Dienstag, 12. Februar 2013

Vorhersage

Zuerst habe ich es von einem Kollegen erfahren; der Papst, religiöses Oberhaupt von Millionen Katholen, schmeißt hin. Da hat sich Gott bei seiner Auswahl vergriffen, oder er hat einen Fehler gemacht, den er jetzt korrigiert. Einmal, vor 700 Jahren, verließ ein Mann lebend den Thron Petris, unter Zwang. Aber daß ein eingefleischter Katholik, wie der oberste Hirte, seinen Willen über den Willen Gottes stellt, und abdankt, ist einzigartig in der Geschichte.

Wie begründet der Klerus die Degradierung in ihrer Hierarchie? Ein Mitglied ihrer Sekte, nachdem er sich verpflichtet hat, wird Hochwürden, wenn er genug durchtrieben ist, wird der Eine oder Andere Bischof. Einer, immer nur einer, erklimmt die Spitze der Karriereleiter der Sekte und wird Seine Heiligkeit, Stellvertreter Gottes auf Erden.
Jetzt tritt der Oberste zurück, der Nächste nimmt seinen Platz und seinen Rang ein. Der Degradierte hat in der Regel posthum noch mal die Chance zu einem Aufstieg. Mancher Papst erreicht nach seinem Tode wieder den Rang eines Seligen oder später Heiligen . Wie wird Ratzinger Josef in Zukunft angesprochen? Ehemaliger Heiliger Vater? Seine-Ex-Heiligkeit? ...

Nachdem ich die Meldung dann auch noch im Radio hörte, musste ich das gleich auf Facebook weiterverbreiten. Freunde kommentierten ein lustiges Foto eines Sektenführers. Bei der Fahrt von einem Autohändler in Aubing zurück zum Hauptbahnhof machte ich mir Gedanken über den Nachfolger im Petersdom. Seit Augustus, dem Kirchengründer, haben sich die organisierten Christen, bei entscheidenden Fragen, bei denen es zwischen Wahrheit und Profit abzuwägen galt, immer für Machterhalt entschieden.


Die Landsberger Straße ist lang und ich kann meine Gedanken schweifen lassen. Die Päpste und die Kreuzzüge, die Ausbeutung Südamerikas, die Hexenverfolgung, der Faschismus ...
Ich kenne nicht alle Päpste die der Vatikan hervorgebracht hat. Aber eines ist sicher. Die Philosophie, und dazu gehört eine monotheistische Religion wie der Katholizismus, richtet sich als "Überbau" nach der politischen Ökonomie.

Auf der Landsberger Straße und in der Geschichte komme ich weiter. Bei der sog. Öffnung des Ostens wurde ein Pole Papst, als sich das Debakel mit dem Euro abzeichnete wurde ein Deutscher Papst. Aktuell geht es um Afrika. Gott hat den schwarzen Kontinent mit unermesslichen Bodenschätzen gesegnet. Die westliche Welt zündelt in Nordafrika. Dort werden Regierungen gestürzt und etabliert. Die Rebellen werden dort (z.B. in Syrien) unterstützt und am anderen Ende (z.B. in Mali) bekämpft. Den gottlosen Chinesen, die sich in Afrika immer mehr und mehr geschäftlich betätigen, muß ein Signal gesetzt werden! Auch die Völker Afrikas warten auf ein Zeichen, damit sie wissen wo sie hingehören. Die Welt braucht einen afrikanischen Papst.

Auf Höhe der Hackerbrücke schreibe ich unter mein eigenes Bild: "Als Nächster wird ein Afrikaner in die ganz enge Wahl kommen." Heute, ganz früh am Morgen, höre ich im Radio, daß ein Kandidat aus Ghana, so wörtlich "... in die engste Wahl " kommt. Hätte ich doch gestern nur meine Vermutung als Vision verkauft.
Wenn sich die Tore der Sixtinischen Kapelle zum Konklave schließen und der schwarzer-weißer-Rauch-Hokuspokus beginnt, wird sich der Heilige Geist auf die Kardinäle herniedersenken und ihre Dispute beeinflussen. Wenn dann doch ein Italiener Papst wird, weiß die Welt, daß die Probleme im südlichen Euroraum noch schlimmer sind als wir eh schon angenommen haben.

Für die Katholiken war es, wie schon seit 1600 Jahren, göttliche Eingebung.

Basketball

Ich weiß nicht, ob man es erkennen kann. Dort oben hängt ein Basketballkorb.

Montag, 11. Februar 2013

Partikelfolter

Es hilft nichts. Seit einem Jahr ärgere ich mich mit dem Partikelfilter in meinem T5 VW-Bus. Außer daß der Filter Profit bei Hersteller und Vertrieb generiert, schadet es auch noch der Umwelt. Zurzeit wird jedem Apfel und jeder Semmel auf dem Tisch eine CO-2 Bilanz angehängt. Die katastrophale Umweltbilanz der Partikelfolter wird dabei sehr zurückhaltend behandelt. Von der Erstellung, bei der die umstrittenen seltene Erden verwendet werden, bis zur Entsorgung, mit allen Transportaufwendungen, schadet der zylindrische Metalltopf der Umwelt mehr als er bringt. Er schadet auch meinem Geldbeutel. Von einem ehemaligen T5-Fahrer weiß ich, das der Ersatz des Filters, Material und Arbeitseinheiten, so ca. 1800,- € kosten wird.

Von dem ersten Augenblick an, als nach 300.000 Kilometer das erste Mal das Partikelfiltersymbol, aufleuchtete, versuche ich die teuere Reparatur zu vermeiden. Immer wieder habe ich die Zwangsreinigung eingeleitet, mit Chemikalien gespült, ausgebrannt, mit 3.500 Umdrehungen über die Autobahn gerast, geflucht, sogar gebetet , gehofft ... nur derm Partikelfolter konnte ich nicht entkommen. Der Entschluß ist gefasst, ich kaufe für 1.260,40 € einen Dieselpartikelfilter und lasse ihn einbauen. Mein Taxi ist also für zwei Tage außer Gefecht gesetzt und ich freue mich auf die ruhigere Zeit während der 48 Stunden.


Jetzt können wir, meine Frau und ich, den Viano zu Mercedes - Nutzfahrzeuge bringen. Die Verkleidung und eine Sitzverstellung müssen erneuert werden. Am A-Holm tritt Wasser ein. Zum Glück Garantiefälle. Morgens machen wir uns auf den Weg. Wir bringen den Kleinbus zu Mercedes. Ich steige in den Chrysler zu meiner Frau und wir wollen uns ein ausgiebiges Frühstück im Backspielhaus genehmigen. Soweit unser Plan. Aber nicht nur der Marxist kennt den Unterschied zwischen Theorie und Praxis...

Unser Chrysler, ein 300 C, das Gangstermobil, hat eine Macke. Immer leuchtet das Kontrolllämpchen auf, das anzeigt, das Luftdruck in den Reifen nicht in Ordnung sei. Wählt man im Bordmenü die Option Luftdruck überprüfen zeigt das System den korrekten Luftdruck aller vier Reifen an. Eine wiederholte manuelle Überprüfung an der Tankstelle bestätigt den richtigen Luftdruck.

Bevor wir losfahren, bemerken wir, daß im vorderen linken Reifen des Chryslers Luft fehlt. An der Tankstelle pumpe ich den Reifen noch einmal auf. Bei der Gelegenheit kontrolliere ich noch die anderen drei anderen Reifen. Beim letzten Reifen passiert mir dann das Mißgeschick. Ich ziehe den Stutzen schräg vom Ventil ab. Dabei bricht der kleine Metallstab im Ventil, der das Entweichen der Luft verhindern soll.
Mit dem Druckluftschlauch in der Hand höre ich ein nicht enden wollendes Pfffffft. Ich muß mit ansehen wie binnen Sekunden der Reifen die Luft verliert. Das Auto steht hinten links auf der Felge. Ich ärgere mich, kann mich gerade noch im Zaum halten keine Flüche in den Münchener Morgen zu brüllen.

Vesna ruft den ADAC. Ich fahre weiter nach Neuperlach zu Mercedes, dort wird der Viano erwartet. Auf dem Weg rufe ich meinen Kollegen an, mit dem ich noch telefoniert hatte, als ich mit dem Druckluftschlauch neben dem Chrysler stand. Der Kollege ist so freundlich mich in Neuperlach im Otto-Hahn-Ring abzuholen und zurück zu meiner Frau zu bringen. Unterwegs kommt mir auch noch die Idee, daß es einfacher wäre, einen der eingelagerten Sommerreifen abzuholen und den platten Reifen an der Tankstelle zu wechseln. So hätten wir mit dem Chrysler nur den kaputten Reifen zur Werkstatt bringen und dort reparieren lassen können. Mein Anruf kommt zu spät. Der gelbe Engel vom ADAC war schon vor Ort und hat einen Schleppwagen bestellt.


Der Chrysler wird an der Tankstelle auf die Plattform des Abschleppwagens gezogen und die 700 Meter Luftlinie von der Bavaria Petrol in der Ingolstädter Straße zu Chrysler am Frankfurter Ring transportiert. Vesna mit dem LKW, Volkmar und ich treffen gleichzeitig in dem Autohaus ein. Der reifenlahme Chrysler wird abgeladen. Zum Glück haben die dort ein passendes Ventil mit Drucksensor auf Lager, daß sie gleich einbauen.


Vor einer Stunde standen wir noch stolz zwischen unseren zwei schwarzen Wagen. Jetzt sind wir als Fahrgäste auf das Taxi unseres Kollegen angewiesen. Unser Taxi bekommt ja den Partikelfilter, die Antriebswelle vorne links und das Radlager hinten rechts gewechselt. Aus Frust fahren wir zum V-Markt, das Backspielhaus, am anderen Ende der Stadt, ist gestrichen. Aus Frust gibt es dort ein dickes Frühstück. Während der insgesamt neunten Tasse Kaffee ruft Chrysler an. Das Ventil ist ausgewechselt und der Reifen aufgepumpt. Jetzt sind wir wieder teilweise einsatzbereit. Am Abend kommt noch der Viano zu uns zurück. Fast alle Garantiearbeiten sind erledigt. Die undichte Windschutzscheibe müssen wir bei Mercedes am Frankfurter Ring neu einkleben lassen. Das erste Mal hat der Einbau der Scheibe nicht ganz hingehauen. Nach der Waschanlage lief das Wasser tropfend an dem A-Holm in das Fahrzeuginnere.

Der VW-Bus ist auch fertig. Beim Abholen bezahlen wir die Rechnung, 2.350,- € brutto für Teile und Arbeit. 155,- € brutto für das Chryslerventil. Bei Mercedes sind wir wegen der Garantieleistungen (noch) für lau davongekommen.
Bis jetzt ist die Scheibe im Viano auch wieder dicht, die Chryslerreifen halten dicht und die Partikelfolter ist vorbei. Jetzt sind wir bereit für den Rest vom Februar.

Samstag, 9. Februar 2013

App geht´s!

In der App - Landschaft habe ich für uns Blogger ein interessantes App gefunden. Blogger, so heißt auch das App, erlaubt mir von meinem iPhone aus direkt auf meinen Blog von blogspot.com zu posten.

Ich kann mir nicht vorstellen auf dem Handy lange Texte zu tippen. Es gibt aber absolut passende Themen für die die App geschaffen zu sein scheint.

Graffitis zum Beispiel. Seit Jahren habe ich ein Tag Graffiti in meinem Blog. Bei dem Graffito-Post -> Wild Monkey mit dem Affenkopf hat sogar der Künstler kommentiert. Was mich sehr gefreut hat. Die Grafitti erklären sich von selbst. Dazu muß ich keine langen Texte schreiben.



In dem Menü des Apps kann ich einfach meinen Standort, Fotos, Labels und Post-Titel eingeben. Posten im Blog wird dann ähnlich schnell und einfach wie auf facebook sein. Es werden mir und euch keine Bilder durch die Lappen gehen, weil ich zu faul bin, mir einen langen Text zu überlegen oder mit Fotoapparat und Speicherkarte zu hantieren.
Auf dem Gebäude in dem Dreieck Karl-Dachauer-Augustenstraße war ein so toll gespraytes Grafitto. Das Motiv waren die Sturmtruppen (mit den weißen Rüstungen) aus der Star-Wars-Saga. Immer wenn ich vorbeifuhr, dachte ich mir; das mußt du fotografieren, das muß in den Blog. So (Zu-) lange, bis ich an der Stelle, an der das Gebäude stand, eine Baugrube fand. Das Graffito mit den Sturmtruppen wurde mit dem Bauschutt unwiederbringbar entfernt - es gibt kein Foto und keinen Post.

Ich hoffe mit meinem neuen Blogger - App ist das ´vorbei. Manche Sprüche sind so treffend und viele Grafitti sind so kunstvoll gesprüht, daß es schade wäre, sie nicht zu konservieren und weiterzuverbreiten.
Wenn ich mich ab jetzt mit meinem App auf die Jagd nach Grafitti, Sprüche und Fotos mache, werden meine Posts kürzer werden. Die längeren Texte werde ich weiterhin noch schreiben. So ist der Plan. Hallali!