Montag, 26. November 2012

Dreizehnter

Warum stelle ich mich als dreizehntes Taxi in an einen Taxistand im Osten Oste von München? Ist es die pure Verzweiflung? Nach zwei Stunden am Holiday Inn City Center erwische ich einen Einsteiger aus dem Hotel zum Otto-Hahn-Ring. Die Fahrt war mit 16,90 € über dem Durchschnitt einer Taxifahrt - aber ohne Trinkgeld und mit Kreditkarte.



Egal, auch wenn ich jetzt der Dreizehnte am ICM – Stand bei der Messe bin, so bin ich doch der einzige und erste Taxibus in der Reihe. Das gibt zumindest schon mal einen Blogeintrag und vielleicht sogar einen zweiten, wenn die Leser wissen wollen wie lange ich gewartet habe und wo es hingegangen ist.

Freitag, 23. November 2012

Laß die Puppen tanzen

Die Taxifahrer die oft in der Innenstadt unterwegs sind werden sie kennen, die freundliche Dame die während des Sommers vor der Sankt Peter Kirche am Viktualienmarkt Ecke Tal ihren Schwebetrick vorführte. Weißgeschminkt saß sie stundenlang scheinbar schwebend mit einem Stock in der Hand in der Luft und ließ die Füße baumeln. Es dauerte Woche bis wir uns grüßten. Schließlich beantwortete sie meinen Gruß aus dem Taxifenster mit einem:

“Good Journey, Sweetheart!“

Wenn sie einmal Pause machte, deckte sie, um den Trick geheim zu halten, ihre Apparatur sorgfältig ab. So wie an einem Tag im Oktober. Beim Vorbeifahren schielte ich an die Decke. Heute war sie nicht da. Ihr Eisengestell ist unter Decken versteckt. Ich stelle mich am Taxistand im Tal auf. Neben den Taxis auf dem Bürgersteig hat sich ein Puppenspieler aufgebaut. Er hat eine bunte, viel zu große Hose und ein blau-weiß geringeltes Hemd an. Auf den Kopf eine blaue Kappe.Neben ihm auf dem Boden steht ein CD-Player aus dem ein Saxophon klingt. Ein seiner Hand hält er an einem Gestell die Fäden einer Marionette. Seine Puppe stellt ein rothaariges Mädchen dar, daß ein Saxophon spielt. Die Puppe bewegt sich wie eine richtige Saxophonspielerin. Ihre Holzfüße bewegen sich zum Takt der Musik aus dem Rekorder.

Die von dem Schwebetrick bekannte weiß geschminkte Dame taucht auf. Sie stellt sich zunächst mit Abstand neben ihren Kollegen und beobachtet interessiert sein Puppenspiel. Nach einer krzen Begrüßung sprechen die Beiden in vier Sprachen kauderwelschend über ihre vergangenen Auftritte in den verschiedensten europäischen Städten. Der Clown bedient sich vorwiegend der deutschen und einer slawischen, die Herrscherin über die Schwerkraft, benützt bevorzugt die spanische und englische Sprache. Jeder versteht aber was der jeweils andere sagen will.

Der Puppenspieler bietet der Dame seine Marionette an. Das läßt sie sich nicht zweimal sagen. Sie übernimmt vorsichtig das Gestänge aus der Hand des Clowns. Die Puppe hüpft jetzt ohne Takt auf dem Asphalt, dabei schwenkt sie ihr Blechblasinstrument durch die Luft als ob sie unsichtbare Fliegen jagen will.
Sanft greift der Clown ein. Er führt die Marionette mit feinen Bewegungen. Ihre Hände bleiben dabei auf dem Gestänge. Die Hände des Puppenspielers ziehen sich langsam zurück. Das kleine Mädchen fängt sofort wieder an zu hopsen und zu springen. Sie gibt auf und legt die Stäbchen wieder zurück in die Hände des Clowns.



Sie stellt sich wieder neben ihm und unterstützt ihn lieber mit einem Tipp. In Spanien, sagt sie, wäre es heuer ein großer Trend. Marionetten, die zur Musik tanzen. Aber er müsse unbedingt das Mädchen durch ein Skelett ersetzen. Die Leute wollen Skelette tanzen sehen, verrät sie dem Puppenspieler.

Mir tut es fast leid, als ein Fahrgast kommt und mich entführt. Es war doch so interessant. Der kurze Einblick in die Welt der Straßenkünstler. Den Mann in dem Clownkostüm habe ich vorher und nachher nicht gesehen. Die Schwebekünstlerin ist jetzt nach ein paar Wochen auch verschwunden.

In meiner Phantasie male ich mir aus wie die Beiden in einer spanischen Stadt neben einem CD-Player stehen. Jeder hat eine Skelettpuppe an den Fäden hängen. Ein Skelett bläst die Trompete, das andere hopst über den spanischen Trottoir. Daneben steht ein Taxista, beobachtet die Szene und beschreibt sie am Abend in seinem Blog ...

Mittwoch, 21. November 2012

Pflanz di nieder

22 Meter hoch war unser Christbaum am Flughafen München zur letzten Adventszeit. Mit großem Aufwand und vielen Straßensperrungen wurde die über fünf Tonnen schwere Tanne von Grafing (Landkreis Ebersberg) zum Flughafen München transportiert und zwischen den Fahrspuren des Flughafenzubringers aufgestellt und mit vier Spannseilen gesichert. Das Prachtstück schmückten 2000 elektrische Kerzen.

Bis die Sturmböen des Tiefs „Christoph“ über das Erdinger Moos wehten. Die geparkten Maschinen wurden mit der Nase nach Süden in den Wind gedreht.
Den Christbaum hat es gscheit gebeutelt. Schnalzend reißt ein Spannseil. Die illuminierte Tanne fällt um. Der Wipfel erreicht zum Glück nicht ganz den Zubringer. Der Christbaum hat nicht einmal den Nikolaustag erlebt.

Aus Schaden wird man klug. Diesmal wurde wieder eine Weißtanne (Abies alba) angeschafft. Ich habe die Aktion mit Landschaftsgärtneraugen beobachtet. Diesmal kam der Nadelbaum von weiter her. Aus einer Baumschule aus Norddeutschland. Diesmal hat man den Christbaum nicht aufgestellt sondern richtig eingepflanzt. Wenn der jetzt noch anwächst, hat sich die Christbaumaufstellerei und -entsorgung für diese Generation erledigt. Geschmückt muß er aber immer noch werden, so wie heute.




Natürlich ist unser Christbaum diesmal noch! nicht so groß wie der letztjährige. Aber wir wollen ja länger was davon haben.

Montag, 19. November 2012

Bernd-Eichinger-Platz

“Die Sonne schien, da sie keine andere Wahl hatte, auf nichts Neues“
Das war der Titel des Filmes mit dem sich Bernd Eichinger 1967 an der vom Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks gegründeten Filmhochschule bewarb. Die Hochschule für Fernsehen und Film in der Kaulbachstraße, brachte unter anderem einen Roland Emmerich hervor, der mit Independence Day, Godzilla, 2012, Stargate weit über die Grenzen Bayerns bekannt wurde.
1988 zog dann die Filmhochschule aus der alten Villa in Schwabing nach Obergiesing in eine ehemalige Bettfedernfabrik. Das Fahrziel Filmhochschule in der Frankenthaler Straße habe ich als Taxifahrer angefahren.



Seit diesem Jahr ist die neugebaute Hochschule für Fernsehen und Film als einzige Adresse an dem Bernd-Eichinger-Platz 1 an der Gabelsbergerstraße in der Maxvorstadt.
Bernd Eichinger ist in Neuburg an der Donau geboren und in Rennertshofen, gar nicht so weit von meinem Dorf entfernt, zusammen mit seiner Schwester aufgewachsen. Gestorben ist er am 24.01.2011 in Los Angeles. Neuburg a.d. Donau – Rennertshofen – München – Los Angeles alleine seine Wirkungsstätten lassen auf einen nicht alltäglichen Lebenslauf schließen.


Als Produzent hat er viele bekannte Filme auf den Weg gebracht. Hier nur eine kleine Auswahl seiner Filmografie:
1891 Christiane F. - Wir Kinder vom Bahnhof Zoo
1984 Die unendliche Geschichte (Der Ritt auf dem Glücksdrachen in der Bluebox in den Bavaria Studios in Geiselgasteig ist heute noch eine Attraktion)
1986 Der Name der Rose
1990 Werner – Beinhart (der erste Werner Film. Das muß kesseln folgte dann später)
1991 Manta Manta (das Treppchen für Till Schweiger)
1994 Voll normaaal! (mit Tom Gerhard später dann noch Ballermann 6)
1999-2008 Hausmeister Krause (Fangemeinde im Taxibüro. Die Aussendung der Staffel zum Schichtwechsel waren Pflichttermin. Wir wollten uns zu Fasching alle dunkelgraue Hausmeisterkittel und beige Cordhüte kaufen)
2001 Schuh des Manitu (mit Bully und Co.)
2004 Der Untergang
2006 Das Parfüm

Außer seinen Filmen erinnert uns jetzt auch noch der Bernd-Eichinger-Platz zwischen der Alten Pinakothek und der Hochschule für Film und Fernsehen an der Gabelsberger Straße an den Produzenten aus dem schönsten Landstrich Bayerns.

Neue Straßen in München

München wächst nach allen Richtungen. Neue Wohnhäuser und Gewerbeeinheiten werden gebaut. Unsere Genehmigungsbehörde schreibt uns Taxifahrer vor einen Stadtplan der nicht älter als drei Jahre ist, während des Fahrdienstes mitzuführen. Aber jeder Stadtplan, sei er noch so neu, ist nicht aktuell. Aus Kasernenanlagen, wie an der Ackermannstraße, werden Wohnsiedlungen, oder aus Brachflächen , z.B. südlich der Domagkstraße, werden Gewerbegebiete mit hunderten Büros und großen Hotels.




Die Straßen werden immer kürzer und die Straßennamen immer länger. Neue Straßen finden wir Taxifahrer auf die Schnelle in GoogleMaps oder ähnlichen Portalen im Internat über unsere Smartphones. Die sind in der Regel aktuell, aktueller als die Navis oder als die gedruckten Stadtpläne allemal.

Ich will in meinem Blog in loser Folge neue Münchner Straßen vorstellen. Ich werde Bilder dazu einfügen und zu jeder Straße ein paar Sätze schreiben, so daß wir uns leichter daran erinnern. Wenn es mir gelingt werde ich den Text zur Orientierung mit einem Kartenausschnitt ergänzen.

Der Anfang ist gemacht. Hier unten geht´s los.

-> Bernd - Eichinger - Platz

Sonntag, 11. November 2012

Zahlenfreude

In Köln freuen sich seit heute Vormittag um 11.11 Uhr Tausende über den Karnevalsanfang. In Frankfurt freut sich ganz bestimmt Einer – der Taxiunternehmer der den Mercedes bei der Tombola auf der Europäischen Taximesse gewonnen hat.
Um den Preis zu gewinnen muß der Teilnehmer persönlich anwesend im Saal sein. Er muß das gelbe Band mit seiner Glücksnummer unbeschädigt um sein rechtes Handgelenk haben und seine Taxi- oder Mietwagengenehmigung im Original dabei haben.
Ich habe gehört, ob es stimmt weiß ich nicht, daß bei der letzten Messe der Hauptgewinn sechsmal verlost wurde, bis der Gewinner, der alle Voraussetzungen erfüllte, feststand.
Bereits vorgestern, am Freitag, gab es an der Taximesse eine Tombola. Zwar gab es dort kein Taxi zu gewinnen, aber die Preise waren doch schon durchaus herzeigbar. Angefangen von einer Halterung für ein Navigationsgerät, über eine Digitalkamera bis zu einer erweiterten Garantie für ein Jahr für ein Taxi oder Mietwagen.

Der Gewinner bleibt selbst auf dem Foto anonym – Im Original hinter der Säule und auf den Bildschirmen nur von hinten. Den BZP-Präsidenten Michael Müller ganz rechts, den kennt man

Wir konnten unsere Lose während des Tages an der Messe in Empfang nehmen. Dabei wurden uns die gelben Plastikärmbänder mit der aufgedruckten Nummer um das rechte Handgelenk befestigt.
Bei der Verlosung dann, zog eine Glücksfee die Gewinnerlosnummer aus einer Trommel. Der Moderator verlas die fünfstelligen Nummern in dem er jede Ziffer einzeln nannte. Das machte die Verlosung spannend. Bei einem Preis lag ich mit meiner Losnummer 10853 nur um zwei Stellen neben dem Preis. Der Moderator nennt die erste Ziffer, die eins. Ich bin zufrieden, eine 1 ganz vorne das passt. Er nennt die 0. Jetzt wird der Kreis der möglichen Gewinner wieder kleiner. Er nennt die 8. Jetzt gehöre ich schon zu den erlesenen 100 die gewinnen könnten. Er nennt die 5! Die 5! Ich bin unter den 10 Übrigen. Er nennt wieder die 5. Das war´s. Ich habe die 10853. Die 10855 gewinnt eine Eintrittskarte für ein Fußballspiel. Auf diese Art wird sogar die Verlosung eines Stockregenschirms ein spannendes Ereignis.

Gestern dann war die Verlosung mit dem absoluten Hauptgewinn. Der Saal ist gut gefüllt. Jeder blickt auf sein rechtes Handgelenk. Die Tombola beginnt mit der Verlosung der kleinen Preise. Wie am Tag zuvor ist der erste Preis die Halterung für das Navigationsgerät. Gefolgt von vier Jahresabos des Taximagazins Taxi heute. Die Preise steigern sich. Immer wieder müssen die Preise neu verlost werden weil der Glücksnummerbesitzer keine Genehmigungsurkunde dabei hat. Der Moderator erzählt von der Verlosung am Vortag. Dort hat ein Gewinner anstelle der Genehmigung in Papierform ein Foto des Dokuments auf seinem Handy vorgezeigt.
Zum Höhepunkt wird der Hauptpreis gezogen. Robert Wilhelm, der Taxi-Ansprechpartner von Mercedes, holt einen Mercedes-Verkäufer auf die Bühne, der 40 Jahre lang als Verkäufer vorwiegend Taxis verkauft hat. Jetzt darf er zum ersten Mal ein Auto verschenken.

Die Emotionen bei der Nennung der einzelnen Ziffern werden hörbar heftiger. Als die letzte Zahl genannt wird höre ich einen Schrei von hinten. Applaus brandet in der hintersten Ecke auf. Gefolgt von tausend Augenpaaren kommt der Taxiunternehmer aus Frankfurt (wenn ich seinen Namen weiß, füge ich ihn ein) nach vorne an die Bühne. Es wird still im Saal. Kann er gewinnen, oder haben wir alle noch eine Chance. Selbst die Funktionäre auf der Bühne blicken neugierig auf den Tisch an dem die Voraussetzungen geprüft werden. Der Gewinner nimmt die Treppe auf die Bühne. Alles ist in Ordnung. Nun ist es sicher! Der Hauptpreis der Tombola der Europäischen Taximesse 2012 geht nach Frankfurt am Main. Der wird dort in den nächsten Jahren seinen seinen Dienst versehen. 2014, bei der nächsten Messe, werden bestimmt mehr Frankfurter Taxler an der Messe und an der Tombola teilnehmen.


Mein Facebook Freund in Köln, der Dolmus-Flughafen-Taxibusfahrer, erzählt uns heute ist für das Taxigeschäft in Köln so ein Tag wie anderswo Sylvester.
Die Kölner Jecken freuen sich über den Karnevalsauftakt. Die Kölner Taxifahrer freuen sich über den Umsatz. Ein Frankfurter Taxifahrer freut sich über seinen neuen Mercedes. Und ich erfreue mich am Bahnhof Nord in München an die Erinnerungen zweier schöner Tage in Köln.



Donnerstag, 8. November 2012

Apotheken-Rundschau

Zwischen Karlsfeld und Flughafen München geht es hin und her. Eine große Firma hat ihre Pläne geändert und viele Ingenieure aus dem Ausland, die im Frühjahr nach München kamen, müssen wieder zurück in ihre Heimat. Wir haben drei Kleinbusse für diesen Auftrag eingesetzt.
Die Decke des Rehs vom Sonntag habe cih nach dem Zerwirken in Kochsalzlauge gelegt. Nach zwei Tagen soll die Kochsalzlauge durch eine Lauge aus 250 g Alaunsalz und 500 g Kochsalz in Wasser aufgelöst ersetzt werden. Ich will eine Pause zwischen zwei Fahrten in Karlsfeld dazu benutzen mir in einer Apotheke Alaunsalz zu kaufen.

Im Internet habe ich drei Apotheken gefunden. Ich versuche es zuerst in der Central Apotheke. Von dem Navi in meinem Datenfunkgerät lasse ich mich in die Gartenstraße 30 führen. Als ich vor der verschlossenen Apothekentüre stehe, stelle ich fest die Apotheke hat geschlossen. In Serbien gibt es für diese Situation eine treffende Umschreibung; ich habe die Türe geküsst. Das ist nicht besonders schlimm, ich habe ja noch zwei Apotheken auf meiner virtuellen Liste. Die Eulen-Apotheke ist nur 300 Meter weiter in der Krenmoosstraße. Fünf Minuten später stehe ich vor dem Apotheker und verlange Alaunsalz.

“Alaunsalz, Alaunsalz, … „ raunt der Apotheker „...für Knete - ich muß mal nachschauen.“

Er kramt, leider ohne Erfolg, in einer seiner Schublade. Inzwischen weiß ich, daß man Alaunsalz nicht nur zum Gerben, sondern auch zur Herstellung von Knetmasse brauchen kann. Er bietet mir an das Salz zu bestellen. Am Abend wäre es dann hier in der Apotheke. Ich könnte das Salz dann bei ihm abholen. Am Abend bin ich nicht mehr in Karlsfeld. Ich will das Alaunsalz nicht bestellen.

Noch auf dem Parkplatz, diesmal bin ich schlauer, rufe ich bei der dritten Apotheke an. Die hätten das Gewünschte vorrätig. Auf Maps aber muß ich erkennen, daß die Apotheke weiter weg ist als ich gedacht habe.
Und schließlich gibt es noch die Apotheke im Vital-Center. Beim Vorbeifahren habe ich bemerkt; die haben sogar einen Drive-In Schalter. Die Chance will ich noch wahrnehmen. Ich halte am Schalter. Bequem frage ich aus dem Fenster meines Taxis nach Alaunsalz. Auch diese Apotheke hat kein Alaunsalz vorrätig. Aber man könne ja das Gewünschte bestellen … Ich lehne dankend ab. Für die dritte Apotheke ist mir jetzt die Zeit zu knapp. Ich muß meine Kunden abholen. An diesem Tag komme ich nicht mehrt zu meinem Alaunsalz.

Am nächsten morgen, es ist Freitag der 2.November, habe ich eine Vorbestellung nach Mainburg. Das führt mich in die Nähe meiner alten Heimat. Ich habe im Internet gespickt, das Ziel der Fahrt ist ein Volkswagen-Autohaus. Während ich auf meinen Gast in der Ankunftshalle warte. Checke ich gleich die Apotheken in Mainburg. Ich finde die Gabelsberger – Apotheke in der Abensberger Straße. Auch diesmal rufe ich vorher an. Die Apotheke, unweit des Gabelsbergerhauses, hat das Salz auch vorrätig. Ich kündige mich an, daß ich in spätestens zwei Stunden da sein werde und 250 Gramm davon kaufen werde.

Mainburg liegt doch nicht am Main, sondern am Abens

Mein Gast, ein Pole, kommt an. Ich empfange ihn und zeige ihm die zwei möglichen Wege nach Mainburg. Einmal der weitere über die Autobahn (A9 Richtung Ingolstadt – am Autobahnkreuz Holledau dann rechts weg auf die Autobahn Richtung Regensburg – Ausfahrt Mainburg), oder der kürzere über Land (einfach vom Flughafen aus Richtung Norden über die B 301, Freising – Zolling – Attenkirchen – Au – Rudelzhausen – Mainburg). Wir entscheiden uns für die kurze Strecke über Land. Über die Autobahn würden wir uns, gemessen an dem mehr an Kilometern nicht viel sparen, und die Landstrecke ist in dieser Gegend tausendmal schöner. Es stellt sich heraus, mein Gast ist auch Jäger. Er erzählt mir von seinen Jagderfolgen und von seinem Revier. Die polnischen Jagdreviere sind im Durchschnitt viel größer als unsere in Deutschland. Er bejagt mit einem Verein von ca. 100 Jägern ein 12.000 ha großes Revier. Morgen machen sie eine große Treibjagd. Danach gibt es einen Gottesdienst und am Abend ein großes Fest mit Tanz. Morgen, morgen, …? Heute ist der 2.November. Morgen ist dann der 3. Der 3.November – der Hubertustag! Wie konnte mir das entfallen? Hubertus – der Schutzheilige der Jäger. Ich informiere mich gleich im Netz, die ARGE der Münchener Jäger trifft sich um 17.30 Uhr mit den Jagdhornbläsern am Rindermarkt. Unsere Waidmannsgilde ist natürlich auch vertreten. Danach ist dann eine Hubertusmesse im Alten Peter. Ich bedanke mich bei meinen Gast für die Erinnerung und nehme mir fest vor am nächsten Tag dabei zu sein. Im Gegenzug ist er sehr interessiert an meine ersten Gerbversuche mit Koch- und Alaunsalz.


Nachdem ich meinen Gast an dem Autohaus entlassen habe, hat er noch eine 700 Kilometer weite Autofahrt zurück in seine Heimat vor sich. Ich wünsche ihm noch einen gelungenen Hubertustag, unseren gemeinsamen hohen Feiertag. Ich muß nur in das Zentrum des ca. 14.000 Einwohner Städtchens, in die Gabelsberger – Apotheke. Dort finde ich gleich gegenüber einen Parkplatz. Die Apothekerin lässt mich etwas warten. Ich warte gern, wahrscheinlich muß sie die 250 Gramm abwiegen und in den weißen Plastikbecher abfüllen. Ich bezahle 5,- € für das Alaunsalz und halte endlich mein begehrtes Gerbmittel in der Hand.

Aus meinem Hubertustag ist nicht viel geworden. Am Samstag bin ich hundemüde nur aufgestanden um auf dem Sofa weiterzuschlafen. Von dort habe ich mich am Abend wieder ins Bett gelegt. Natürlich habe ich den Vormittag über gekräht daß ich heute noch in die Kirche gehen werde.
“In die Kirche? Du? In die Kirche?!“ :war die Reaktion meiner Frau. Es scheint sie kennt mich besser als ich mich selbst. Ich hoffe aber für meinen polnischen Waidkameraden, daß er seinen Hubertustag jagend, feiernd und tanzend verbracht hat.
Wenn der Fluß der Namenspate für Mainburg gewesen wäre, müsste es Abensburg heißen. Der Name des Städtchens kommt vielmehr von der Kastanie (Marren). Ein Kastanienbaum auf rotem Grund findet sich auch im Wappen Mainburgs.
Über das Ergebnis meiner Salzgerberei kann ich frühestens in zwei Wochen berichten. Solange muß jetzt die Rehdecke in der Lauge liegen und gewalkt werden.


Mittwoch, 7. November 2012

Spieglein, Spieglein ...

Vom Flughafen ging es in die Commerzbank in der Leopoldstraße. Die Strecke ist einfach und lässt keine Alternative zu. Einfach die A9 einwärts, dann kurz auf rechts auf den Mittleren Ring. Man muß kein Taxifahrer sein, um das Gebäude zu kennen. Täglich fahren dort tausende Autos vorbei und die fette, gelbe, beleuchtete Reklame Commerzbank ist nicht zu übersehen. Ich soll aber meinen Kunden am Personaleingag auf der Rückseite aussteigen lassen. Ich hatte schon Abholungen vom Personaleingag, daher kenne ich die Stelle.

Auch kein Problem. Dann nur noch kurz die Leopoldstraße stadtauswärts und wieder rechts in die Erwin-von-Kreibig-Straße. Dort werde ich mit Kreditkarte bezahlt. Der Betrag wird vom Taxameter übernommen, über das Datenfunkgerät wird die Gültigkeit der Kreditkarte überprüft und der Betrag übertragen. Der Drucker ratteret und schließlich unterschreibt der Kunde den Beleg. Das ganze dauert seine Minute.

Zingkrrch Plötzlich schreckt uns ein zuerst helles und dann kratzendes Geräusch auf. Links neben uns sehen wir etwas großes Weißes vorbeirauschen. Der Seitenspiegel ist abrasiert und schlittert in Einzelteilen in Fahrtrichtung über die Straße.

Der Spiegel ist total kaputt jedes einzelne Teil ist gebrochen. Selbst von dem Aluminiumgußkern sind kleine Stücke abgebrochen. Schnell schnappe ich mir meinen Block. Bis mein Unfallgegner bei mir am Fahrerfenster steht, ist das Kennzeichen, die Fahrzeugmarke, Unfallort und -zeit notiert. Das gegnerische Fahrzeug kommt aus dem Bestand der Flotte eines Fahrzeugvermieters. Der Fahrer will den Schaden privat abrechnen.
Ich erkläre mich dazu bereit. Zum Glück ist mein Taxi weiters nicht beschädigt. Der Spiegel ist glatt, ohne Kratzer oder Beulen an der Fahrertüre, abrasiert. Mein Schaden hält sich in Grenzen, den wird mein junger Unfallgegner schon stemmen.

Ich fahre gleich zum Stimmer um die Ecke. Der bestellt sofort einen neuen Spiegel. Mein Spiegel ist zwar elektrisch verstellbar, aber nicht elektrisch anklappbar und nicht in der Wagenfarbe lackiert. Das kann ich mir schon Hoffnungen machen, daß ich heute noch einen neuen Außenspiegel bekomme.
Bis zum Nachmittag höre ich nichts von meiner Werkstatt. Ich wage einen Anruf. Der Spiegel ist vor einen halben Stunde gekommen, das Glas ist aber gebrochen. Ich erkläre mich schnell damit einverstanden, den beschädigten Spiegel nicht einzubauen. Der neue Spiegel ist aber schon bestellt. Ich solle morgen kommen, dann werden wir ihn einbauen.



Am nächsten Tag bin ich wie verabredet bei der Werkstatt. Der Chef weißt mich ein, ich solle hinter das Haus fahren. Dort wartet schon der Mechaniker mit einem großen Karton. Beim Auspacken stellen wir fest, daß es ein falscher Spiegel ist. Während des Einpackens bete ich, daß der richtige Spiegel im Magazin liegt und der Magaziner dem Mechaniker das falsche Paket mitgegeben hat. Dem war dann auch so. Ich kann mich nach einer halben Stunde wieder vom Hof der Werkstatt trollen. Nach Zwei Tagen bekomme ich die Rechnung nach Hause geschickt. 304,- € brutto Material und Arbeit. Ich überweise die Rechnung und schicke eine Kopie an meinen Unfallgegner.

Es kommt wie es kommen muß, ich aber immer noch nicht glauben kann. Es kommt der Tag des Zahlungsziels und ich habe auf meinem Konto keinen Eingang. Ich ärgere mich über meine Gutmütigkeit. Am Nachmittag ruft der Unfallgegner an und erklärt mir, daß es mit dem Geld noch etwas dauern würde. Ich könne ja mit seinem Vermögensberater telefonieren. Vermögensberater, er benutzt tatsächlich dieses Wort. Die meisten Vermögensberater sind Scheinselbständige die auf Provisionsbasis Geldanlagen oder Versicherungen verkaufen. Ich erkläre ihm, daß ich keinen Vermögensberater sprechen will und daß eine Rechnung vom Nichtbezahlen nicht billiger wird. Trotzdem gewähre ich einen Aufschub von 14 Tagen.


Es kommt ein Anschreiben von der Versicherung, ich solle doch bitte den Bogen las Unfallgegner ausfüllen. Als Versicherungsnehmer war ein mir bis dato Unbekannter benannt. Ich rufe sofort den Unfallgegner an um ihm zu erklären, daß ich keinen Kontakt mit irgend jemand Anderen will. Ich habe Ansprüche gegen ihn und die soll er erfüllen. Sein Wort muß doch mehr Wert sein als 304,-€. Am nächsten Tag bittet er mich doch den Bogen auszufüllen, das würde die Sache beschleunigen. Also fülle ich den Bogen aus und schicke ihn ab. Natürlich kommt ein Brief von der Versicherung, daß Sie den Schaden nicht übernimmt. Es könnte daran liegen, daß der Versicherungsnehmer nicht der Schädiger ist …

Am gleichen Tag gehen die 304,- € auf mein Konto ein. Zahlen schafft Frieden. Ich schwöre mir, beim nächsten Mal die ganze Palette auszuschöpfen. Anwalt, Verdienstausfall, Schaden und Verzugszinsen – hoffentlich erinnere ich mich bei der nächsten ähnlichen Situation an meine Wut.

Sonntag, 4. November 2012

Kalter Feierabend

Vollmondnacht und geschlossene Schneedecke, wer da nicht zur Fuchsjagd geht, ... so steht es in der SMS die ich von dem Jagdpächter bekommen habe. Ich stehe am Flughafen inder Reihe. Ich habe am Nachmittag und am Abend Vorbestellungen, müsste eigentlich taxifahren.
Ich kann doch meine Frau, die wie ich in den letzten Tagen mehr als fleißig fährt im Stich lassen und in den Wald gehen. ... der muß Kunden vom Flughafen abholen. beantworte ich die SMS. Der Jagdpächter meint, daß sei eine einfallslose Ausrede. Ich hadere mit meinem Gewissen, soll ich, soll ich nicht. Mittags entschließe ich mich, gebe meinen Auftrag ab, und melde, daß ich kommen werde.
Die Sonne geht heute in München um Punkt 17:00 Uhr unter. Zu der Zeit will ich im Revier sein. Ich fahre auf der asphaltierten Straße bis links ein Feldweg zu der Wiese mit der Kanzel, die ich für meinen heutigen Ansitz ausgewählt habe, abgeht. Ich steige aus, begutachte den Weg, ich werde ihn nicht benützen. Es hat frisch geschneit, etwas Schnee ist schon geschmolzen. Der Untergrund ist feucht und matschig. Mein Taxi hat keinen Allradantrieb. Wenn ich da rein fahre komme ich so schnell nicht mehr heraus. Ich parke mein Taxi rückwärts in einen Feldweg dessen Untergrund mir stabiler erscheint.



Mit geschultertem Rucksack und Gewehr mache ich mich auf den Weg zur Kanzel. An den Spuren im Schnee erkenne ich; kürzlich ist Jemand den gleichen Weg gegangen. Die Spur führt nur in eine Richtung und nicht wieder zurück. Vielleicht ein Spaziergänger, der seine Runde dreht. Ich komme aus dem Wald. Am Waldrand stehend, blicke ich über d ein Feld. Am anderen Ende steht die Kanzel auf der ich aufbaumen werde. Ich folge der Spur quer über das Feld. Es dämmert.
Die Spur geht 30 Meter an der Kanzel vorbei. Ich lsetze mich an. Lade meine Büchse mit drei Patronen, sichere und lege sie in Schußrichtung ab. Mit dem Fernglas beobachte ich den gegenüberliegenden Waldrand aus dem ich vor 15 Minuten gekommen bin. Die geschlossene Schneedecke bietet einen geeigneten Kontrast zu Allem was sich darauf bewegt. Es dauert auch nicht lange, bis ich zwei Rehe anspreche die aus dem Wald kommen und diagonal nach links den verschneiten Acker überqueren. Ich verfolge die zwei Rehe mit dem Fernglas, bis sie im Gebüsch links vor mir wieder verschwinden.

Etwas Kleines bewegt sich am gegenüberliegenden Waldrand. Es schnürt nicht wie ein Fuchs, es hoppelt. Ich nehme das Fernglas zu Hilfe. Jetzt kann ich, obwohl die Sonne schon untergegangen ist einen Hasen erkennen.
Fast an der gleichen Stelle an der vorher die beiden Rehe aus dem Wald getreten sind, kommen jetzt langsam drei Rehe witternd auf die Fläche. Ich verfolge sie erst mit meinem Fernglas, später mit dem Zielfernrohr auf meiner Büchse. Die Rehe sind jetzt nicht mehr so langsam. Sie fühlen sich sicher. Genauso wie ihre beiden Vorgänger überqueren sie die Fläche. Ich folge mit dem Zielfernrohr. Ich stoße mit dem Lauf an den Rahmen des Fensters in der Kanzel. Ich zeihe das Gewehr zurück und stecke es erneut, diesmal aus der linken Öffnung, der Kanzel. Ich habe das Reh wieder im Visier. Bald wird es im Gebüsch verschwinden. Der untere Zielstachel des Absehens ist genau über dem Vorderlauf. Ich muß langsam mitziehen. Ich entsichere die Waffe. Der günstigste Moment ist gekommen. Ich drücke ab. Mit lautem Knall bricht der Schuß. Ich sehe durch das etwa handballgroße Mündungsfeuer das Stück zeichnen. Das Zeichnen des getroffenen Stücks kann Hinweise auf das Abkommen geben. Mein Stück fällt in sich zusammen wie ein Sack. Trotzdem beherzige ich den Rat der alten Jäger und bleibe noch drei Minuten im Anschlag für den Fall, das das Wild noch aufsteht.

Ich baume ab und gehe zu dem Stück. Es liegt mit offenen Augen im Schnee. Blattschuß. Der Schußkanal geht genau durch das Herz. Ein erfahrener Jäger im Revier hat den Schuß gehört. Wir telefonieren, er will kommen um mir beim Aufbrechen behilflich zu sein. Als er kommt bricht er von einer Tanne zwei Ästchen ab. Ganz wie es der Brauch will bekommt das Stück die letzte Äsung mit bruchwürdigem Holz. Mit dem zweiten Zweiglein streift er über das Einschußloch und überreicht mir mit Waidmannsheil den Erlegerbruch. Mit Waidmannsdank nehme ich mit der linken Hand das Tannenzweiglein um es mir an die rechte Seite meines Hutes zu stecken. Ein schöner Brauch.

Bevor wir das Tier aufbrechen, halten wir einen Moment inne. Ich erspare euch jetzt die Details der roten Arbeit Nur soviel, daß ich es alleine nicht so gut geschafft hätte. Obwohl ich es schon einmal gemacht hab, fühle ich mich unter Anleitung doch gleich viel sicherer. Durchs Zuschauen allein lernt man nichts.

Am Taxi spüle ich den aufgebrochenen Körper mit Trinkwasser, von dem ich immer fünf Liter in einem Kanister unter der letzten Rückbank habe. Mit alten Zeitungen lege ich meinen Kofferraum aus und bette das Tier darauf. Gewehr, Taschenlampe und Fernglas wird auch verstaut.
Ich steige ein und will losfahren. Selbst das grobe Profil meiner neuen Winterreifen findet keinen Griff in dem feuchten Lehm. Je mehr ich Gas gebe, desto tiefer wird die arschglatte Kuhle. Ich fange an zu schaukeln. Hin und her. Jetzt wird die Kuhle nur noch breiter. Immer wieder drehen die Vorderräder durch. Dreck spritzt an die Seiten meines Taxis. Ich habe nur noch eine Chance. Ich stampfe durch den Schnee zurück zum Wald. Dort breche ich Hollerstauden aus dem Unterholz und schleife das Gebüsch zu meinem Taxi. Die Zweige lege ich links und rechts in die Kuhle. Die stärksten Äste stecke ich soweit es geht in den Baatz unter den Vorderreifen. Ich steige ein, starte den Motor, die Räder finden Halt. Langsam fahre ich über die knackend brechenden Hollerstauden. Endlich überwinde ich die zwei Meter bis zum rettenden Asphalt. Ich bin heilfroh zu Fuß gegangen zu sein. Wer weiß wie viel Boschn ich sonst noch durch den dunklen Wald schleifen hätte können.

Ich bin nicht wenig stolz, als ich mit dem erlegten Stück im Kofferraum nach Hause fahre. Ganz nach Hause in mein Dorf. Dort gibt es eine kalte Waschküche in der bis vor noch nicht allzulanger Zeit Schweine für unsere ganze Familie geschlachtet wurde. Jetzt hängt darin ein Reh.

Freitag, 2. November 2012

Schlagzeile

Heute früh hole ich mir wie meist meinen ersten Kaffee aus der Bavaria Petrol Tankstelle an der Ingolstädter Straße. Beim Bezahlen fällt mein Blick auf den Zeitungsständer mit den Münchener Tageszeitungen hinter der Kasse. 


Die Schlagzeile der tz, der Tageszeitung, ist nicht zu übersehen. Taxi-Inferno steht da in fetten gelben Lettern vor schwarzem Hintergrund. Im ersten Augenblick erschrecke ich mich. Es kann doch nicht schon wieder ein schrecklicher Taxi-Unfall in München passiert sein. Erst letzte Woche ist ein Mercedes-Kombi-Taxi in das Heck eines Busses geprallt, der wegen einer Panne nachts auf dem Mittleren Ring, Ecke Dachauer Straße, liegengeblieben ist.
Sie sammeln für die Tochter der toten Mutter erklärt die Titelzeile näher. Aha! Zum Glück kein neuer Unfall. Es geht um genau den Unfall am Ring, bei dem es zwei Todesopfer gab.
Unsere Genossenschaft, die Taxi-München eG, hat ein Sonderkonto für Spenden eingerichtet. Eines der Opfer war die alleinerziehende Mutter Saynab. Saynab hinterlässt ein vierjähriges Mädchen. Um das Leid für das kleine Mädchen wenigstens finanziell etwas zu mildern wurde das Spendenkonto

Kontonummer 15 23 71 21
bei der Hypovereinsbank BLZ 700 202 70
Verwendungszweck; Taxispendenaktion Saynab

eingerichtet. Unsere Genossenschaft hat mit einer 3.000,-€ Spende den Anfang gemacht.

Natürlich war und ist der schreckliche Unfall bei uns an den Taxistandplätzen Gesprächsthema. Vielen von uns ist es ein Rätsel wie ein Taxifahrer ungebremst in das Heck des Busses rasen kann.
 „War der Fahrer abgelenkt?“, „Hatte er einen Herzinfarkt?“ … sind nur ein Teil der Mutmaßungen meiner Kollegen. Es kann sein, daß die Zeugenaussagen etwas Licht in das Dunkel bringen werden.
Der Artikel über die Spendenaktion ist auf der Titelseite auffällig platziert, bietet so die besten Chancen für eine erfolgreiche Spendenaktion.
Der Aktion in der tz zeugt von guter Pressearbeit und ein Lob an die Verantwortlichen, ist den guten Zweck betrachtend, angebracht.

Selbstverständlich gilt unser Beileid auch für das zweite Todesopfer und den drei weiteren Schwerverletzen. Dank auch für den mutigen Einsatz an die Retter, die die Fahrgäste und den Taxifahrer aus dem Taxi gezogen haben. Sonst wären alle fünf Menschen die in dem Taxi waren verbrannt – das verraten die infernalistischen  Bilder in der heutigen Zeitung.