem Brötchen und trinkt Milch aus dem Tetra – Pack. „Ich bin ein Freund von Milchspeisen“, sagt der Joghurt-Heinz. Er ist 71, Rentner, und müsste nicht mehr Taxifahren. Dennoch steigt er Nacht für Nacht ins Auto. „Ich bin Junggeselle“, sagt er – und holt sich noch einen Obstgarten.
23.16 Uhr, Hauptbahnhof – Lothstraße. „Andere Leute gehen in die Kneipe, ich geh´ Taxifahren“, sagt ein Fahrer zu Siegel, der sich inzwischen wieder in die Schlange am Hauptbahnhof eingereiht hat. Der letzte Fahrgast bewegt sich auf das Auto zu. Mohraf, 25, war in Augsburg, seinem Vater das Auto zurückbringen. Jetzt sitzt der Lehramtsstudent auf der Rückbank des Taxis. „Sie waren doch in dieser Reportage auf VOX zu sehen“, sagt er zum Fahrer. Siegel, dekoriert mit Schnauzbart, Trachtenjacke und einer barocken Statur, nickt und lacht. „Hab´ Sie sofort erkannt, Sie haben eben ein Charaktergesicht“, sagt der Fahrgast.
Wiesnbesucher taumeln durch die Straßen, in der Bayerstraße versperrt ein Krankenwagen die Fahrbahn, Blaulicht blinkt. Trunkene in Trachtenhemden und Lederhosen und Trachtenhemden torkeln über die Gehwege. An einer Fußgängerampel hält ein Polizist einen jungen Mann davon ab, bei Rot über die Straße zu gehen.
Es ist Wiesn in München, und die Nacht birgt so manche Überraschung.




Soweit der Artikel von Tobias Dorfner. Joghurt-Heinz ist schon letztes Jahr als Entwickler des Schramm – Motors in diesem Blog ->aufgetaucht.

Montag, 18. Oktober 2010

Zwei Opfer



In der Jagdschule sind wir eine große Gruppe. Über 20 Jagdschüler. Auf dem Programm für Samstag steht Laserschießen. Wenn Jeder ausreichend Gelegenheit haben soll seine ersten Versuche mit Büchse und Flinte virtuell abzulegen, ist es besser wir teilen uns in zwei Gruppen. Eine Hälfte geht das erste Mal ins Lehrrevier, die andere ins im Unterrichtsraum aufgebaute Schießkino.
Robert und ich schließen sich der Gruppe an, die zuerst ins Revier geht. Der Jäger hat die Jagdhütte eingeheizt. Wir sitzen in dem gemütlichen Holzhäuschen. Eine Gaslampe spendet uns Licht, im Ofen knistert Holz. Im Kreis erzählt uns der Jäger was sich jagdlich im Oktober abspielt. Die Hirschbrunft ist vorbei. Die haben wir im September im Wildpark erlebt. Die Rehe „gehen zu“ (Schonzeit für Rehböcke beginnt am 15.10.) , die Damwildbrunft beginnt jetzt. Unser Kurs geht über ein ganzes Jahr. Wenn wir uns im Jahreslauf aktuell über die Brunft-, Ranz-, und Schonzeiten unterhalten, können wir uns in der Prüfung leichter an die Daten erinnern. Wir starten zu einem kleinen Rundgang und beginnen mit den Vorräten für das Wild, das hinter der Jagdhütte lagert. In einer Mosterei bleiben beim Pressen der Äpfel die festen Pressrückstände übrig. Die Jäger holen den Apfeltrester und verfüttern ihn während des Winters an das Wild. Neben dem Apfeltrester lagern in weiteren blauen Tonnen Kraftfutter und getrocknete Maiskörner hinter der Jagdhütte. Frisches Grünfutter kann das Wild von den angelegten Wildäckern äsen. Auf den Wildäckern, in Schneisen im Wald haben die Jäger Rüben, Klee, Topinambur … angebaut.
Auf dem Rückweg nahe der Strasse entdecken wir noch zwei tote Meerschweinchen, die wohl jemand aus dem Auto geworfen hat.

Die Gruppen werden getauscht und wir betreten den abgedunkelten Unterrichtsraum. Das Schießkino. Mein erstes Schießkino habe ich heuer bei unserem Besuch in Nürnberg, bei dem Waffenhändler und Jäger ->Siegfried Stark, gesehen. Heute kann ich es als Schütze ausprobieren. Bei den Schießen mit den Langwaffen habe ich Sorgen. Ich bin Rechtshänder, mein führendes Auge ist das linke Auge. Nehme ich die Waffe wie ein Rechtshänder, der ich ja bin in die Hand, habe ich Probleme beim Blick in das Zielfernrohr, Über Kimme und Korn oder die Schiene. Nehme ich die Waffe als Linkshänder in die Hand, komme ich mit den Zieleinrichtungen besser zurecht, die Handhabung ist dann aber für mich gewöhnungsbedürftig. Heute will ich herausfinden wie ich damit umgehe. Ich entschließe mich für die zweite Alternative. Langwaffe linke Hand, Kurzwaffe, wie in den letzten Jahren von mir praktiziert, rechte Hand. Bei der Kurzwaffe kann ich mit beiden Augen zielen.
Das Laserschießen funktioniert ähnlich wie bei einem Computerspiel. Die Szenen sind original während einer Jagd oder eines Ansitzes aufgenommen. Es ist ein beeindruckendes Bild wenn in der Nähe eine Rotte Schwarzwild aus dem Gehölz bricht und über die Strasse wechselt. Hier heißt es schnell sein und exakt die richtige Sekunde für einen sicheren Schuss finden.
Die Entenjagd wird mit Wurfscheiben simuliert. Im sportlichen Schießen Skeet oder Trap genannt. Das Schießkino bietet uns Zeichentricksequenzen eines Trapschießens, obwohl es nur eine Simulation der Simulation ist, können wir die erste Handhabung einer Flinte üben. Wir folgen dem Ziel, in unserem Fall der gezeichneten Wurfscheibe auf der Leinwand, erahnen die Flugbahn, überholen das Ziel und drücken ab. Die virtuelle Schrotgarbe lässt die Tonscheibe zerspringen. Wie in den bekannten Computerspielen werden die Treffer addiert und angezeigt. Ein wirklich unterhaltsamer Ausbildungstag.

Freitag, 15. Oktober 2010

Brautstrauß von rechts

Schon lange stand ich nicht mehr am Ainmillerstand. Aber heute, die letzte Tour endete am Marriott, Berliner Strasse, kann der Versuchung auf der Leopoldstrasse nicht widerstehen und baue mich am Ainmiller auf.
Es dauert eine Tagesabrechnung und eine Zigarette auf dem Bürgersteig dann bimmelt das Datenfunkgerät. Pension am Siegestor, Akademiestrasse 5, 5 Personen ohne Gepäck, Vorbestellung für 10.10 Uhr. Vorbestellungen für Taxibusse werden frühzeitig vergeben. Punkt 10 Uhr finde ich einen Parkplatz direkt vor der Pension. Ich schaue mir noch in meinem Jagdlehrbuch eine Zeichnung von je einen Feldhasen- und Kaninchenschädel an. Den Unterschied erkennt man an den im Verhältnis kleineren Gaumendeckel des Wildkaninchens. Ein Kopf der ersten Dame meiner Fahrgastgruppe erscheint in der Tür der Pension. Sie erklärt mir, dass sie Bescheid sagen wird. Nach und nach erscheinen meine Fahrgäste. Schick gekleidet. Blumensträuße und Geschenk in den Händen – offensichtlich eine Hochzeitsgesellschaft. Ich ahne schon das Fahrziel. In die Mandlstrasse zum Standesamt. Nicht so toll. Das Standesamt ist ziemlich Nahe im gleichen Stadtteil Schwabing und die Fahrgäste lassen auf sich warten, jede möchte sich noch besonders verschönern. Wir sind vollzählig, ich steige ein, drehe mich um und rate:
In die Mandlstrasse zum Standesamt ?!
Meine Gäste nicken bestätigend. Nach drei Minuten vor dem Standesamt schauen sich meine Fahrgäste fragend an, sie kennen niemanden der anderen Hochzeitsgäste die zahlreich um das Gebäude stehen. „Wer ist das?“ „Ist das unsere Familie?“ „Kennst du den?“ Ich muss sie enttäuschen, das Standesamt ist heute nicht nur für ihre Hochzeit reserviert. Das geht hier am laufenden Band.

Mitten auf der Strasse vor dem Taxi tummelt sich eine Gruppe junger Mädchen. Sie drängeln sich um eine Stelle. Jetzt kann ich die Braut erkennen. Sie steht zwischen den Säulen unter de Vordach des Standesamtes. Die Braut dreht sich mit den Rücken zu den Brautjungfern. Jetzt muss ich schnell sein und meinen Fotoapparat aus dem Seitenfach nehmen und auf Serienaufnahme schalten. Die Braut schmeißt ihren Brautstrauß in hohem Bogen über ihren Rücken. Die Mädchen springen und recken die Arme. Der Strauß kommt schon geflogen. (Im ersten Bild in der Ecke oben rechts) Mein Apparat klickt drauflos. Die glückliche ? Dame vorne in der schwarzen Bluse fängt das Buket. Sie wird wohl die nächste Braut sein. Ob der Papa ebenso glücklich ist, weiß ich nicht. Aber ich sehe nur lachende Gesichter im Umkreis. Noch!

Ich zumindest halte für so ein Schauspiel gerne an.

Donnerstag, 14. Oktober 2010

OST_WEST


Das geht ja wieder gut los. Nach meiner frühen Schülerfahrt heute Morgen stelle ich mich zur Tagesbesprechung an den Bahnhof Nord. Auf dem Weg ignoriere ich alle leeren Taxistandplätze und Raumangebote im Datenfunk. Der Bahnhof Nord ist eines meiner Rituale die eingehalten werden müssen. Wenn Umsatz kommen soll, dann kommt er, wenn nicht dann nicht. Die Praxis gibt mir wieder recht.
Am Bahnhof angekommen, der Motor ist noch nicht abgestellt, kommt schon der Hotelpage vom Eden Wolf Hotel gegenüber auf mich zu. Er braucht ein Taxi für sechs Personen. Ich nehme ihn gleich mit auf die andere Straßenseite vor das Hotel. Schon nach einer Minute kommt eine Französin. Sie ist alleine, die weiteren fünf Gäste sollen wir im Central Four Points Hotel in der Schwanthaler Strasse abholen und dann gemeinsam nach Germering fahren. Nach fünf Minuten stehen wir vor dem Hotel in der Schwanthaler Strasse. Sie ist überrascht, dass wir schon da sind. Der Portier hätte ihr gesagt sie würde für die Strecke 15 Minuten brauchen. Jetzt hat sie auf ihr Frühstück verzichtet um pünktlich bei ihren Kollegen zu sein.
Ihr erster Kollege kommt aus dem Hotel und zündet sich eine Zigarette an. Ich kann ihm eine Marlboro aus der Schweiz mit Goldrand im Filter anbieten. Er ist etwas sauer, sie hätten kein Frühstück nehmen können, weil ihre Kollegin aus Frankreich schon von unterwegs angerufen hat und jetzt bereits im Taxi für der Tür steht. Wenn der Portier im ersten Hotel nur wüsste was er mit seiner falschen Einschätzung angerichtet hat. Sechs hungrige Geschäftsleute auf einem Businesstermin.
Ich bin zufrieden, schließlich habe ich eine Fahrt nach Germering, westlich von München. Mit der Wartezeit vor dem zweiten Hotel bringt mir das 40,- €. Ich will die Serie nicht abreißen lassen und wage noch mal das gleiche Spiel. Wie taub fahre ich durch die ganze Stadt wieder in das Zentrum zum Bahnhof Nord. Diesmal muss ich warten bis ich vorne bin. Kann aber die Zeit für mein geliebtes Gesprächsritual nutzten. Vorne als Erster, Mann mit Anzug, Trenchcoat, Aktentasche.
„Nehmen Sie Kreditkarte?“
„Ja, American Express, Master Card …“ bete ich herunter
„Zu den Medientagen bitte“
Die Münchener Medientage sind jedes Jahr im Oktober im ICM auf dem neuen Messegelände in Riem. Also mache ich mich auf dem Weg. Diesmal ostwärts nach Riem.
Vor dem ICM stehen die hellelfenbeinweißen Taxis aufgereiht am Standplatz, rechts daneben stehen schwarze Limousinen ebenfalls aufgereiht. Die beiden Reihen stehen sich gegenüber, jeder Fahrer beäugt jeweils die von der anderen Reihe. Bis jetzt habe ich dort drüben noch kein bekanntes Gesicht gesehen, wohl aber in meiner Taxireihe. Trotz der Ost – West Trennung der Fahrerlager kann ich eine Gemeinsamkeit entdecken. Bei den Taxifahrern hat sich im Laufe der Jahre ein Handzeichen durchgesetzt um den Kollegen im Strassenverkehr anzuzeigen, dass man einen Flughafenstich ergattert hat. Dabei wird die flache, geöffnete Hand mit dem Handrücken nach oben vom Körper weg im 45 Grad Winkel nach oben bewegt. Damit wird ein abhebendes Flugzeug imitiert.
Bei den Chauffeuren gegenüber habe ich beobachtet gibt es auch ein Zeichen, dass das Gleiche ausdrücken will. Allerdings brauchen die dazu beide Arme. Die Oberarme werden an den Körper angelegt, die Unterarme gespreizt. Die Handflächen wedeln dann wie die Flügelschläge eines Vogels. Sie imitieren eine Ente. (Auf was man nicht alles schaut wenn man am Taxistand wartet! )
Ich freue mich das mein Bahnhof Nord Spiel auch heute wieder aufzugehen scheint.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Sch... scharf


Wir haben eine Gruppe von zwölf Engländern am Flughafen abzuholen. Christians Gruppe kommt mit der Lufthansa und mein Teil der Gruppe kommt mit der British Airways aus London. Die Briten haben einen Termin bei Infinion. Ein weiteres Dax – Unternehmen mit Hauptsitz in München. Die Lufthansa Passagiere kommen wenige Minuten früher am Terminal 1 an als meine Air Berlin Passagiere am Terminal 2. Infinion sitzt seit fünf Jahren in Neubiberg vor dem südöstlichen Stadtrand Münchens. Die Ansammlung der zweistöckigen, flachen, von einem künstlichen See umrahmten Bürogebäude hat einen eigenen Namen – Campeon.
Ich brause auf der A9 einwärts und rufe Höhe Garching ->Christian an, wo er denn sei. Er meldet sich von der Allianz – Arena. Höchstens zwei Minuten vor mir. Ich versuche ihn einzuholen, habe aber keine Chance. Auf dem Campeon Gelände fahre ich meine Gäste langsam über die Vorfahrt zum Welcome Desk am Haupteingang. Meine Leute steigen aus, von ihren Landsmännern und dem vorausfahrenden Taxi keine Spur. Gerade jetzt läutet das Telefon, sie sind durch die Tiefgarage gefahren und direkt unter uns.
Christian lädt mich zu einer Currywurst bei seiner Lieblingscurrywurstbuzze ein. Das Curry 73. Die Zahl im Namen kommt wohl von der Hausnummer der Adresse. Der Stand ist in einem ehemaligen Pförtnerhaus eines Gewerbegebietes in der Balanstrasse 73. Das Drehkreuz und die typische ovale Sprechöffnung in der Glasscheibe sind immer noch zu sehen. Die Auswahl ist vielfältig. Es gibt Rinds-, Schweins-, rote- oder weiße Wurst und auch in Kombinationen. Wir nehmen die rote Rindsbratwurst. Die nächste Wahl betrifft das Gewürz. Es gibt drei verschiedene Curries:
harmlos (das nehme ich)
bisschen scharf (das nimmt keiner von uns Beiden)
Scheiße scharf (sic!) (das nimmt Christian)
EXTRA Scheiße scharf (das nimmt Christian nicht mehr, Tarek nimmt es)
Zur Speisung setzen wir uns im schönsten Herbstwetter auf die Bänke, die davor aufgestellt sind. Stromberg, das steht auch noch auf dem Aufkleber, soll der Koch unserer Fußball-Nationalmannschaft sein. Mit ->Tarek mache ich die Rückfahrt, er war der mutige Scharfesser. Vor dem Campeon erwarten wir die Kunden, Tarek glaubt er kriege einen Ausschlag von dem scharfen Gewürz. Ich kann ihn beruhigen und mit einem Kaugummi aushelfen.

Montag, 11. Oktober 2010

Den Seinen ...

… gibt’s der Herr im Schlaf. Ich habe für einen Kollegen eine Schülerfahrt übernommen. Der Stammfahrer ist im Urlaub und er braucht dringend Ersatz. Für eine Woche kann ich gerne aushelfen. Die Fahrt beginnt in Höhenkirchen, im Südosten von München, ich wohne im Norden. Ich muss um 6.45 Uhr beim ersten Schüler sein. Wegen der weiten Anfahrt muss ich diese Woche jeden Tag um 5.15 aufstehen. Tagfahrerlos!
Heute war der erste Tag, acht Kinder, acht Adressen. Bei der letzten Adresse muss ich spätestens um7.30 Uhr sein, weil die Mutter in die Arbeit muss und mir das Kind nicht übergeben kann. Obwohl ich gestern Abend noch die Adressen in das Navi eingegeben habe, ( Ich muss dann nur noch „Letzte Ziele“ aufrufen und spare mir dabei das Tippen) komme ich morgens ganz schön ins Schwitzen. Die Eltern rufe ich während der Fahrt vor meinem Eintreffen an, damit sie die Kinder zurechtmachen können. Ich habe zwei Minuten vorher angerufen, das war eindeutig zu kurzfristig. Ich habe mit den Eltern abgesprochen, dass ich ab morgen schon zehn Minuten früher anrufe. Obwohl ich durch mein kurzfristiges Bescheid sagen lange vor den einzelnen Adressen warten muss, schaffe ich es rechtzeitig alle Schüler in die Schule zu bringen. Nach der Tour hat mich der Auftraggeber angerufen und gelobt; diese Tour, beim ersten Mal ohne Reklamation, hat er noch nicht vergeben. Jetzt schalte ich meinen Eigenlob-Modus wieder aus. Morgen kenne ich schon die Adressen und die Schüler – da wird es noch besser klappen.
Nach der Schülerfahrt gönnte ich mir ein Frühstück bei uns in der Genossenschaft. Damit habe ich die Zeit überbrückt bis die Vorstände kamen. Da konnte ich mich noch einmal wichtig machen und ein paar Worte quatschen.
Die erste Fahrt vom Taxistand soll heute vom Bahnhof Nord losgehen. Ich erwische eine dreiköpfige Familie aus den USA. Sie wollen mit dem Zug zum Flughafen Memmingen, haben aber ihre Pässe im Mariott Hotel vergessen. Mit dem Zug hätten sie ihren Abflug in Memmingen nicht geschafft. Sie blieben gleich im Taxi und fuhren gleich mit mir zum Allgäu – Airport nach Memmingen. Die Familie lebt in England. Der Vater entdeckt mein Jagd-Lehrbuch auf der Ablage, fragt und blättert es interessiert durch. Wir unterhalten uns über die abgebildeten Wildtiere. Es stellt sich heraus, er ist Biologie – Lehrer. Jetzt kenne ich die Namen unserer wichtigsten Wildtiere auch auf Englisch. Bei den Pflanzen konnten wir Insider uns mit den botanischen Namen behelfen.
Edgar Essig, mein Imbissstandbesitzer in Memmingen hat mir schon in einem Kommentar zu meinem -> letzten Post über den Flughafen Memmingen geoffenbart, dass er seinen Imbiss schließen musste. Traurig fahre ich an dem Imbissstand vorbei. Gerne hätte ich jetzt eine Currywurst mit der außergewöhnlichen Sauce.
Auf dem Rückweg werde ich müde und mache auf einem Autobahnparkplatz Nähe dem Ammersee Rast. Ich drehe die Lehne des Fahrersitzes zurück und nicke ein. Ich schrecke auf. Zwei junge Frauen klopfen an mein Fahrerfenster. Die Eine der beiden Freundinnen wollte ihre Mitfahrerin zum Flughafen München bringen. Ihr Flug geht um 16.50 Uhr nach Berlin/Schönefeld. Ihr Auto ist defekt , der ADAC ist bereits verständigt. Jetzt konnten sie aber nicht mehr länger warten und haben beschlossen den Taxifahrer in dem VW – Bus aufzuwecken der selenruhig im Fahrersitz schnarcht. Ich schaue auf die Uhr, 15.45 Uhr. Sofort den Koffer in den Kofferraum und hart an der Geschwindigkeitsgrenze zum Flughafen. Unterwegs rufe ich die Flugauskunft an und erkundige mich nach dem Abflug der Germanwings nach Berlin. Terminal 1, Modul D, bekomme ich zur antwort. Meine Fahrgästin rutscht schon unruhig auf dem Beifahrersitz. Terminal 1 hat sie sich gemerkt. Wir schauen auf die Uhr und auf die Restkilometer des Navigationsgerätes. Als wir auf das Flughafengelände fahren heftet sich ihr Blick auf die Leittafeln. Ausgerechnet jetzt ist die Zufahrt zum Terminal 1 gesperrt. Ich muss über das Terminal 2 anfahren – trotzdem kommen wir eine halbe Stunde vor Abflug an.

Das war ein Tag nach meinem Geschmack. Gleich am Morgen ein dickes Lob, geplaudert am Taxistand und in der Genossenschaft, schönes Frühstück, einen jagdlich interessierten Biologielehrer 1,5 Stunden als Beifahrer, ein Nickerchen auf dem Autobahnparkplatz und über 250,- € Umsatz mit drei Touren.

Sonntag, 10. Oktober 2010

Wo laufen sie denn?

Dieses Wochenende geht’s mit dem Teufel zu. Gestern die Anti-Atomkraft-Demo, heute der City-Marathon. Die ersten Fahrgäste sechs amerikanische Touristen, gestern waren sie zu Fuß durch -> Salzburg gegangen, wollten vom Renaissance zum Hard-Rock-Cafe. Mit meiner geplanten Tour schön über die Leopold-, Ludwig- Altstadtring zur Stadtmitte war dann bei der Herzogstrasse Schluss. Umdrehen, bis zum Mittleren Ring. Isarparallele bis zur Maximilianstrasse – so komme ich zum Hard-Rock-Cafe. Der Taxistand Hofbräuhaus ist leer, ich kann mich als Erster aufstellen. Es dauert nicht lang eine Familie will japanisch Essen. Das auserkorene Restaurant ist in der Baaderstrasse. Keine große Aktion. Raus zum Tal, über das Isartor rechts in die Baader. Jetzt kommt das dicke ABER! Das Tal ist gesperrt, wir drehen um Maximilianstrasse auswärts, wir sehen eine Chance am rechtsseitigen Isarufer Richtung Süden zu kommen. Unterwegs fällt dem Familienvater ein; in der Wörthstrasse gibt es einen Japaner. Auch Fehlanzeige, der vermeintliche Japaner entpuppt sich als indisches Lokal. Wir nehmen unseren ursprünglichen Plan wieder auf und wollen in die Baaderstrasse. Vom Pariser Platz kann ich schon die inzwischen verhassten Gesperrt – Schilder erkennen. Trotzdem fahren wir vor. Der Streckenposten lässt uns nach rechts in die Rosenheimer stadteinwärts abbiegen. Die Rosenheimer stadtauswärts ist von den Läufern belegt. Am Rosenheimer Platz kann ich aus dem Taxi schnell ein Bild von einer Erfrischungsstation knipsen.

Es hilft alles nichts. Wir kämmen nur mit einem Riesenumweg nach Süden. Das Taxameter habe ich schon lange ausgeschaltet. Die Familie beschließt trotz der quengelnden Kinder das Essen und die Die Familie beschließt trotz der quengelnden Kinder das Essen und die Marathonläufer sausen zu lassen und nach Hause zu fahren. Glücklicherweise wohnen sie auf der richtigen Seite der Marathonstrecke.
Wir sprachen über die Behinderungen, die durch Läufe, Demonstrationen, Festumzüge … entstehen. Das Familienoberhaupt zeigte Verständnis für die Läufer, wohl weil er vor Jahren selbst mitgelaufen ist, wie er mir sagte. Die Rollschuhfahrer während der Blade-Nights könne man sich aber sparen. Jeder ist sich selbst der nächste. Hätte ich gestern einen Atomkraftgegner auf die Behinderung angesprochen, hätte der wahrscheinlich anders geantwortet. Die Anti-Atom-Bewegung sei wichtig, die Läufer und die Rollschuhfahrer könne man sich sparen. Der Landwirt, der mit seinem Bulldog (Traktor ;-) ) den Altstadtring vor der Staatskanzlei blockiert, hält den Milchpreis für das Wichtigste. Etwas Recht haben sie wohl alle.

Samstag, 9. Oktober 2010

Abschalten, Abschalten, Abschalten, ...


So, das war jetzt meine letzte Fahrt in den nächsten Stunden. Am Bahnhof ist mir noch eine Dame zugestiegen. Sie wollte zur Isoldenstrasse im Norden Schwabings. Wir machen uns auf den Weg, schon in der Luisenstrasse hat die Polizei die Durchfahrt gesperrt. Wir versuchen es noch mal Höhe Arcisstrasse, auch hier sind wir schon zu spät. Wir kommen ohne einen großen Umweg nicht mehr zum Schwabinger Krankenhaus. Ich bringe die Dame zum nächsten U-Bahnhof, sie hat beschlossen ihren Weg unterirdisch fortzusetzen. Ich fahre noch die Seidlstrasse zum Stiglmayerplatz. Die Spitze des Demonstrationszugs passiert gerade den Löwenbräukeller. Ich kann noch rechts in die Briener einbiegen und den entgegenkommenden bunten Demonstrationszug beobachten. Nach 100 Metern finde ich in einer Einfahrt einen Parkplatz. Der farbenprächtige, laute Zug bleibt plötzlich stehen. Ein Ordner über Megaphon weist die Teilnehmer an eine Menschenkette zu bilden. Ich denke mal die Spitze des Zugs hat das CSU – Haus in der Nymphenburger Strasse erreicht. Jetzt stellen sich die Demonstranten quer zur Fahrtrichtung auf. Ich kann meine Neugierde befriedigen und in meinem Taxi aus nächster Nähe zusehen wie die Menschenkette gebildet wird.
Das meist skandierte Wort ist "Abschalten, Abschalten, Abschalten, ..."

Pfadfinder


Auf dem Weg zum Bahnhof Nord Taxistand höre ich im Radio: In München gibt es heute die größte Anti-Atomkraft-Demonstration in Bayern seit den letzten 10 Jahren. Erwartet werden 20.000 Demonstranten. Im Datenfunk geht eine Meldung ein. Die Demonstranten planen eine Menschenkette vom CSU Haus in der Nymphenburger Strasse bis zum Bayerischen Umweltministerium am Rosenkavalierplatz in Bogenhausen. Die Nymphenburger Strasse liegt zentral in Neuhausen, etwas westlich vom Zentrum. Das Umweltministerium in Bogenhausen, im Nordosten der Stadt. Es soll zu erheblichen Behinderungen kommen. Taxistandplätze können aufgelöst werden. Die Stadt ist dann praktisch zwischen 13:00 Uhr und 16:00 Uhr in zwei Teile geteilt. Ich überlege wie ich den Fahrgästen den zu nehmenden Umweg erklären kann. Ein Kollege am Bahnhof Nord hat sich schon die Zeitung mit der Schlagzeile zurechtgelegt. Die glauben mir das sonst nicht sagt er. Hier und jetzt würde man ihm das schon glauben. An unserem Taxistand haben sich die Pfadfinder versammelt. Der Häuptling ( ich weiß nicht genau ob die Pfadfinderhäuptlinge so genannt werden, wenn aber die einzelnen Gruppen Stämme heißen, könnte das schon das richtige Wort sein) nimmt eine Art Feldzeichen auf und geht Richtung Bahnhofsplatz. Die Pfadfinder mit ihren Wimpeln folgen und der Platz nördlich des Bahnhofs ist wieder für uns Taxis frei.
In einer halben Stunde soll die Menschenkette geschlossen werden - da bin ja mal gespannt.


Freitag, 8. Oktober 2010

Sicher

Nach dem ganzen Trubel um das Oktoberfest ist am Montag, dem letzten Wiesn Tag, bei uns Taxifahrern noch keine Ruhe. Schon seit den letzten Jahren schließt sich an das Oktoberfest gleich die expo Real an. Die expo Real ist eine bedeutende Immobilienmesse mit erhöhtem Taxibedarf. Morgens geht die elfenbeinfarbene Kolonne über die Autobahn Richtung Passau zum neuen Messegelände in Riem, abends stehen dann die Immobilienmakler und Fondsmanager, geordnet von sächsischen Sicherheitskräften, in Reihen vor dem Ausgang der Messe und warten auf die Taxis. Wir brechen dann, sobald es der Verkehr zulässt, über die Autobahn, durch die Messeseen auf die schwarze Menge. Hoffentlich erwische ich eine gute Fahrt. Bei solchem Andrang ist jede Fahrt gut. Geht es weit, bringt es Umsatz, geht es kurz, bin ich gleich wieder da um das nächste Los aus der Menge ziehen. Die Gäste sind bei weitem angenehmer als das Wiesnpublikum. Der Stau bei An- und Abfahrt hält sich in Grenzen.
Am Mittwoch war der letzte Tag der Messe. Das heißt überdurchschnittlich viele Flughafenfahrten. Der Wermutstropfen dabei ist der Neubau der B 388. Ein kurzes aber entscheidendes Teilstück, zwischen dem Gut Erching und Hallbergmoos ist wegen der Straßenbauarbeiten gesperrt. Folgt man der ausgewiesenen Umleitung ist man verratzt. Die führt über Goldach. Da kann man dann mit 30km/h durch das Wohngebiet zuckeln. Von Kollegen habe ich mir eine brauchbare Alternative abgeschaut. Nach dem Gut Erching am Kreisverkehr links abbiegen, über die Isar, bei der B11 rechts Richtung Norden, auf die Autobahn A 92. So können die Gäste und die Taxifahrer ihre Termine einhalten.
Am Mittwoch halte ich mir den Rücken von Vorbestellungen weitgehendst frei um an der Messerallye teilzunehmen. Das geht dann bis 16:00 Uhr gut. Um diese Zeit angekommen steht der Taxistand West am Haupteingang der Messe zweispurig voll. Ich fahre geradeaus weiter. Links, auf der gegenüberliegenden Straßenseite stauen sich die Taxis um auf den Standplatz zu kommen. Das Ende der Reihe kann ich noch nicht sehen. Bei den Riem-Arcaden muss ich links abbiegen. Die Taxischlange geht um die Ecke an der Südseite des Messegeländes entlang. Ich fahre weiter. Ich will ans Ende der Schlange. Links das Schild –Gate1- (früher hieß das Tor) ich fahre weiter. Gate 2, 3, 4, 5 … . Endlich am Gate 6 habe ich das ende der Schlange erreicht. Rekord! In Riem habe ich so viele wartende Taxis noch nicht gesehen. Dabei fällt mir ein; der Rekord gilt nur während der letzten 18 Jahre. Vorher war hier unser Flughafen. Die Taxis standen im 10er Reihen vor dem damaligen Terminal I. Das war das meistbesuchte Linienflugterminal. Weiter östlich gab es noch das Terminal II, das Charter. Wir fragten die Fahrgäste kurz vor der Ausfahrt „Linie oder Charter?“ Heute frage ich „Mit welcher Linie fliegen Sie?“ Während meines sinnierens über die längst vergangenen Flughafenzeiten rutsch ich in der Reihe immer weiter vor. Trixi ruft mich an. Sie hat den gleichen Weg gewählt und sich 50 Meter in der Schlange hinter mir eingereiht. Sie fragt ob es sich lohnen würde sich anzustellen. Ich beeindruckt von den letzten Tagen antworte: „Sicher, Sicher.“


An der Kreuzung zur Olof-Palme-Strasse hat die Stadt ein Behelfsschild aufgestellt. Immer wieder Reihen sich Privatautos in die Reihe ein. Ist ja verständlich, die Taxis fahren langsam auf der rechten Spur einer zweispurigen Strasse, wer soll da ohne Hinweis draufkommen, dass er sich soeben in wartende Taxis eingereiht hat.
Nach einer guten Stunde bin ich zwischen den Messeseen angelangt. Die Spitze des Stands ist schon zu erkennen. Das Auto der Verkehrswacht mit dem Riesenlautsprecher auf dem Dach rückt ab. Die Messegäste tröpfeln nur noch durch die Drehtüren. Nach knapp zwei Stunden steigen wir aus und blicken zurück auf die Kollegen die weit, weit hinter uns um den Messesee stehen. Die werden alle Schneider. Mein Vordermann sagt; „Am letzten Messetag bin ich noch nie Schneider geworden.“
Ich weiß, die Aufregung der letzten 20 Tage ist jetzt vorbei, das Taxifahren wird wieder etwas ruhiger. Das ist sicher. Ein kleines Stückchen bin ich sogar froh darüber. Ich hoffe Trixi hat frühzeitig aufgegeben und ist aus der Reihe ausgeschert. Ich lasse die Kollegen im Stich und fahre leer Richtung Innenstadt. Dort habe ich eine Abholung zum Flughafen. Die Tour ist mir sicher.

Mittwoch, 6. Oktober 2010

Bloggen aus dem Taxi?


Ursprünglich wollte ja der Journalist von der Süddeutschen live aus dem Taxi bloggen. Das war der Plan. Das klassische Thema Taxi – Nacht – Oktoberfest. Die Leser der SZ online sollen live dabei sein.
Angesichts der Hektik an einem Oktoberfestabend wurde der Plan geändert. Der Redakteur fährt im Taxi mit spricht mit den Fahrgästen, mit Taxifahrern und mit mir. Dabei macht er sich eifrig Notizen. Die Fragen die er stellte wären mir zu bohrend gewesen. Das Ergebnis dabei ist nicht der zunächst beabsichtigte Live-Blog, sondern ein ->Beitrag auf der Webseite der SZ online. Mein Lieblingswort; „Landhausfasching“ für das Oktoberfest hat er auch als Zitat verwendet. Als ich „Landhausfasching“ in meinem Blog vor einem Jahr verwendete, gab es das als Google Ergebnis nur einmal. Das wird sich jetzt ändern.
Der Beitrag soll dann auch noch als Reportage in der Printausgabe erscheinen.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Wiedergutmachung

Ein Kollege ruft mich an, er sieht mich gerade im Fernsehen. So würde er mich nicht kennen. In den Aufnahmen sieht man mich, wie ich während des Oktoberfestes 2002 zur Höchstzeit um 23 Uhr langsam im Slalom durch die Menschenmasse fahre. Heute ist das Gebiet im Sicherheitsring und ein Befahren wäre nicht mehr möglich. Eine Kamera war in einem Teddybär versteckt, der über dem Handschuhkasten saß und ein weiterer Kamerawagen fuhr voraus. Eine Gruppe Engländer, reißen die hinteren Türen des Taxis auf und wollen mit Gebrüll mein Taxi entern. Entsprechend harsch waren meine Bemühungen dies zu unterbinden. Dabei fiel das „Fuck you“, das mir die Anrufe bescherte.
Dazu ist zu sagen, dass man, wenn man genügend Filmmaterial, besonders O-Ton, (Aussagen im Interview) von Jemanden hat, diesem alles Mögliche „in den Mund“ legen kann. Die Aufnahmen damals waren sehr umfangreich und wurden durch Schnitt für möglichst viele Gelegenheiten verwendet. Z.B. für einen Vergleich Taxifahrer in Berlin und München, Taxifahrer als Außenseiter (weil es gerade in die Sendeserie passt) , Taxifahrer als Familienväter, … u.s.w. Bei diesem Oktoberfest hatten Taxifahrer nicht gerade die beste Presse, die Prämien die von den Bordellbetreibern bezahlt werden, waren der Auslöser.
Ein anderer, diesmal ein Privatsender, hat bei der gleichen Gelegenheit versucht eine Konfrontation zu provozieren. Ich bin diesen Leuten nicht böse, sie leben und arbeiten im System, müssen Werbefüllmaterial produzieren und sind wegen ihrer Aufgabe des journalistischen Berufsethos mehr gefrustet als ihre „Opfer“. Emotionen eigenen sich hervorragend die Zuschauer über den Werbeblock zu halten. Darauf kommt es an, diese Zuschauerzahlen sind maßgeblich entscheidend für die Werbeeinnahmen des Mediums. Vor dem Werbeblock muss eine Situation heraufbeschworen werden, die zu entgleiten droht – der Zuschauer ahnt die emotionale Reaktion der Beteiligten, und bleibt dran. Das waren nicht meine ersten Aufnahmen. Ich kann als Taxifahrer nachts auf der Wiesn aber nichts so wenig gebrauchen wie Konfrontation und emotionale Entgleisung. Das ist mir im normalen Leben schon ein Graus. Die Redakteure mussten feststellen, dass ich wohl nicht der Typ dazu sei. Der fertige Teaser hat dann aber doch die entsprechenden Zahlen über den Werbeblock gehalten. Wenn ihr einen Bekannten im Fernsehen seht, reagiert er oft anders als ihr es von ihm kennt.
Diese Woche hatte ich die Gelegenheit mein Defizit gegen die Engländer wieder gutzumachen. Über eine Internetplatform bekomme ich den Auftrag eine Dame aus Manchester am Flughafen abzuholen und in die Reitknechtsstrasse in München zu bringen. Reitknechtstrasse? Im Stadtplan war die Strasse nicht zu finden, die Navigationssoftware im Datenfunk ist auch ratlos. Mir bleibt nur noch mit meinem Laptop bei Google nachzufragen. Die Reitknechtstrasse ist die Verlängerung des Birketswegs in Richtung Osten. Und die angegebene Hausnummer, Nummer 6, ist das Backstage. Das wäre jetzt die vierte Adresse unter der ich das Backstage kenne. Ich erwarte die Dame mit Schildchen am Flughafen. Das Ziel kannte ich jetzt. Unterwegs fragte sie mich ob es in der Nähe der Adresse ein Hotel gäbe. So richtig in der Nähe gibt es wohl keines. Ich mache ihr auch keine großen Hoffnungen. Zur Zeit ist das Oktoberfest; Hotels sind ausgebucht und/oder sehr teuer. Ich rufe bei einem Hotel am Mittleren Ring an und erkundige mich nach einem Einzelzimmer. Wir hatten Glück und es war noch ein Zimmer frei. Aber der Preis, 255,- € ohne Frühstück war wohl doch etwas zu teuer. Ich brach die Hotelsuche ab, konzentrierte mich aufs Fahren und vertraute darauf, dass ihr die Firma, bei der sie jetzt den Termin hatte, besser geholfen werden könne. Daß das Ziel das Backstage, eine Konzerthalle ist, wusste ich noch nicht.

An der Adresse angekommen, war mir erst klar, das die Manchesterin zum Backstage wollte. Hätte ich das gleich gewusst, hätte ich mir schon die Suche vorab ersparen können. Mir war immer noch klar - Dame aus Manchester, Mittags auf dem Gelände des Backstage Clubs – das muss ein Geschäftstermin sein. Ich fragte die Dame mehrmals mit wem sie sich den jetzt treffen würde, bekam aber keine klare Antwort. Also schleppte ich meinen Fahrgast in die noch leere Konzerthalle. Rowdys Roadies bauten die Bühne und die Anlage auf. Ihnen sagte meine Fahrgästin, dass sie heute Abend die Show besuchen wolle.
Mein Auftrag war erledigt, die Fahrt bezahlt. Ich saß schon im Taxi und wollte mich an dem etwas hilflos dastehenden Mädchen vom Hof trollen. Ich überlegte kurz, dachte vielleicht auch an meine Töchter, blieb stehen und packte den Laptop aus. Ich suchte in den Hotelportalen im Internet nach den wenigen noch freien, bezahlbaren Hotelzimmern in der Nähe. Nach vier Telefonaten fand ich noch eine Unterkunft für eine Nacht im Hotel Montree in der Dachauer Strasse. Die Dame von der Rezeption sicherte mir telefonisch auch den im Internet ausgeschriebenen Preis zu.
Ich packe also den inzwischen beruhigten und inzwischen gesprächigen Fan wieder ein und brachte ihn zum Hotel. Sie gestand mir absolute Anhängerin von Alex Man, dem Frontmann der Alex Man Band, ehemals Sänger von The Calling, zu sein. Alex sei in den USA und auf dem europäischen Kontinent, nicht aber in England, sehr bekannt. Darum gäbe er auf der Insel keine Konzerte.
So konnte ich einer Engländerin helfen und den Taxikollegen die künftige Suche nach der Reitknechtstrasse abnehmen.