Sonntag, 30. Januar 2011

Fertig? Oder was?

Heute Nacht hätte sie fertig gestellt werden sollen. Die 52 Meter hohe Skulptur am Effnerplatz. Die erste Fahrt führte mich um 11.00 Uhr am Effnerplatz vorbei. Meine Fahrgäste hatten in der Zeitung gelesen, dass es noch zu Verkehrsbehinderungen kommen könnte. Meine Neugierde lechzte nach Befriedigung und ich fuhr trotzdem meine geplante Route.

Zum Vergrößern der Bilder einfach draufklicken

Am Effnerplatz war aber noch nichts geschehen. Die riesigen Karbon-Kunstfaserteile lagen noch immer getrennt neben- und nicht übereinander auf der Baustelle.
Bei öffentlichen Bauwerken werden in München 2% der Kosten für Kunst am Bau reserviert. Der Richard-Strauß-Tunnel kostete dem Steuerzahler 356 Millionen Euro. Da wäre für die “nur“ 1,5 Mio. € teuere Mae West Skulptur schon noch mehr übrig gewesen. Mae West, deren Taille die Skulptur darstellen sollte, hatte ihre Vorliebe für deutsches Essen von ihrer bayerischen Mutter, Mathilde Dölger. Trotz der Wiener Schnitzel, Apple-Torte und Spritzkuchen im New Yorker Restaurant"Hofbrau Triangle“ konnte die amerikanische Film-Ikone der 30er Jahre ihre schlanke Linie behalten.
Der Frost und der Nebel haben der Fertigstellung der Skulptur, entworfen von der Kunstprofessorin Rita McBride, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Wenn alles wie geplant läuft, können wir ab Dienstag die Taille der Mae West (das soll die Skulptur darstellen) in gigantischen Ausmaßen am Effnerplatz bewundern.



Fertig geworden ist heute was anderes. Seit einer Woche fragen sich die Taxifahrer was das Baugerüst am Flughafenzubringer soll. Nach dem überlebensgroßen Oliver Kahn, der während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 den Zubringer überbrückte, ahnten wir schon; dass muss Propaganda sein. Und Richtig! Wer nicht das Glück hatte heute Vormittag zum Flughafen zu fahren (oder das hier zu lesen), kann weiter raten. Denn aktuell ist das Gerüstwerk wieder verhüllt. Nur für ein paar Stunden waren die Reklamebanner zu sehen. Hinter den schwarzen Vorhängen verbirgt sich eine Werbung für München als Austragungsort der Olympischen Winterspiele 2018. Noch ist München wie Annecy (Frankreich) und Pyeongchang (->Südkorea) Candidate City. Die endgültige Entscheidung wird im Juli diese Jahres fallen - die schwarze Verhüllung bestimmt früher. Wann genau, werden als erstes wieder die Flughafentaxler wissen.


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5/6 Filmmusik: Der Pate

Den Taxifahrer habe ich im Internet gefunden. Eine wichtige Entscheidung stand an, ich wollte Ruhe und Abstand gewinnen. Der Flug nach Palermo war schnell gebucht. Luigi, der Taxifahrer hat eine aufwändige Homepage. Dort ist auch ein kleiner Film über die Stadt eingebaut. Er fährt einen Viano Siebensitzer-Taxibus, kennt die Geschichte seiner Stadt, und bietet Flughafentransfers an. Die Entfernung zwischen Flughafen und Stadt ist in Palermo gleich weit wie in München. Es lohnt sich also für uns Beide ein Taxi vorzubestellen. Nachdem mich Luigi im Hotel nahe beim Hafen abgesetzt hat gehe ich zu einer Autovermietung. Der Autovermieter erzählt mir, als er meinen Führerschein sieht, dass seine Tante in Deutschland lebt und bei der Zeitung *die jeder kennt* arbeitet. Als ich das letzte Mal da war hörte ich nach dem Blick auf meinen Führerschein die gleiche Geschichte von der Tante in Deutschland die bei der *anderen Zeitung die jeder kennt* arbeitet.


Um von Palermo, ganz im Norden Siziliens, nach Agrigento, an der Südwestküste, zu kommen muss ich die ganze Insel durchqueren. Nach zwei Drittel des Weges komme ich durch Corleone. Die Stadt der hundert Kirchen. Der Name Corleone hat auch Filmgeschichte geschrieben. Dort ist Corleone der Name einer italienischen Immigrantenfamilie in den U.S.A. Marlon Brando spielt in dem Film die Titelrolle des Paten. Der Pate ist das Oberhaupt einer Ganovenbande die durch Erpressung, Bestechung und Einflussnahme in die höhere ehrenwerte Gesellschaft kommt.
In Corleone werde ich unvermeidbar auf den Hollywood-Streifen von Francis Ford Coppola gestoßen. In der kleinen Bar im Zentrum sind die alten Filmplakate mit dem Titel „The Godfather“ an die Wand geklebt. In dem Film hat sich der Pate selbst den Namen Corleone gegeben um ständig an seine sizilianischen Wurzeln erinnert zu werden. Ich erinnere mich mehrmals im Jahr an das Filmzitat “Ein Anwalt kann mit seinem Aktenkoffer mehr stehlen als hundert Männer mit Kanonen.“


Die Bar liegt an der zentralen Piazza Garibaldi, gleich gegenüber der Stadtverwaltung und einer der hundert Kirchen der Stadt. In dieser Kirche, an der Piazza Garibaldi, gibt es die schönsten Heiligenbildchen.
Als ich mit Luigi wieder zum Flughafen fuhr, war ich froh Corleoneser und keine Corleones getroffen zu haben. Zum Abschied zeigt mir der Taxifahrer Fotos von einem roten Fiat Cinquecento Oldtimer, den er in liebevoller Kleinarbeit restauriert hat.

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Samstag, 29. Januar 2011

Psychoanalyse eines Taxifahrers

Nein, soweit ist es bei mir nicht, noch nicht ;-). Analysiert wird ein anderer Taxifahrer. Weit weg von München, in New York. Und lange bevor ich meinen Taxischein hatte – irgendwann in den 70ern. Es geht um Travis Bickle. Travis (gespielt von Robert de Niro) fährt Taxi, das ist schon der erste Schritt zum Wahnsinn. Das macht er auch noch in New York; der zweite Schritt. Er macht sich auch noch Gedanken um seine Umwelt, jetzt ist er endgültig auf dem Weg zur Katastrophe.


Das ganze ist nur ein Film von Martin Scorcese. Nur ist kräftig untertrieben. Der Film hat es in sich und das Ende rechtfertigt mein Waffenlobby-Tag. Der Film wird morgen, am Sonntag um 17.30 Uhr im -> Filmmuseum in München gezeigt. Das Besondere: Analytiker stellen den Film vor und analysieren den Helden Travis. Die Psychoanalyse wird in Rahmen einer Diskussion nach dem Film durchgeführt.
Wenn ich Zeit habe, bin ich dabei, aber ich werde aufpassen, dass ich nicht zuviel sage – sonst befürchte ich, ich bin das nächste Analyseopfer.

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Donnerstag, 27. Januar 2011

Haare lassen

Es muss mal wieder sein. Haare schneiden! Ich habe die Hinweise meiner Frau schon verstanden. Als Single hatte ich einen Friseursalon direkt an der Ecke meines Wohnblocks. War es wieder Zeit für einen Schnitt, kam ich in den Laden geschneit, setzte mich auf den Frisierstuhl, nach 10 Minuten spätestens spürte ich Kamm und Schere auf meinem Kopf. Den Service nahm ich liebend gern auf dem Nachhauseweg, sozusagen im Vorbeigehen, in Anspruch. Bis … Bis ich wider einmal die Tür öffnete, die Glocke im Türrahmen bimmelte, die Friseuse im Kittel kam hinter der Regalwand voller Haarpflegemittel hervor, sah mich an, und fragte:
“Haare schneiden? Einen Moment.“
Sie klappte das große Terminbuch auf der Ladentheke auf, überflog die Seiten, blätterte vor und zurück und verkündete.
“Morgen um 14 Uhr. Geht das? „
“Nein.“ antworte ich.




Das war das erste und letzte Mal, dass mich ein Friseur nach einem Termin gefragt hat. Und das war so um 1993. Meine Haare schrien nach einem Schnitt. Die Billig-Frisör-Ketten gab es noch nicht. Es schien als ab sich alle Friseure Münchens geheim verabredet hätten mir keinen Haarschnitt ohne Termin zu verpassen.
Da wurde ich schnell fündig. Durch meine Taxifahrerei ist mir aufgefallen, dass es eine Konzentration von Frisörgeschäften um Krankenhäuser gibt. Warum das so ist, oder ob es auch in anderen deutschen Städten auch so ist weiß ich nicht. Ich für meinen Teil parkte also, wenn ich einen Haarschnitt brauchte, mein Taxi in der Lindwurmstraße. Im Klinikviertel um die Nußbaumstraße gibt es, wie der Name schon sagt, eine ganzen Menge Unikliniken und in der nahen Lindwurmstraße entsprechend viele Friseure. Ich gehe die Straße entlang, von einem Figaro zum anderen. Immer der gleiche Dialog:
“Können sie mir die Haare schneiden?“
“Wann?“
„Jetzt.”
“Jetzt nicht, aber um … „
“Dankeschön. Auf Wiedersehen.“
Dann ging es ab in den nächsten Laden. Spätestens beim vierten oder fünften Versuch hatte ich Glück und ich konnte mich gleich vor den Spiegel setzen. Mit der Zeit kamen dann die Friseurketten, da kam ich zwar ohne Termin dran, musste aber oft bis zu einer halben Stunde warten.
Vor 5 Jahren schossen dann, zuerst im Bahnhofsviertel, die Schnellfrisörläden wie Pilze aus dem Boden. Auf den Fensterscheiben sind groß die Preise angeschrieben. Seit dem bin ich dort eifriger Kunde. Ich muss im Bahnhofsviertel oft länger nach einem Parkplatz für mein Bustaxi suchen, aber der nächste Laden, über den ich stolpere ist fällig.


Für meinen aktuellen Haarschnitt war ich einem besonders Bunten. Für 8,-€, plus Trinkgeld selbstverständlich, wurden mir dort die Haare geschnitten. Ahne groß Tara und Haarewaschen vorher. Dafür gibt’s orientalische Musik und der Frisör scheut sich nicht nach der Schermaschine zu greifen. Die Maschine gleitet mit leisem sssssrrrrrrrr über meinen Kopf und meine (noch) schwarze Wolle fällt büschelweise auf den gefliesten Boden. Da geht was. Das gefällt mir. Die Parkplatzsuche hat sich gelohnt.
Anstelle des sonst angebotenen Kaffees oder Wassers gibt es hier Cay. Der ist dunkel und stark – wie mein Haarschnitt.

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Dienstag, 25. Januar 2011

I Need A Dollar ... (1)

… A Dollar Is What I Need. Heißt es im Text im Lied von Aloe Blacc, das zur Zeit in den Radios rauf und runter dudelt.
Weiter geht’s im Text: “And if I share with you my story would you share your dollar with me.” Ich teile meine Geschichte und du teilst deinen Dollar mit mir. Da kommt mir ->Google - Adsense zurecht.
Bei Google kann man Werbung schalten. Die Anzeige erscheint dann farblich abgesetzt über oder rechts neben den Suchergebnissen. Die Keywords, bei denen die Anzeige erscheinen sollen, kann der Werbetreibende bestimmen.
Das Gegenstück zu Adwords ist Adsense. Jeder, der im Internet veröffentlicht, kann Google Platz für diese bezahlten Anzeigen zur Verfügung stellen. Das habe ich auf einigen Seiten meiner -> Taxi-Homepage schon seit zwei Jahren gemacht. Neu ist, daß ich es seit dem 31.12.10 auch auf meinem Blog schalte. Ihr seht die Anzeigen auf der Seitenleiste rechts von hier. Klickt ein Interessent auf eine Anzeige und kommt durch einen Link auf die beworbene Webpage, bezahlt der Werbetreibende einen bestimmten Betrag an Google. Der Betrag ist unterschiedlich hoch und davon abhängig wie umworben der Suchbegriff ist. Natürlich kann der Werbende den Betrag den er täglich ausgeben will begrenzen. Sonst könnten sich ja die Konkurrenten gegenseitig arm klicken. Ein Klick auf meine Anzeige unter dem Suchbegriff „Flughafentransfer“ kostete mich vor zwei Jahren 75 Cent. Das ist überdurchschnittlich viel. Deswegen habe ich das Experiment auch nach drei Monaten wieder aufgegeben.

Noch mehr kosten ( bzw. bringen) Klicks zu den Themen wie neueste IT-Hardware, private Krankenversicherung, Nahrungsergänzungsmittel, Immobilien … Alles Themen die in einem Taxi-Blog nicht so oft angesprochen werden. Die erste Adsense Anzeige in meinem Blog hatte dann auch gleich was mit Geld-verdienen-im-Schlaf zu tun. Eine Agentur sucht Frauenn die ihre im Schlaf getragenen Slips verkaufen. Ich weiß nicht ob mir das peinlich sein soll.
Der Adsense – Teilnehmer bekommt von den Beträgen die der Adwords – Teilnehmer bezahlt etwa die Hälfte. Haben sich auf dem Adsense – Konto mehr als 70,- € angehäuft, wird im folgenden Monat das Guthaben auf das Konto des Adsense – Teilnehmers überwiesen. Ich habe schon mit 35,91 € (von der Taxi-Siegel.de) begonnen. Wenn es so wie bisher weitergeht erreiche ich meine 70,- € heuer im Juli. Im August kann ich mich dann auf meine Auszahlung freuen. Das wäre dann das erste Mal, das ich von Google Geld bekomme.
Ach ja, der Dollar, den hatte ich (bei einem Wechselkurs von 1,36 €/$) am 03.Januar erreicht.



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Montag, 24. Januar 2011

Großer Tag heute

Heute ist ein großer Tag. Die große Volksbefreiungsarmee der großen Volksrepublik China erreichte am 24.Januar.1949 den großen Yangtsee Fluss.
Das große Orchester der VBA interpretiert den großen Hit „Beat It“ des großen Kulturschaffenden Michael Jackson.
Schert auch nicht um die große Ladezeit, das Video ist ein großer Spaß. Nach fünfmal anschauen hab ich immer noch gelacht –großes Versprechen.



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Sonntag, 23. Januar 2011

Chinesenbärte in Harthausen

Gestern war der letzte Tag der BAU. Auf dem Weg zu unserem Lehrrevier der -> Deutschen Waidmannsgilde e.V. in Harthausen sehen wir auf der Autobahn Richtung Passau auf der Gegenrichtung die vielen Autos. Das soll uns heute nicht interessieren. Warm eingepackt in unserem Grünzeug sitzen Robert und ich im Taxi und lassen das Messegeschehen nicht nur geographisch hinter uns.
Auf dem Parkplatz sehen erkennen wir schon ein Auto eines unseres Jagdschulkollegens. Zuerst gehen wir zum Unterrichtsraum. Die Türen sind verschlossen. Dann können sie nur an der Jagdhütte sein. Im frischgefallenen Schnee erkennen wir auf dem Weg zur Hütte schon die Spuren einer Gruppe von Menschen. Die Spuren gehen nur in eine Richtung. Wir sind auf dem richtigen Weg. Schon sind wir mitten in der Natur. An der Jagdhütte treffen wir Niemanden mehr an. Aber wir folgen weiter den Spuren und treffen auf einem Weg auf unsere Gruppe.
Wir kommen gerade rechtzeitig, der Förster erklärt, das die Produktion von Holzpellets ein gutes Geschäft sei. Für die Pellets kann alles vom Baum verwendet werden. Dabei wird kaum Biomasse im Forst zurückgelassen. Das ist ein Nachteil für die zukünftige Bodenbildung.


Wir gehen in einen Buchenbestand. Gäbe es in Bayern einen Urwald, wären das wohl meistens Buchen. In den deutschen Forsten und Wäldern sind die Buchen mit 15% an den Baumarten beteiligt. Forstwirtschaft wird in Deutschland auf 30% der Fläche betrieben. Wenn man noch die 52 % Landwirtschaft und 2,5 % Grünflächen dazuzählt, kommt man auf die für mich überraschende Zahl von 84,5% Prozent. Ich hätte nicht gedacht, dass wir in einem Land mit soviel „Grünanteil“ leben. An einer Buche zeigt uns der Förster Chinesenbärte. Chinesenbärte werden die Narben in der Rinde der Buchen genannt. Brechen Äste vom Stamm, hinterlassen die eine Bruchstelle. Die Borke überwuchert die Stelle und hinterlässt eine Narbe. An der Form und Größe dieser Chinesenbärte erkennt der Forstmann die Qualität des Buchenholzes.
Auf dem Wildacker besprechen wir den Unterschied von Wildacker und Wildwiese. Bei dem Übergang von Wiese zu Wald wäre es günstig, wenn nicht gleich nach dem Land ohne Bewuchs der Hochwald steht. Der Wind könnte ungebremst in den Wald stürmen und die windbruchgefährdeten Fichten schädigen. Es empfiehlt sich eine Saum- oder Mantelbepflanzung um den Wind zu bremsen. Diese Bepflanzung bietet auch dem Niederwild hervorragend Äsung und Deckung. Wir kommen auf eine Forststrasse. Diese Strasse ist nicht einfach in den Hochwald geschlagen. Neben jeder Straßenseite ist jeweils ein vier Meter breiter Streifen. Auf dem Streifen wachsen Gräser, Büsche und Protze. Protze sind forstwirtschaftlich unerwünschte, aber ökologisch wichtige Bäume. Für mich als Landschaftsgärtner kommen gerade diese Bäume ihrer natürlichen Wuchsform ziemlich nahe. Die Buchenprotze allerdings, die wir hier sehen, sind verzwieselt. Die Waldtiere beißen die Triebe und Knospen der Bäume ab. Der Baum treibt dann neben dem Trieb mit zwei weiteren aus, es entsteht ein Zwiesel. Der Förster fürchtet sich um den Ertrag und die Qualität des Holzes, der Gärtner fürchtet sich um Pilzbefall und Ästhetik und der Jäger soll Maßnahmen gegen den Wildverbiss ergreifen.
In unserer nächsten Station einem Fichtenhochwald mit einer Fichtendickung als Unterholz können wir sehen wie wichtig das Licht in der Forstwirtschaft ist. Die Bäume haben verschieden Ansprüche an das Licht. Lichtbaumarten brauchen für ihr Wachstum mehr, Schattenbaumarten weniger, Licht. Kiefer, Eiche, Lärche, Erle sind Lichtbaumarten. Schattenbaumarten sind; (Hain-)Buche und Tanne. Die Fichte, mit knapp 45 % Anteil der Baumarten der Brot-und-Butter-Baum in der bayerischen Forstwirtschaft, ist wie Ahorn und Esche eine Halbschattenart. Nicht weit davon sehen wir Buchen als Unterpflanzung. Werden die hohen Fichten geschlagen, sind darunter schon die Buchen nachgewachsen.
Eine weitere wichtige Methode der Einteilung unserer Waldbäume ist die nach der Form der Wurzel. Zu den windwurfgefährdeten Tellerwurzlern gehört die Fichte. Kiefer, Tanne und Eiche sind Pfahl- (Tief-)wurzler. Herzwurzeln haben Buchen, Douglasien und Lärchen. Die Kenntnis über die Tiefe und Breite der Wurzeln braucht man für die Standortwahl beim Pflanzen der Bäume.


Eine Kiefer als Überhälter steht in einer Fichtendickung. Auf dem Weg dorthin bekommen wir den Unterschied zwischen Brombeere und Himbeere gezeigt. Die Brombeeren sind jetzt leicht zu erkennen, im Winter behalten sie ihre Blätter. Überhälter bringen starkes Holz. Ein Z-Baum (Zukunftsbaum) wird vom Bestand übergehalten (daher der Name) und wächst über dem nachfolgenden Bewuchs. Überhälter liefern auch Samen für den weiteren Bestand ihrer Art. Den Meisten von uns zieht die Kälte in die Knochen, wir verlegen den Rest der Exkursion in den Forstwirt. Heißer Tee, Kaffee und Suppe sind der Renner bei unserer Bestellung. Wir sprechen noch über Maßnahmen gegen Wildverbiss. Auch die Pappeläcker kommen zur Sprache. Schnellwachsende Hölzer wie Pappeln oder Weiden werden wie in der Landwirtschaft angepflanzt und abgeerntet. Das Holz dient als Rohstoff für die Pellets. Wie wird sich die Gewinnung dieses nachwachsenden Rohstoffs auf unsere Kulturlandschaft und die Jagd auswirken.
Auf dem Rückweg wird mir bewusst; Wald ist nicht Forst und Beide sind nicht (geplante) Landschaften, mit denen ich beruflich zu tun hatte. Aber überall spielen Bäume die Hauptrolle.



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Samstag, 22. Januar 2011

Neuer Kopf

Meine Gäste aus Holland sind an der Messe. Abgeholt habe ich sie vom Flughafen. Sie wollen die BAU besuchen und später weiter zum Skifahren nach Österreich. Acht Personen, die haben natürlich viel Gepäck das sie nicht mit auf die Messe nehmen möchten.
Mein eh schon großer Kofferraum ist zu zwei Dritteln voll mit Koffern, Reisetaschen und Skistiefeln. Das heißt für mich ich bin für den Rest des Tages blockiert.
Meine Mittagstour kann ich noch fahren, aber dann stehe ich bei der BAU am Eingang Nord. Ich habe genug Muße und Zeit mich um den Header in meinem Blog zu kümmern. Ich will drei Fotos vor einem Hintergrund mit Verlauf verschmelzen lassen. Als Fotos nehme ich Motive von den Türmen der Frauenkirche, einem Taxidachzeichen und einer Computertastatur. Das Foto von der Frauenkirche ist schon zwei Jahre alt. Aktuell ist ein Turm der Kirche von einem Gerüst bedeckt. Über mein Taxidachzeichen und die Computertastatur stolpere ich täglich. Das war das kleinste Problem. Als Fotobearbeitungsprogramm verwende ich das mir bekannte -> GIMP.

Ich habe in den letzten Tagen schon versuchsweise Header mit verschieden Größen hochgeladen um die richtige Größe zu finden. 960 x 160 Pixel erscheint mir passend. Auf einer neuen Datei in eben der Größe zeichne ich einen vertikalen Verlauf von Hellblau nach Schwarz. Das Hellblau habe ich mit einer Pipette aus dem GIMP – Werkzeugkasten aus dem Himmel hinter den Türmen der Frauenkirche gezogen. Alle Bilder habe ich passend ausgeschnitten und dann auf eine Höhe von 160 Pixel skaliert.
Das Frauenkirchenbild ziehe ich an den linken Rand meiner Vorlage. Mit dem Radierer lösche ich Teile von dem Foto, zum Vorschein kommt der Hintergrund, der die Farbe des Himmels hat. So verschmilzt der Vorder- mit dem Hintergrund. Das Foto mit der Computertastatur schiebe ich in die schwarze, rechte Ecke. Verschmelzen genauso wie auf der linken Seite. Jetzt das Taxidachzeichen über die Tastatur und dann wieder mit dem Radiererwerkzeug bearbeiten.

In die noch freie Fläche in der linken Hälfte erstelle ich mit dem Textwerkzeug den Schriftzug München in gelber Farbe. Schriftgröße 65 Pixel, Schriftart Segoe UI Bold Italic. In gleicher Größe und Art erstelle ich den Schriftzug Taxi als Schriftfarbe wähle ich Schwarz. Ich habe dann etwas über Kreuz. Taxi steht in dunkler Farbe auf der hellen, linken (der München-) Seite. München steht in heller Farbe auf der dunklen, rechten (der Taxi-) Seite. Ich bin mit meinem Ergebnis ganz zufrieden. Ich muss es auch sein, denn jede Minute können meine Holländer in den Drehtüren der Messe erscheinen.
Sie sind dann auch schneller als erwartet wieder aus der Messe gekommen. Mir blieb keine Zeit meinen Kaffee- und Brezngutschein an der Taxibar einzulösen. Etwas mehr als eine Stunde später waren wir dann auch schon in “der Land von de Gulaschsupp“.

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Freitag, 21. Januar 2011

Ruhe bis 2012

Bei der -> Tarifumstellung im November letzten Jahres wurde meine -> Eichplakette von 2009 verletzt. Ersan musste um seinen Rechner an mein Taxameter anstecken zu können die Plakette entfernen. Natürlich darf die Werkstatt die die Taxiuhr umstellt oder repariert nicht die Eichplakette ersetzen. Sie kleben ein Instandsetzerzeichen auf die Stelle auf der die Eichplakette war. Das Instandsetzerzeichen hat die Form eines roten Dreiecks. Auf dem Zeichen ist der Datum des Eingriffs notiert. Bei der Taxiunternehmerprüfung war das eine beliebte Frage:
“Sie haben Ihre Taxiuhr reparieren lassen. Wie lange dürfen Sie mit der ungeeichten Uhr fahren“
Als Antwort wurde, neben der Geschichte mit dem Instandsetzerzeichen und wie es aussieht, erwartet:
“14 Tage.“
In der Praxis habe ich erlebt, dass besonders nach Tarifumstellungen der Zeitraum ausgeweitet wurde. Dieses Mal habe ich mich nicht groß informiert. Die Kollegen haben auch verschiedene Ansichten. Im Eichamt sagte mir ein Kollege, der mit mir in der Reihe stand,:
“Wer jetzt im Januar noch eicht, muss keine Strafe zahlen.“
Am Taxistand ein Anderer:
“ Der Eichtermin wird durch das Umstellen nicht beieinträchtig. Wenn du die Plakette für 2011 hattest, reicht es wenn du dir im Laufe dieses Jahres die Plakette für 2012 holst.“



Mir ist das alles egal. Mir war nur wichtig, dass ich im neuen Jahr 2011 eiche. So habe ich die Plakette für 2012. Das Eichen in München geht schnell und routiniert über die Bühne. In einer Viertelstunde ist alles vorbei. Die Abrollstrecke wird schon bei der Einfahrt in die Eichhalle gemessen. Während man auf der Rollwalze ca. 5 Minuten mit 30 km/h fährt bereitet der Eichbeamte schon alles vor. Die Plombenzange von früher hat auch ausgedient. Meine ersten Taxameter wurden mit einer Plombenschraube verschlossen. In dem Kopf der Schraube war ein Loch. Durch dass Loch und einem Gegenstück am Gerät wurde ein feiner Draht gezogen, der wurde verzwirbelt und schließlich wurde mit einer Plombenzange eine richtige Plombe aufgepresst. Das gleiche Spiel wiederholte sich dann am Geber im Motorraum. Die Taxameter waren voller anfälliger Mechanik. Das Geräusch der klobigen Uhren mit dem Zählwerk wurde schnell nervig. Jetzt vermisse ich manchmal das Klackern des Uhrwerks und das Tschaken wenn wieder 10 Pfennig weitergeschaltet wurde.

Meine neue Uhr piepst nur verschieden lang beim Aus- und Einschalten. Aber sie ist jetzt flacher als die Plombenschraube früher lang war, und sie hat jetzt die neue blaue Eichplakette 2012.

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Mittwoch, 19. Januar 2011

Ernüchterung

Der gute Anfang der BAU hat sich bei mir leider nicht fortgesetzt. Die erste Vorbestellung fiel schon mal ins Wasser. Für eine Agentur, die die Organisation von Geschäftsreisen übernimmt, habe ich den Auftrag drei Geschäftsleute am Flughafen abzuholen.
Bevor ich losfahre checke ich noch mal den aktuellen Flugplan im Internet. Die Maschine soll pünktlich um 9.25 Uhr landen. Das passt genau und ich komme pünktlich an. Mit meinem Schildchen stehe ich im Terminal 2. Auf der Anzeigentafel steht hinter meiner Flugnummer schon der Schriftzug GEPÄCK. Die Maschine ist 15 Minuten früher gelandet. Neben mir steht ein Abholer. An seinem Schildchen erahne ich, dass er auf die gleiche Maschine wie ich warte. Ich frage ihn, auf welche Maschine er wartet, es ist die Gleiche. Er erwartet einen große Gruppe von 50 Leuten. Er hat auch schon mit dem Reisleiter telefoniert, der die Gruppe begleitet, sie sind noch bei der Passkontrolle. Da bin ich beruhigt, denn d.h. ich kann meine Gäste nicht verpasst haben. Immer mehr Fluggäste kommen durch die Glasschiebetüren. Die Gruppe hinter meinem Abholerkollegen wird immer größer. Nur ich warte, warte und warte. Mein Flug rutscht auf der Anzeigentafel immer höher. Mein Abholerkollege hat schon alle seine Gäste gesammelt. Jetzt geht er zu seinem Reisebus. Ich stehe mit meinem Abholschild vor der Brust immer noch an der gelben Linie und blicke jeder Gruppe von drei Männern erwartungsvoll in die Augen. Über einer Stunde nach der Landung kann doch keiner mehr kommen. Die Agentur, für die ich fahre, hat einen Ansprechpartner in Deutschland. Dort rufe ich an. Der Ansprechpartner weiß sofort Bescheid. Die drei Herren haben ihren Flug nach Deutschland verpasst. Sie fliegen jetzt nach Frankfurt. Wann und wie sie nach München kommen weiß er nicht. Ich bin schon ein bischen böse. Wieso ruft er nicht an sobald er die Information hat, dass unsere Gäste nicht im Flugzeug sitzen. Zeit ist wertvoll, auch die von Taxifahrern. Er bemerkt meinen Ärger am Telefon, wir können die Fahrt trotzdem in Rechnung stellen. Hauptsache die Fahrt am Freitag Morgen vom Hotel zum Flughafen klappt. Von unserer Seite aus schon.
Jetzt stehe ich schon am Flughafen, die ->BAU ist auch, also reihe ich mich ein. Ich muss wieder auf dem Acker anfangen. Wie erwartet zieht es schnell durch und nach 3 Stunden und 20 Minuten bin ich mit zwei Dänen auf dem Weg zur Messe. Zwischen Flughafen und Messe gibt es den Messefestpreis von inzwischen 56,00 €. Aber wie drückt man den in den Taxameter. Wegen des Buszuschlags bei der letzten ->Tarifumstellung würden die Tasten auf meinem HALE Taxameter anders belegt. Schon beim zweiten Versuch habe ich die richtige Taste erwischt. Bei dem HALE Taxameter muss man die zweite (oben rechts) Taste drücken. Dann erscheint für 5 Sekunden das Menü für das Ablesen der Sammelspeicher. Einfach auf der Taste bleiben und warten bis die 56,00 € auf der Anzeige erscheinen. Die Anzeige bleibt dann unverändert bis zur Beendigung der Fahrt. Die Dänen zahlen mit Kreditkarte, ohne Trinkgeld.


Ich muss zum Hauptbahnhof, dort hoffe ich auf einen Kollegen zu treffen, den ich die ganze letzte Woche nicht erreicht habe. Ich habe eine wichtige Nachricht für ihn. Ich treffe ihn dort auch tatsächlich an und bekomme einen Kunden nach Schwabing. Ins Gästehaus am Englischen Garten. Von dort ist es nicht weit zu einem meiner Hausmeisterstände – Hotel Renaissance. Drei PKW – Taxis stehen schon dort. Der Fahrer vor mir bittet mich um eine Zigarette. Er steht jetzt schon zwei Stunden da und kann sich keinen Nachschub holen. Zwei Stunden! Ich gebe ihm gleich zwei Kippen und schlage die angebotene Bezahlung aus.
Ich habe mehr Glück. Über Datenfunk bekomme ich den Flughafenbus. Ich fahre zur Treffpunktbushaltestelle (Brandenburger Straße 2). Aus dem Flughafenlinienbus übernehme ich eine Italienerin. Sie will in das Motel One in der Rablstraße. Für die Dame und für mich ist es das erste Mal. Das Hotel indem sie sonst absteigt ist wegen der Messe ausgebucht. Ich war auch noch nicht in dem Motel One an der Rabelstraße. Ich kannte nur die drei anderen; in der Orleonsstraße (Ich glaube das war das erste Motel One in München), in der Landsberger Straße und das in der Herzog-Wilhelm-Straße.


Inzwischen ist es schon 17.30 Uhr. Von Haidhausen aus wage ich die Anfahrt an die Messe. Die müsste in einer Stunde aus sein. Als ich durch den dichten Verkehr an der Messe ankomme, stehen schon die Gäste in Trauben am Taxistand. Die zweispurige Taxireihe bewegt sich langsam, ohne anzuhalten, auf den Einstiegsplatz zu. Als ich fast vorne bin, werde ich von einer sechsköpfigen Gruppe herausgewunken. Zwei meiner Fahrgäste sind Architekten aus Bielefeld. Sie können mir bestätigen Bielefeld ->gibt es tatsächlich, obwohl man es nicht von der Autobahn aus sieht. Das soll für diesen Tag meine letzte Fahrt gewesen sein.

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Dienstag, 18. Januar 2011

Beizjagd

Jetzt war sie doch noch. Unsere Beizjagd im Rahmen der der Jagdschülerausbildung bei der deutschen Waidmannsgilde. Im Dezember wäre sie geplant gewesen ist aber wegen der Schneedecke auf der Panzerwiese -> ausgefallen. Das hätte mir leid getan. Wann hätte ich wieder Gelegenheit gehabt Greifvögel bei der Jagd zu beobachten. Flugvorstellungen gibt es öfter, aber Falkner und Vogel bei einer richtigen Jagd zu beobachten ist eine Seltenheit.
Wir verabreden uns auf dem Parkplatz vor dem Helmholtz – Zentrum, der ehemaligen GSF (Gesellschaft für Strahlenforschung). Jagen wollen wir auf der Panzerwiese. Bei diesem herrlichen Wetter ist die aber voller Spaziergänger, Nordic-Walker, Fahrradfahrer und Gassi-Geher. Wolfgang, der Falkner, wir kennen ihn schon von der -> Greifvogel-Theorie, hat noch ein weiteres Revier in der Nähe. Wir weichen auf die Fröttmaninger Heide aus.
Am Parkplatz des Modelflugvereins packen die Falkner und Falknerinnen ihre Autos aus. Die Modellflugzeuge stören nicht. Nur einmal erklärt uns der Falkner, wollte sein Vogel einen ferngesteuerten Hubschrauber fangen.

Die Vögel, zwei Habichte, sitzen mit Glöckchen an den Fängen auf den dicken Lederhandschuhen der Falkner. Der Hund ahnt schon dass es zur Jagd geht und läuft aufgeregt um uns herum. Die Frettchen (dressierte Iltisse) sitzen erregt in ihren Transportboxen und stecken neugierig ihre Schnauzen durch die Gitterstäbe. Wir machen uns auf den Weg über die Heide zwischen dem Autobahnring, der A9 und der Allianz Arena. Plötzlich ein lauter Schrei: “Frei!“
Der der Habicht und der Hund schnellen von uns weg, auf den Wald zu. Ein majestätischer Anblick. Wir staunen. Der Hund läuft in den Wald. Der Habicht setzt sich auf einen Ast am Rand des Waldes und wartet bis die Falknerin kommt. In freier Folge durchstreifen Jägerin, Hund und Vogel den Wald.


Inzwischen hat das zweite Team einen Kaninchenbau ausgemacht. Der Hund sitzt ruhig neben dem Eingang zum Bau. Ein Jäger holt ein Frettchen aus der Box und setzt es an. Das Frettchen verschwindet im Bau. Jetzt heißt es geduldig warten. Nach ein paar Minuten stürzt aus einem Ausgang des Baus ein Kaninchen. Wieder der Schrei. Der Habicht löst sich und fliegt flach, ca. 1,5 Meter über der Heide hinter dem Kaninchen her. Als er über seinem Opfer fliegt, stößt er nach unten und gräbt seine Krallen in den Schädel des Kaninchens. Habichte sind Grifftöter. Falken würden die Beute mit dem Schnabel töten. Eilig rennen wir zu der Szenerie. Der Jagdhund ist als erster da. Er beobachtet in gebührendem Abstand den Greifvogel beim Reißen der Beute. Vogel und Hund kennen sich. Jeder andere Jagdhund würde dem Vogel die Beute streitig machen wollen und es käme zum Kampf.

Bei dem anderen Habicht können wir aus nächster Nähe beobachten wie der Vogel seine Beute mit seinem Stoß und seinen Schwingen abdeckt. Er mantelt.
Es gibt auch Kaninchenbaue bei denen das Frettchen vergebens angesetzt wird. Der Iltis verschwindet im Bau und taucht Minuten später wieder auf ohne dass ein Kaninchen aufgeschreckt wurde.
Ein Kaninchen wollte nicht springen. Wolfgang erklärt uns; es hätte den Greifvogel erkannt. Ein Falkner stellt sich jetzt vor den anderen und verdeckt so den Vogel vor den Blicken der Kaninchen.
Wir haben auch erlebt, dass ein Kaninchen aufgeschreckt, aber nicht erwischt wurde. Plötzlich springt es aus dem Bau und rennt zum rettenden Wald. Der Vogel folgt dem Tier. Das Kaninchen erreicht den Wald und der Habicht dreht ab. Das Kaninchen hatte Glück. Man könnte jetzt noch nachsetzen und mit dem Hund das Kaninchen aufstöbern. Wir werden belehrt; das sei nicht waidmännisch. Einmal erfolglos bejagtes Wild soll an diesem Tag nicht mehr bejagt werden.
Beim Aufbrechen der Kaninchen bekommen wir noch eine gesunde Leber gezeigt. Später werden wir mehr über die Organe der Wildtiere lernen. Der Zustand der Organe sind für die Qualität des Wildbrets wichtige Indizien. Die Begutachtung des Wildbrets vor dem Verwerten ist gesetzlich vorgeschrieben. Eigentlich selbstverständlich – wer will schon reinen Gewissens schlechtes Fleisch weitergeben.




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Montag, 17. Januar 2011

Guter Anfang

DirtyD´s Wünsche für den Wochenanfang haben sich erfüllt. Ein guter Kunde, von dem wir über ein Jahr nichts mehr gehört haben, ist wieder zurückgekommen. Für heute hat er gleich drei Flughafenfahrten bestellt. Jetzt schaun mer moi wie es weitergeht. Die erste Fahrt war ziemlich früh. Der Gast kam 20 Minuten später raus und mir wurde schon bange. Um 7.00 Uhr musste ich wieder in München sein und den zweiten Gast abholen. Heute ist Montag, d.h. mehr Verkehr auf der A9 stadteinwärts als sonst und noch die->BAU. Dann war da noch die Abholadresse: Admiralbogen. Bei der Bestellung habe ich schon gestutzt. Eigentlich kenne ich viele Straßen in München, oder habe zumindest davon gehört. Dann noch Admiralsbogen. In keiner deutschen Stadt kann man weiter vom Meer weg sein als in München. Nach Cuxhafen sind es von hier 850 Kilometer, das nähere Venedig ist mit 540 Kilometer Entfernung auch nicht richtig nah.
Ich konnte zu Hause schon mal schauen wo der Bogen liegt. Er ist in dem neuen Wohngebiet nördlich des Carl-Orf-Bogens. Die Verlängerung der Kieferngartenstraße. Einfach am Taxistand Kieferngarten vorbei und dann geradeaus Richtung Allianz Arena. Glücklicherweise habe ich nachgeschaut. In unserem Datenfunk-Navi ist die Straße nicht im TomTom Verzeichnis. Im Karten-App in meinem iPhone ist der Bogen auch (noch) nicht zu finden. Im -> neuesten Kompass Plan ist die Adresse nicht zu finden. Selbst im Reallife (Dunkelheit, Baugerüste, ganze Häuserzeilen ohne Hausnummern, fehlende Straßenschilder) war die Adresse schwer zu finden. Pünktlich klingle ich um sieben Uhr beim Kunden. Dann gleich am frühen Morgen ein Lob, das ich an alle Taxifahrer weitergeben möchte. Der Gast öffnet die Türe.
“Sie haben mich also gefunden.“ ist das erste was er sagt. Nach der Begrüßung erklärt er weiter:
“Die Fahrer vom Fahrdienst xxx wären jetzt nicht da. Mein Chef wollte mich schon abholen. Ich hab im gleich gesagt: `Das findest du nicht!´. Die sollen ein Taxiunternehmen beauftragen, da kommen die Profis.“
Wahrlich, dass hat er gesagt. Es gibt noch welche, die haben eine gute Meinung von uns. Er sagte “ein Taxiunternehmen“ nicht eine bestimmte Firma oder Zentrale. Das Lob gilt für das ganze Gewerbe.

Dann stand ich also um 7.30 Uhr am Flughafen. Montag Morgen und BAU, da gibt es nur Eines – einreihen und zwar auf T2. Anfangen musste ich auf dem Acker, das bedeutet ich habe über 240 Taxis alleine an diesem Terminal vor mir. Aber der Hafen rannte. In nur zwei! Stunden war wieder weg. Meine drei griechischen Fahrgäste wollten ins Holiday Inn Nord in der Leopoldstraße. 53,90 € auf dem Taxameter, bezahlen blank. Die Griechen steigen aus, eine Gruppe Iraner schauen auf meinen Taxibus. Ich warte sie fragen ob ich frei bin. Mein erster Blick geht an den Taxistand vor dem Hotel, dort stehen drei Taxis. Allesamt Limousinen. Die Iraner sind zu sechst. Also: Einsteigen. Als Fahrziel nennen sie die BAU. Geradeaus, die Leopold weiter, am Ring rechts, durch unseren neuen Tunnel auf die Autobahn Richtung Passau, Ausfahrt Messe. Kaum Verkehr, Ruck zuck sind wir da! 23,70 € auf dem Taxameter, 5,- € Buszuschlag gibt 28,70 €. Die Perser haben Charakter und sagen:
“ Dreißig! “
Ich habe zum ersten Mal die BAU 2011 angefahren. Unterwegs kam eine Nachricht über den Datenfunk der eG. Wir sollen die Gäste der Messe an den Nordeingang bringen. Dort gibt es eine Taxibar und einen Imbiss für uns Taxifahrer. Ich entschied mich trotzdem meine Gäste an den Westeingang zu fahren. Die Zufahrt zwischen den Messeseen ist einfach viel imposanter, wenn die Gäste nichts anderes wollen, bringe ich sie immer zu diesem Eingang. Die Taxibar will ich mir nicht entgehen lassen und mache einen Schlenker zum Eingang Nord. Eine junge Dame steht am Taxistand. Sie hat eine Umhängetasche um, auf der steht –Gutscheine für Taxifahrer-. Ich schließe mich hinten an die fünf wartenden Taxis an. Sie kommt schon auf mich zu und überreicht mir jeweils einen Gutschein für einen Becher Kaffee und eine Breze. Das hatte ich doch schon heute früh. Die Butter und der Honig fehlen. Ich bin dankbar, den: Einem geschenkten Barsch, schaut man nicht in den … Kiemengrund.

Ich kann hier aber nicht stehenbleiben. Um 11.45 Uhr habe ich noch eine Vorbestellung zum Flughafen. Um 12.30 Uhr bin ich mit meinen Fahrten soweit fertig. Die Bilanz bisher ist super. Viermal Flughafen und die „geschenkte“ Fahrt zur Messe mit den Persern.

Die Nacht war kurz mittags fallen mir die Augen zu. Ich fahre zu unserem -> Kombinat und schlafe auf dem Parkplatz hinter dem Steuer ein. Ich wache auf und hole mir einen großen Becher Kaffee und fange an zu posten. Während des Schreibens kommen zwei Kollegen und laden mich zum Kaffee ein. Bis jetzt läuft die Woche gut, ich habe Umsatz gemacht, geschlafen und literweise Kaffee getrunken.
Vom Kaffee habe ich jetzt genug – von den anderen nicht.

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Bloody Monday sweet and salty

Montag morgen gibt es viel zu tun. Und früh aufstehen muss der Flughafentaxler. Sehr früh. Wenn die ersten Bestellungen um 4.30 Uhr sind, heißt es um 3.30 raus aus den Federn. Umso gnadenloser ist es, wenn wie diesen Sonntag die letzte Abholung am Hafen um 22.30 war. Bis die Kunden rauskommen, bis dann endlich das Gepäck kommt, bis man die abgeliefert hat, bis man selbst zuhause ist, … . Aber ich bin froh um meine Kunden und meinen frühen salzig-süßen Trost am Montag in der Früh am Flughafen.
Es ist fast schon ein Ritual, auf das ich mich schlaftrunken freue. Auf der Ebene 03 im Terminal 2 gibt es eine Backstube. Die Bäckerei öffnet schon um fünf Uhr. Um diese Zeit sind die meisten Kunden die Flughafentaxler. Der Kaffee ist Standard. Den hat Jeder in der Hand. Dazu gibt es Croissants oder Nußschnecken. Auch das „Airport-Frühstück“ (Zwei Semmeln, Butter, Marmelade, Kaffe) ist bei den Kollegen beliebt.
Ich aber brauche meine Honigbreze! Ja ich leide unter Geschmacksverirrung. Aber das ist absolutes Muss am Montag in der früh. Am besten gelingt der kulinarische Trost wenn die Brezn schön resch (knusprig) und voller grobkörnigem Salz ist. Die Butter ist schon auf dem Laugengebäck, die bei uns übliche Butterbrezn gibt es an jeder Ecke. Den goldgelben Honig lasse ich aus dem kleinen Töpfchen auf die Butter fließen. Schließe dann vorsichtig mein Kunstwerk mit dem oberen Teil der Brezn. Nach einem Schluck Kaffee, dann der erste Biss. Der Honig läuft über die Finger auf das Hemd und dann auf den Tisch. Aber nichts kann mich jetzt mehr zurückhalten. Stück für Stück kaue ich genüsslich mein Frühstück. Die unverständlichen Blicke der Reisenden aus aller Länder ignoriere ich. Die haben ja nicht mal Brezn, die Armen!
So, und nur so, überlebe ich meine Montag Morgen. Das musste jetzt die Welt wissen. Basta!

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Sonntag, 16. Januar 2011

BAU 2011

Ich hab sie schon gesehen. Die hübschen Mädchen, die an den Taxiständen am Flughafen und an den Bahnhöfen die Taxireihen entlanggehen. Sie bringen uns die Karten der Etablissements und Süßigkeiten. Ich habe einen Schokoriegel erwischt. Bei der Gelegenheit werden uns gleich die Preise erklärt. Ein Blick auf die Plakate, die Taxifahrer wissen Bescheid - morgen macht sie auf, die BAU 2011, die kleine Schwester der BAUMA. Die Messe für Tag- und diesmal mehr für die Nachtfahrer.

Um was es geht:
Ausgestellt werden Materialien und Systeme für Industrie- und Objektbau, Wohnungsbau sowie Innenausbau. Bei der -> BAUMA waren es die Maschinen, jetzt sind die Materialien und Baustoffe dran.




Wann und Wo rollt der Rubel?
Die Messe beginnt am Montag, den 17.01. um 9.00 Uhr mit einer Begrüßungsveranstaltung am -> Neuen Messegelände in Riem. Die ersten Gäste kommen schon heute Abend am Flughafen an. An allen anderen Tagen bis zum Samstag den 22.01. beginnt die Messe um 9.30 Uhr ( eine halbe Stunde später als sonst. Die Veranstalter wollen den dicken Frühverkehr vermeiden. Gute Idee . Davon haben wir Tagfahrer auch was!) Schluss ist jeden Tag, außer am Samstag, dem letzten Tag, um 18.30 Uhr. Am letzten Tag ist schon um 17.00 Uhr Schicht im Schacht. Am Freitag und am Samstag gehen dann vermehrt die Flughafenstiche von der Messe weg.

Wen fahren wir?
Architekten (Innen-, Außen-, Landschaft-), Ingenieure, Berater für kommunale und staatliche Baugenehmigungsbehörden.
Investoren ( für Wohnungsbaugesellschaften / private und kommunale Bauträger) Fondsmanager, Immobilienmakler, Facility Manager (= so was wie Hausmeister)
Handwerksbetriebe Bodenleger, Dachdecker, Estrichleger, Fassadenmonteure, Fensterbauer, Fliesenleger, Glaser, Installateure , Klempner, Landschaftsgärtner (sofern sie nicht Taxifahren), Maler, Maurer, Betonbauer, Parkettleger, Schreiner, Stuckateure, Zimmerer ….
und von all Denen werden 210.000 von 1.900 Ausstellern erwartet. Die ausstellenden Firmen sind nach ->Fachbereichen geordnet in den Hallen untergebracht. Zum ersten Mal gibt es bei dieser BAU eine Freifläche. Aber ihr seht, die Leute die kommen sind alles keine typischen U-Bahnfahrer.

Nach der Messe steht dann hier wie es war.
Montag: ->Fängt gut an
Dienstag:->Wird schwächer
Mittwoch: Um die Mittagszeit habe ich eine Fahrt zur Messe. Ich stelle mich an den Messeeingang West. Nach exakt einer Stunde bekomme ich eine Fahrt zurück in die Stadt.
Donnerstag: Am Bahnhof steigt mir eine Dame zu, sie will zur Messe. Diesmal zum Osteingang. Dort bleibe ich stehen und bekomme eine Fuhre mit fünf Schwaben zum Weißen Bräuhaus im Tal.
Freitag: Nach meiner -> Tour mit den Holländern komme ich an der Messe vorbei. Ich will noch eine Fahrt in meine Richtung, einen Heimatstich, mitnehmen. Gemeinsam mit meinem Kollegen, der vor mir in der Reihe wartet, kommen wir zu folgender Erkenntnis. Die Geschäftsleute waren schon während der ersten drei Tage da. Jetzt kommen zwar viele Messebesucher, meist Handwerker, aus der Messe. Die gehen aber in Massen zu den Bussen, die auf dem großen Parkplatz östlich der Messe abgestellt sind. Für uns bleiben nicht so viele Kunden übrig. Ich erwische eine Tour zum Karl-Marx-Ring (den gibt’s tatsächlich auch in München) nach Neuperlach. Ganz die andere Richtung. Aus meinem Heimatstich ist nichts geworden.
Samstag: Heute lässt mich die BAU kalt. Ich bin den ->ganzen Tag im Wald.


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Samstag, 15. Januar 2011

Bambi hat Schonzeit

Seit heute haben die Rehkitze, Geißen und Schmalrehe Schonzeit (in Bayern). Die Böcke schon seit dem 15.Oktober.
Die Geißen werden Ende Juli in der Blattzeit beschlagen. Würde die Geiß ihre Kitze nach der viermonatigen Embryonalphase setzen, hätten die jungen Tiere im äsungsarmen Winter keine Überlebenschance. Da behilft sich die Natur mit einer 18wöchigen Eiruhe (Diapause). Die Kitze kommen dann erst im satten Mai zur Welt. Daher die Schonzeit von jetzt, während der Embryonalphase bis zum 01.September, von da an können die Kitze alleine überleben.
Felix Salten, ein österreichischer Redakteur, Schriftsteller und, man glaubt es kaum, Jäger schrieb 1923 den Roman: „Bambi - Eine Lebensgeschichte aus dem Walde“. Der Inhalt ist bekannt. Zehn Jahre später kaufte der U.S. – amerikanische Regisseur Sidney Franklin die Filmrechte des Romans. Seinen Plan einen Realfilm zu drehen erwies sich als nicht durchführbar. Ein Zeichentrickfilm mit dem Inhalt war möglich. So nahm sich 1935 Walt Disney Bambi an und produzierte den bis heute populären Film Bambi.




Rehe gibt es, außer in Irland und Island, in ganz Europa, nicht aber auf dem amerikanischen Kontinent. Für Disney und seine Zeichner war klar, Salten schrieb über einen Hirschen. So wurde aus Bambis Papa, dem Rehbock, ein Hirsch. Der Film schwappte zurück nach Europa, für viele Kinder, ich muss gestehen für mich auch, war klar, ein Reh ist die Frau von einem Hirsch. Der ->Bambi – Irrtum geistert noch immer in unseren Köpfen. Ich bin erst dahinter gekommen als ich mit einem Rehbock konfrontiert wurde. Irgendwie passte so was nicht in mein Weltbild. Ich bin mir sicher das war bei einigen Jägern (bevor sie das wurden) auch so – nur gesagt hat es keiner.

Freitag, 14. Januar 2011

Wladimir beim Onkel

Das ist das Haus Kaiserstraße Ecke Römerstrasse in München. Jetzt hat es die Adresse Kaiserstraße 46, vor hundert Jahren war es noch die Kaiserstraße 53. Um 1900 war im Erdgeschoß die Gaststätte „Zum Onkel“. Der Wirt, Georg Rittmeyer, Brauereibesitzersohn aus Forchheim, Sozialdemokrat, überließ dem Russen Wladimir Iljitsch Uljanow nicht nur einen Teil seiner Wohnung, sondern auch seinen Namen.
Wladimir, frisch aus der Verbannung, kam über Genf nach München. In Genf besprach er sich mit seinen Genossen wegen der Herausgabe der Zeitung Iskra (Der Funke). Als Verlagsort wurde München gewählt. Wladimir war inkognito unterwegs. In seinen Briefen an seine Familie erweckte er den Eindruck als sei er in Prag. Wenn er in seinen Briefen von den „Tschechen“ sprach, meinte er die Münchner. Einmal schrieb er von einer Maifeier, bei der die Tschechen (Münchner) ihre Rüben (unseren geliebten Radi) mitnahmen. Die Tarnung war so perfekt, dass seine Frau Krupskaja, die ihn besuchen wollte, nach Prag und nicht nach München fuhr. Von einem Kontaktmann am Prager Bahnhof erfuhr sie, sie solle in Schwabing in München nach einem Rittmeyer fragen – das wäre ihr Mann Wladimir.

In München traf sie dann überrascht auf den dicken Gastwirt Rittmayer Schorsch. Der konnte sie dann mit ihrem Mann, der sich inzwischen Iordan K. Iordanov nannte, zusammenführen. Aber nicht lange, bald wurde der Name und die Anschrift gewechselt. Jetzt wohnte das Ehepaar in der Schleißheimer Straße 106 unter dem Namen Mayer. 20 Jahre später wohnte in der gleichen Straße ein Politiker, der auch weltbekannt werden wird, aber aus einem ganz anderen Lager kommt. Unter einem weiteren Namen, Dr. Jordanow, kommunizierte er postalisch mit halb Europa. Als Deckadresse diente die Praxis des ->sozialdemokratischen Ärztepaars Adams-Lehmann in der Gabelsbergerstraße (Maxvorstadt).
Während seiner Münchener Zeit arbeitete der Revolutionär an der ins Leben gerufene Zeitung „Iskra“ und an seinem Werk „Was tun?“. Die letzte Adresse der Uljanows in München war in der Siegfriedstraße 14. Aus München konnten die Beiden nicht nur angenehme Erinnerungen mitnehmen –

„Die Münchner Zeit blieb uns stets in angenehmer Erinnerung...Alle spärten das Wachstum der Organisation, alle waren von dem Bewusstsein durchdrungen, daß der richtige Weg zur Schaffung der Partei gefunden war.“
Krupkskaja

- sondern auch den Namen, unter dem der Russe in der ganzen Welt bekannt wurde, - Lenin

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Donnerstag, 13. Januar 2011

Express zum Espresso

Ich dürfte sie ja wieder abholen. -> Meine Amerikaner die ich nach Österreich gebracht habe. Wir knipsen noch ein Foto vor dem typisch alpenländischen Hotel. Ein Fahrgast meint zu dem Bauwerk:
“Very Europe.“
Meine Fahrgäste sind heute alle sehr nice und zurückhaltend. Bei der Rückfahrt über die Tauernautbahn fragt einer meiner Fahrgäste mich und die anderen ob wir denn auf der gleichen Strecke hingefahren wären. Ich bejahe. Warum?
“I can´t remember all the tunnels.”
Da ist er nicht der Einzige. Ich denke mal, daran können sich alle nicht erinnern. Meine braven Fahrgäste haben eine Pause beim Dinzler verdient. Da war ich erst mit Christian vor zwei Tagen, als ich wieder allein auf dem Rückweg war. Es gibt zwei Ebenen, auf der unteren gibt es eine große Bar mit Kaffeespezialitäten und süßen und pikanten Snacks, auf der oberen ist ein Restaurant. In der unteren Bar ist auch der Eingang zu einem kleinen Rundgang. Man kann über eine Brücke durch die Kaffeerösterei gehen. Von oben beobachten wir wie unter uns die Kaffeebohnen geröstet und abgepackt werden. Im nächsten Raum wird hochmodern der Anbau und die Verarbeitung von Kaffee gezeigt. Im anschließenden Raum wird ein kleiner fünfminütiger Film über die Familie Richter und das Kaffeehaus Dinzler gezeigt. Meine Gäste wollen nur einen Quick-Stopp. Toilette, einen Blick in die Rösterei und dann an die Bar.

Christian hat mich vor zwei Tagen auf eine Tafel aufmerksam gemacht. Auf der Tafel steht mit Kreide geschrieben allerlei Interessantes über Kaffe geschrieben. Eine will ich nicht vorenthalten. Die des Sospeso. Eine alte Tradition die im Großraum Neapel gepflegt wurde. Hat ein Italiener einen guten Tag, oder ein gelungenes Geschäft getätigt, oder…, oder…, oder…. Bestellt er beim Barista einen Sospeso (Aufgehobenen). Er bekommt einen Espresso, bezahlt aber zwei. Kann sich jemand keinen Espresso an der Bar leisten, fragt er den Wirt nach einem Sospeso. Gibt es einen, bekommt er ihn auch gratis frisch aufgebrüht. Leider geht diese soziale Tradition verloren.
Immer mehr Italienern ist es peinlich zu fragen: "C´e un Sospeso?“ („Gibt es einen Aufgehobenen?“). So stirbt ein schöner Brauch.
Espresso zubereiten ist eine Wissenschaft, guten Espresso brühen ist eine Kunst. Natürlich gibt es einen Standard. 25 ml, 70 Grad heißer Espresso soll in 25 Sekunden mit 9 bar mit 90 Grad heißem Wasser durch 7 Gramm Kaffee gepresst werden. Für die Kaffeebohnen gibt es keinen Standard. Es ist das Geschick des Baristas aus einem koffeinhaltigem Heißgetränk einen Espresso zu machen. Ist die Brühtemperatur zu hoch, sind die Bohnen zu fein gemahlen oder zu stark komprimiert, dauert die Durchlaufzeit zu lange, ist zu viel Kaffeemehl im Filter, oder ist der Durchpressdruck zu hoch, rächt sich der Espresso mit bitterem Geschmack. Auch die Crema muss gelingen, sie darf nicht zu hell oder zu dunkel und sie muss fest sein. Zwei Gramm Zucker muss die Crema schon aushalten. Espresso ist die Grundlage vieler, nicht nur italienischer Kaffeegetränke.
Ich trinke meinen Espresso am liebsten freddo / cortado. Dabei kommt nur ein wenig Milch in die Tasse. Das Fett der Milch, und wenn es nur ein paar Tropfen sind, bringt den Espresso zum schmecken. Ob er dann gut oder schlecht ist, ist Geschmacksache. Aber zunächst muss er geschmeckt werden.


Während des Taxifahrens kriege ich das an jeder Tankstelle. Ich bestelle einfach einen Espresso und schütte dann die Hälfte der, in kleinen Plastikbechern mit Aluminiumdeckeln verpackten, Milch dazu. Das erzähle ich auch meinen Fahrgästen. Aus einem Land kommend, die angefangen haben Sirup mit Vanille- oder Haselnussgeschmack in Filterkaffe zu schütten, finden die meine Ausführungen very Europe was so was wie chic bedeuten muss.

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Mittwoch, 12. Januar 2011

Trinkgeld: Zigaretten aus Griechenland

Trinkgeld ist wichtig. So zeigt es uns wie zufrieden die Kunden mit unsere Dienstleistung waren. Über die Höhe des Trinkgelds wird fast schon eine Philosophie entstanden. Welche Gruppe von Fahrgästen tippt wie viel.
Gäste aus dem Ausland, die zum ersten Mal in Deutschland sind, treffen in aller Regel zuerst auf den Taxifahrer am Flughafen oder Bahnhof. Gelegenheit für unsere Touristen zu fragen wie viel Trinkgeld in Deutschland üblich ist. Die Antwort bringt mich dann in Verlegenheit. Ich weiß, ich bin dann der Erste bei dem dann das neu gewonnene Wissen angewandt wird.



Schön finde ich es, wenn ich als „Trinkgeld“ ein kleines Geschenk bekomme. Ich rede jetzt nicht von den Feuerzeugen oder Kugelschreibern, die wir Taxifahrer von den Messebesuchern zugesteckt bekommen. Nein! Interessant sind die kleinen Dinge die es bei uns nicht an jeder Ecke gibt.
Diese Woche war das Gesprächsthema während der Taxifahrt das Rauchen. Rauchst du? Wie viel? Darf man in Deutschland in keinem Taxi rauchen? Was rauchst du? Passenderweise habe ich nach der Fahrt eine Schachtel Zigaretten bekommen. Griechische.
Griechische -> Zigaretten in Griechenland gekauft kosten verschieden. Es gilt was in vielen Ländern, aber nicht in Deutschland, üblich ist. Bei uns kostet jetzt die Schachtel in Normalgröße 4,80 €. Egal welche Marke. Einheimische, wie Roth-Händle, Reval oder Salem, ausländische Marlboro, Camel, oder Gauloises – jede Packung kostet (bis auf wenige Ausnahmen) 4,80 €.

Griechische Zigaretten kosten dort nicht nur verschieden, sie werden diesen Monat auch viel teuerer. Schuld daran; die Tabaksteuer. Die Griechen rauchen deswegen kaum weniger. Der Umstieg auf eine günstigere Marke ist eine Alternative. Das vor nicht ganz zwei Jahren Rauchverbot auf öffentlichen Plätzen wird in Griechenland kaum eingehalten. Für die bei uns geübte Praxis, dass der rauchende Taxifahrer in seinem eigenen Taxi nicht raucht, weil er nicht darf - dafür hat der Gast aus Griechenland nur ein müdes Lächeln und seine angebrochene Packung Zigaretten übrig.
“ Ότι.“ - Danke lieber Fahrgast, ich lass es mir schmecken.


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Dienstag, 11. Januar 2011

Lernsystem

Am 23.Mai ist meine erste Prüfung zur Jägerprüfung. Ich muss endlich anfangen zu lernen. Nicht wie bisher. Ein Lernheft liegt im Taxi, wenn ich am Taxistand stehe, stecke ich meine Nase nicht in das Heft, sondern laufe auf und ab. Ein Lehrbuch liegt auf dem Nachtkästchen, bevor ich einschlafe, nehme ich nicht das Buch in die Hand, sondern den Laptop. Jetzt muss ein Plan her. Bis zum 23. Mai sind es noch 18 Wochen. Ich habe neun Lerngebiete:

1) Land- und Waldbau, Wildhege
2) Wildkrankheiten, Verwerten und Versorgen von Wild
3) Jagdrecht Bayern
4) Haarwild
5) Waffenrecht
6) Jagdhunde
7) Jagdliche Praxis
8) Waffen und Munition
9) Federwild



18 Wochen, 9 Lerngebiete das passt ganz gut. Ich kann mich jede Woche auf ein Lerngebiet konzentrieren, bis zur Prüfung habe ich dann jedes zweimal durch. Die Lerngebiete sind verschieden umfangreich, ich kann aber etwas tricksen. Bei Waffenrecht und Waldbau bin ich schon vorbelastet. Da kann ich mich noch an dem umfangreichen Gebiet Haarwild üben. Das ganze wird gleich besiegelt, geplant und aufgeschrieben. Mit einem grünen Stift trage ich in meinen ->Kalender immer am Montag das Thema der Lernwoche ein. Jetzt noch etwas Disziplin, dann wird es schon schiefgehen. Aufgeschrieben ist es schon mal.

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Montag, 10. Januar 2011

Kaufrausch

Im Fernsehen lief die Saturn-Reklame mehrmals am Abend. Aus dem Slogan „Geiz ist geil!“ wurde inzwischen „Geil ist geil!“. Heute, und nur heute am Montag, gibt es bei Saturn eine Digitalkamera für 39,- €. Das ist das-> Angebot .
Es ist eine FUJIFILM Finepix AX 250 mit 14 Megapixel. Das wäre der richtige Fotoapparat für mich. Schön klein, ich könnte ihn in sogar in die Hemdtasche stecken. Der Apparat hat einen 6,9 cm LCD –Monitor. Der fünffache optische Weitwinkel-Zoom (ab 28 mm) wäre für Fotografien für meinen Blog ideal. Mein Taxi ist in der Werkstatt. Ich mache mich ohne schlechtes Gewissen auf den Weg zum Saturn. Unser nächster Saturn ist in der Hanauer Straße, gleich gegenüber des OEZ , des Olympia-Einkaufs-Zentrums. In der Fotoabteilung beim Saturn sind alle Verkäufer in Kundengesprächen verwickelt. Geduldig höre ich zu wie einem Kunden das Aktivieren des Datumstempels erklärt wird. Ein weiterer Kund ist nicht so geduldig.
“Wo gibt’s den die Fotoapparate für 39,-€“
“Dort wo die Menschen sind.“ antwortet der Verkäufer und deutet mit dem Kinn an das Ende des Regals. Das gleiche wollte ich auch fragen. Ich drängle mich zwischen die Leute. Sie und ich stehen vor einer leeren Gitterbox. An zwei Sicherungskabeln hängt jeweils ein silberfarbener und ein schwarzer FUJIFILM Finepix AX250. Die beiden Geräte gehen von Hand zu Hand. Jeder probiert die Funktionen aus. Ein Mitarbeiter erklärt, dass am Nachmittag noch eine Lieferung kommt. Interessenten können sich in eine Liste eintragen und so einen Fotoapparat für sich reservieren lassen. Das will ich nicht! Ich müsste dann ja noch mal kommen, der Preisvorteil würde sich dann in Luft auflösen. Weil ich schon mal da bin, gehe ich wieder an das Regal mit den anderen Digitalkameras. Die billigste kostet 79,-€. Ich nehme unschlüssig einen Apparat in die Hand und taste mich durchs Menü. Ich ärgere mich über mich selbst, weil ich was kaufen wollte, es nicht bekomme, und dann doch was kaufe, was ich vor einer Stunde gar nicht wollte.
Der Verkäufer erklärt dem Kunden immer noch den Fotoapparat. Inzwischen sind sie beim Thema Laptop und Digitalfotografie.
“Da können Sie gleich mit dem iPhone fotografieren.“ schnappe ich auf. Ich besinne mich. So eins habe ich ja in der Tasche. Gleich zurück zur leeren Gitterbox. Ich mache ein Foto mit meinem iPhone und verlasse zufrieden mit mir den Saturn.
Aber kaufen will ich jetzt doch was! Das Fieber hat mich gepackt. Meine Frau ärgert sich schon seit Wochen über meinen zerschlissenen Trachtenjanker. Gleich um die Ecke, in der Triebstraße ist ein Factory Outlett von Loden Frey. Drei Minuten später stehe ich dort auf den Parkplatz. Die freundliche Verkäuferin findet sogar einen Janker in meiner Größe der mir gefällt. Was mich schreckt ist der Preis. 299,-€ steht auf dem Etikett. Sie kann mich beruhigen:
“Das ist der normale Preis. Hier kostet er 195,-€.“


Ich schlage zu. Sind das schon die Auswirkungen von meinem Zusammenleben mit einer Frau und zwei Töchtern? Oder fängt so der Kaufrausch an? Egal! So ein Lodenjanker ist auf alle Fälle wärmer und kleidsamer als eine Digitalkamera. Und fotografieren? Fotografieren kann ich ja mit meiner alten Canon PowerShot oder mit meinem Telefon.

Abendstrich



Jetzt hatten wir Jagdschüler der ->deutschen Waidmannsgilde drei Wochen Winterpause. Morgen Abend geht es weiter. Waffenhandhabung steht auf dem Stundenplan. Waffenhandhabung ist wichtig, laut unseren Jägermeistern Ausbildern fallen in diesem Fach 25 % der Kandidaten zur Jägerprüfung durch.
Ich nutze die Pause zum Lernen von ->Enten. Die hab ich auch gejagt- mit dem Fotoapparat. Und erwischt habe ich ein rinnendes Schof Stockenten am Messesee. Ganz praktisch neben dem Taxistand, während ich auf Fahrgäste warte.
Stockenten sind die am häufigsten vorkommenden Wildenten in Bayern. Die Stand-, Strich- und Zugvögel sind an ihrem hohen Stoß sofort als typische Schwimmenten zu erkennen. Am aufstehen erkennt man die Schwimmenten auch. Sie springen aus dem Wasser. Die aufstehend Tauchenten „laufen“ mit ihren Latschen noch zwei drei Schritte über die Wasseroberfläche. Aber die Stockenten sind sowieso für mich die am leichtesten zu erkennenden Wildenten. Der blaue Spiegel beim Erpel und bei der Ente sind unverwechselbar. Genauso wie der weiße Ring um den Hals des Erpels. Im September haben die Erpel in ihr farbenprächtiges Brutkleid gemausert (Raue heißt das Mausern bei Enten in der Waidmannssprache). Die Stockenten brüten zwischen Ende März bis Ende Mai am Boden in 28 Tagen 8-14 Eier. Die Jungenten können sofort schwimmen und sind nach 8 Wochen flugbar.
Die Enten gründeln Wassertiere, Larven, Wasserpflanzen und sogar Jungfische. Der Seihschnabel ist dabei ihr Werkzeug. An Land weiden sie Sämereien (Getreide oder Eicheln).
Die ausgewachsenen Wildenten haben nur den Fuchs oder Habicht zum Feind. Den Kücken werden noch Iltis, Ratte, Möwe, und Rabe gefährlich. Ein großer Hecht kann auch so ein kleines Kücken reißen. Ein seltener, aber störender, Feind sind dann noch Taxifahrer die zu lange auf Fahrgäste warten. Die Schonzeit der Stockenten beginnt erst am Samstag in fünf Tagen (am 15.Januar) bis zum 1.September. Alle anderen Enten haben Schonzeit bis zum 1.Oktober. Bis dahin haben sie Ruhe – nicht aber vor Taxifahrern mit Fotoapparat in der Tasche.

PS.: Abendstrich ist das Fliegen der Enten am Abend, nicht das was wir im ersten Moment dachten.

Sonntag, 9. Januar 2011

Beers And Bears

Verspätet aber es ging dann doch los, die Fahrt nach Österreich. Meine Fahrgäste, fünf U.S. Amerikaner und ein Engländer. Auftrag: Team Building. Auf eine Dame müssen wir noch warten. Die Amerikaner verschwinden im EDEKA am Terminal. Als ich sie wieder sehe, hat einer meiner Gäste eine Palette Paulaner Bier auf den Armen. Auf den Halbliterdosen hat noch eine Riesenpackung Gummibären gelegt.
Bei der Abfahrt klappen wir die Rückbank meiner Beifahrerbank nach vorne. Jetzt können wir die Getränke abstellen. Es passiert was ihr ahnt, noch auf dem Flughafengelände reißt die Pappe der Verpackung auf, bei der ersten Kurve poltern 24 Dosen durch das Taxi. Auf der Autobahn werden die Dosen verteilt. Ich sehe es schon kommen, die Dosen sind gut geschüttelt, bei jedem Zischen beim Öffnen der Dosen erwarte ich einen Schwall des Gerstensaftes im Genick. Aber irgendwie haben meine Gäste es drauf, kein Tropfen des wertvollen Nasses wird verschüttet.
Die Dosen werden immer leerer, die Gäste immer lauter. Angefangen hat es mit; Ein Prosit, ein Prosit der Ge-müt-lich-keit, eins zwei gsuffa. Ein Gast spricht Pennsylvanien-Dutch. Er bringt den andern die richtige Aussprache bei. Das Wort gsuffa kennt man in Pennsylvania nicht. Das muss ich übersetzen. Als endlich nach gefühlten 100 Wiederholungen der Übergang von dem über den Rachen gekratzten ch zum harten k in dem Wort Gemütlichkeit hinhaut ist das erst der Anfang der Party. Der Trinkspruch wird fleißig angewendet und endet mit einem tiefen Schluck aus der Dose.


Jetzt werden die Lieder gewechselt. Der Engländer, die Anderen nennen ihn Navy-Guy, gibt Seemannslieder zum Besten. Ich muss gestehen nicht mal schlecht. Jetzt kommen noch irische Volkslieder dazu. Ich bin geduldig, jetzt wird’s mir aber langsam zuviel.
Nach etwas mehr als einer Stunde Fahrt wird ein Half-way-break gefordert und gewährt. Jeder war auf der Toilette, jeder hat dazu Euro-Cent gewechselt. Ich bleibe beim Taxi und schaue mir mal die zweite Reihe an. Nur noch eine Stunde dann bin ich alleine in meinem ruhigen Taxi, tröste ich mich. Die Fahrt geht weiter. Jetzt kommen die Gummibären hervor.
“I want Gamibears“ fordert der Eine.
“GUUUmmibers“ verbessert ihn der Andere.
Sie fragen mich, ich antworte:“ Guuummibäääreeen!“
Denken tu ich mir dabei: Solange ihr die schleckt seid ihr ruhig. Wir sind 25 Kilometer vor dem Ziel, auf der Autobahn, diesmal wollen sie einen Pee-Stop, aber plötzlich. Die nächste Autobahnraststätte ist zu weit. Also fahre ich auf von der Autobahn ab, bei der nächsten Gelegenheit, auf dem Hof einer Zimmerei bleibe ich stehen. Die Männer stürmen aus dem Taxi. Die Frau bleibt sitzen. Obwohl sie hinter der Halle niemand sehen würde, geniert sie sich. Als wir losfahren bittet sie mich schnell zu fahren. Manchmal sind Taxifahrer auch Kindergärtner.
Noch 10 Kilometer bis zum Ziel. 10 Kilometer! Wir sehen eine Raststätte, hier soll ich unbedingt stehenbleiben. Die Herren, frisch entleert, schreien nach Bier, die Dame hat Bier, schreit nach „Entleerung“. Was bleibt mir übrig. Ich bleibe stehen. Meine Fahrgäste zerstreuen sich – auf die Toilette, ins Gasthaus und in die Tankstelle.
Als sie wieder kommen haben sie – einen glücklichen Gesichtsausdruck, Paulaner- /Gösser- Bierdosen und Jega-Shoots. Unsern heiligen Jägermeister nennen sie Jega-Shoots!
Unser Biervorrat vom Flughafen war aufgebracht. Ich rechne: 24 Dosen, 6 Personen, zwei Stunden Fahrt, Ergebnis: Viel!
Die letzten 10 Minuten bekommen wir auch noch über die Bühne. Auf dem Rückweg freue ich mich schon auf das Treffen mit Christian beim Dinzler am Irschenberg. Er hat erst diese Woche einen ->Post über den Dinzler geschrieben.



Ich muss das Taxi noch bei der Werkstatt abstellen. Das Navigationsgerät im Datenfunk der Genossenschaft zeigt mir einen 4,1 Kilometer weiten Nachhauseweg an. Obwohl es nur 3,2 Kilometer zu Fuß sind ( Ich kann die Treppe von der Lindberghstraße auf die Brücke benützen und spare mir die angezeigte Schleife) komme ich mit 10 Minuten nicht ganz hin. Der Verdauungsspaziergang nach Hause hat mir gut getan. Eines will ich feststellen. Ich hab ihn ohne Pinkelpause geschafft.

"Retten Überlebende"

Meine Kunden haben ihren Flug verpasst. Sie kommen aus Frankfurt. So ist es kein großes Problem, nehmen sie die nächste Maschine. Inzwischen kann ich am Flughafen warten und fahre zur OMV Tankstelle am Ostende der Start- und Landebahnen. Für eine Fahrt nach Österreich mache ich das gerne. Bei der Anfahrt bemerke ich vier Feuerwehrfahrzeuge auf einem kleinen Hügel. An einem Ende des Hügels stehen Menschen mit Fotoapparaten. Heute ist Sonntag, die stehen sonntags öfter da. Aber was macht die Feuerwehr? Mein Frühstück muss warten. Neugierde ist größer als Hunger.

Ihr könnt euch vorstellen wie schnell ich getankt und bezahlt habe. Mein Taxi geparkt und über die Straße auf den Hügel. Ein Pärchen kommt mir entgegen und ich frage gleich was da passiert sei, und was die Feuerwehr macht
“Die retten Überlebende.“ gibt mir die Dame zur Antwort.
“Überlebende? Was ist passiert?“
Nein nur eine Übung beschwichtigt sie. Die Feuerwehrmänner haben in das Eis, das den künstlichen Teich bedeckt Löcher geschnitten. Ein Feuerwehrmann mit dickem orangefarbenen Anzug rutscht zum Loch geht ins kalte Wasser und mimt ein Opfer das ins eis eingebrochen ist. Die anderen Männer der -> Flughafenfeuerwehr sichern den Retter, ebenfalls im orangefarbenen Anzug, mit Seilen. Dieser schnappt sich ein Schlauchboot und schiebt es zu dem Eisloch. Er nimmt den noch nicht Versunkenen auf. Seine Kameraden am Ufer ziehen das Gespann über das glatte Eis an das feste Land.






Die Münchener Flughafenfeuerwehr ist gegen alles gewappnet, wenn sie sogar das Retten von ins Eis eingebrochenen übt. Aber jetzt wird gepostet und dann gefrühstückt.


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