Samstag, 28. September 2013

Tschüssle



"... wir werden uns schon noch kennenlernen. Tschüssle!" 

So endete mein erstes Telefonat mit Ulrich Romeike.  Er war schon seit Jahren Vorstand der Taxi Nürnberg e.G. und ich erst seit 10 Tagen bei der Taxi München e.G. Nicht nur als Anfänger schätzte ich seine wertvollen Tipps aus der Funktionärspraxis. Über den Landesverband der Bayerischen Taxi- und Mietwagenunternehmer durfte ich ihn dann tatsächlich persönlich kennenlernen.  Lange Haare zu einem Pferdeschwanz gebunden, Brille mit runden Gläsern und die Selbstgedrehte in der Hand. Auf den ersten Blick passte das was ich sah nicht mit dem was ich hörte so richtig zusammen.  

Geli und Ulli in Köln 2006


Uli war ein leider seltener Lichtblick in der Funktionärslandschaft. Ich ahnte es; Macht und Geld interessierten ihn nicht. Während der Taximesse, es muss im Herbst 2006 gewesen sein, saßen wir in einem Showroom eines neueröffneten Mercedes-Hauses. Horst Lichter, der Fernsehkoch hat gekocht. Als Dessert gab es Kaiserschmarrn mit Rum flambiert. Die Rumflasche hat unseren Tisch nicht überlebt. Langsam löffelten wir das Hochprozentige bis die Sonne aufging. Angelika, seine Freundin, die Geli, saß mit am Tisch.  Meine Frau, die bei der Gelegenheit ihren Spitznamen bekam, war auch dabei. Der Fünfte im Bunde war Raimund Cassallette aus Bremen. Taxikreise kennen ihn als ehemaligen Herausgeber der "TAXI heute".  Um uns herum wurden die Tische abgebaut, unter uns  saßen wir selig in der großen Halle, niemand wollte uns vor die Türe setzen.  
  
Während einer langen Autobahnfahrt zu einem Treffen, weiß Gott wo, konnten wir uns so richtig austauschen. Wir entdeckten Gemeinsamkeiten in unserer Vergangenheit die uns zu Vertrauten machten.
Uli - vor zwei Stunden hat mich Martin aus Erlangen angerufen. Er sagte, daß er gehofft hatte mich gestern zu sehen. Als ich ihn frug warum, sagt er mir, er wäre auf deiner Beerdigung gewesen. Ich unterstellte ihm daß er lüge. Dein Tod ist für uns noch nicht fassbar. Niemand hat mir Bescheid gesagt. Ich wusste nichts von deiner Beerdigung.  Ulli, glaube mir, Vesna und ich weinen, bitterlicher als wir es wohl gestern an deinem offenen Grab getan hätten.  

Bei Ulis Mobiltelefon war die Rufnummer unterdrückt. Ich nehme grundsätzlich keine Telefonate mit unterdrückter Rufnummer an. Dann habe ich aber doch hin und wieder angenommen, weil es  ja der Ulli aus Nürnberg sein könnte.  Und wenn er es dann tatsächlich war, wollte ich ihn immer tadeln, daß er jetzt Glück gehabt hätte, daß ich das Telefon angenommen habe. Aber im Grunde meines Herzens war ich froh mit Ulli sprechen zu können. 

Zuletzt habe ich dich in Köln gesehen. Es war wieder Taximesse und wir haben auch mit den Leuten die du uns empfohlen hast einen Vertrag gemacht. Wir mussten noch ein paar Mal im Dreieck telefonieren, aber schließlich funktioniert alles. Wie alles von dir, hatte auch das Hand und Fuß.
Gehört habe ich dich zuletzt bevor du in die Türkei geflogen bist. Zum letzten Mal verabschiedet hast du dich mit deinem unverwechselbaren fränkischen Tschüssle  

Donnerstag, 19. September 2013

Smilie

Vorgestern ist das Smilie 31 Jahre alt geworden. Heute habe ich eins aus Asien begrüßen dürfen. Ich hab es an den Augen erkannt ;-) (war auch das Einzige, was ich von dem Text auf der Tafel verstanden habe)


Sonntag, 15. September 2013

Beobachter



Ein Kolumbianer, ein Spanier, ein Japaner, ein Türke und ein Koreaner sitzen im VW-Bus ... so könnte ein Witz beginnen. 

Tatsächlich sitzen die Gäste verschiedenster Nationalität  in meinem Taxibus. Ein deutscher Professor ist auch noch dabei. Der Auftrag kommt aus Berlin. Vesna und ich sind für den ganzen Tag gebucht. Wir fahren internationale Wahlbeobachter. Vesna übernimmt die Gruppe die die CSU bei ihrem Wahlkampf beobachtet. Ich bin für die SPD zuständig. Unser erster Anlaufpunkt ist ein SPD - Infostand am S-Bahnhof Unterhaching. 

Bayerischer Landtag am Wahltag

Am Zugang zur S-Bahn steht ein roter SPD - Sonnenschirm, der im Moment aber eher vor Regen als vor Sonne schützt. Morgens um neun Uhr sind noch wenige Unterhachinger auf den Beinen. Die Genossen reichen jedem der auf dem Weg zur S-Bahn an ihnen vorbeikommt eine Packung Papiertaschentücher, einen Kugelschreiber und ein Flugblatt mit den Kandidaten. Die Generalsekretärin der bayerischen SPD, Natascha Kohnen, verteilt selbst die Taschentücher und Informationsblätter an die Passanten. 

Unser Tagesprogramm ist dicht gepackt. Wir fahren jetzt noch zu einem zweiten Infostand in Unterhaching. Fünf Minuten später stehen wir vor dem Tengelmann in Unterhaching. Hier, vor dem Supermarkt ist schon mehr Publikumsverkehr. Der japanische Beobachter findet die Marmelade als Wahlgeschenk eine ausgeklügelte Idee. Wenn die Wähler beim wahlsonntäglichen Frühstück die Marmelade auf ihrem Tisch sehen, springt ihnen kurz vor der Wahl noch einmal das Logo des Spenders ins Auge. 

Nächste Station - Baierbrunn. Hier ist der Infostand in der Mitte des Ortes neben der Durchgangsstraße aufgebaut. Kaum Publikum. Der Regen tut auch etwas dazu. Die vorbeirauschenden Autofahrer bleiben nicht stehen, drehen aber neugierig die Köpfe. Ein älterer Genosse berichtet; von den Wahlplakaten die er im Ort aufgestellt hat, sind zwei eingetreten, eines gestohlen und einige beschmiert worden. 

Ich bin mit zum Mittagessen eingeladen. Das Tischgespräch ist ein größerer Genuß als der köstliche Krustenschweinebraten mit Krautsalat und Kartoffelknödel. Wann habe ich je wieder Gelegenheit mit einer Generalsekretärin, einem Wahlkampfmanager, einem Analysten und fünf Politikwissenschaftlern aus drei Kontinenten am Vortag der Wahl (!) am Tisch zu sitzen. Für mich sind solche Gespräche eine große Freude und unbezahlbare Erfahrung. Ich kann mir keinen anderen Beruf, außer Taxifahrer, vorstellen bei dem sich solche  Gelegenheiten ergeben.

SPD - Transparent  beim BUND
Nach der Mittagspause fahren wir mitten in den Harthauser Forst. Hier steht noch ein Treffen mit Mitgliedern des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz) aus. Nicht weit vom Lehrrevier der -> Waidmannsgilde, ,bei der ich meinen Jagdkurs gemacht habe, besitzt der BUND ein Forsthaus. Vor dem Forsthaus lodert ein kleines Lagerfeuer, hier treffen sich die Naturfreunde und die Genossen. 

Für die asiatischen Beobachter wirkt das etwas befremdlich, sie können sich eine derartige Veranstaltung kurz vor der Wahl, fernab der Massen, in ihren Heimatländern Korea und Japan nicht vorstellen. Für uns hingegen wäre es für uns unvorstellbar Wahlkämpfer mit Megaphon in den U-Bahn-Stationen zu sehen, wie es in Korea üblich ist. Für die Japaner sind Hausbesuche, wie bei uns praktiziert, zur Wahlwerbung sogar verboten.
Als wir uns am Abend vor dem Hotel mit Handschlag trennen, ist mir bewusst, daß auch ich ein klein wenig Beobachter und Zuhörer spielen durfte.   

Freitag, 13. September 2013

West End Girls



Erster Schultag! Meine Tochter kommt in ihre neue Schule. Bis zuletzt wussten wir noch nicht in welche. Jetzt steht es endgültig fest - Es ist die Carl-von -Linde Realschule in der Ridlerstraße im Münchner Westend.
Um in die neue Schule zu kommen, muß sie nicht mehr nur,  wie während des letzten Schuljahres, vier Stationen mit dem Bus die Leopoldstraße hinunterfahren, sonder sie muß jetzt durch die halbe Stadt.
Am ersten Tag will ich den Schulweg mit ihr zusammen in den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, damit sie sich den Weg einprägt. Dreimal umsteigen ist für ein elfjähriges Mädchen kein Pappenstil.
Kurz vor der Abfahrt kommt noch unser Opa zu uns nach Hause. Er soll die Kleine nach dem ersten Schultag wieder zurück nach Hause begleiten. Zu dritt machen wir uns auf den Weg. Bus - U-Bahn - wieder U-Bahn - noch einmal Bus, und wir stehen nach 50 Minuten endlich vor unserer neuen Schule.
In der Aula drängen sich Scharen von Kindern vor den ausgehängten Listen. Neugierig lesen die Schüler die kompletten Klassenlisten durch. Sie wollen wissen, wer von ihren alten Klassenkameraden auch wieder in der neuen Klasse ist. Wir sind etwas spät. Mit wachsender Unruhe lese ich die Namen auf den Listen der sechsten Klasse. Ich kann den Namen meiner Tochter auf keinem Blatt einer der sechsten Klassen finden. Der einzige Ansprechpartner der Schule ist für mich unerreichbar, umringt von gefühlt hundert Kindern, Mamas und Papas. Ich durchforste nun schon zum dritten Mal die Listen. Nichts! Im ersten Moment flackert mir der Supergau durch den Kopf: Wir sind in der falschen Schule. Es ist fünf vor acht und wir sind in der falschen Schule. Ich sehe uns schon im Fond eines Taxis durch die Stadt rasen. Ich muß den Mann im Zentrum der Menschenmenge sprechen - sofort. Ich kämpfe mich zu ihm durch. Meine erste Frage:

"Ist das die Carl-von-Linde-Schule?" 

bejaht er. So weit so gut. Als ich ihn darauf hinweise, daß der Namen meiner Tochter in einer der Klassenliste fehle, schreibt er einfach ihren Namen unter den Namen der Schüler der 6e. Ich bin beruhigt. Ich kenne jetzt die Klasse, die Klassenleiterin und die Nummer des Klassenzimmers. Die Zeit drängt. Mit Tochter und Opa im Schlepptau steige ich in die dritte Etage des Schulhauses und setze meinen Nachwuchs auf die Schulbank. Wir bleiben noch die letzte Minute vor dem Klassenzimmer stehen, bis sich die Türe schließt. 

Bleibt nur noch im Sekretariat der Schule zu klären wo die Anmeldung meiner Tochter geblieben ist, und ob das mit der schnellen Zuteilung aus der Hüfte heraus seine Richtigkeit hat. Vor dem Sekretariat stehen ca. 40 Eltern. Die meisten wollen nur einen Antrag für eine Fahrkarte für ihre Kinder. Wegen der Dringlichkeit meines Problems werde ich vorgezogen. Die Anmeldung, die ich noch am Anfang der Ferien in der Balthasar-Neumann-Schule ausgefüllt und abgegeben habe, ist nicht mehr zu finden. Zum Glück habe ich damals eine Kopie des Zeugnisses verlangt, bevor das Originalzeugnis dem Akt beigelegt wurde. Wir wiederholen einfach die Anmeldung und die Sache ist geritzt. Der arme Opa, der uns treu begleitet hat, sehnt sich nach einem Kaffee. Am Georg-Freundorfer-Platz, gleich in der Nähe der Schule, kenne ich ein Café in das ich vor Monaten einmal eingeladen wurde. Von dem Café aus verabschiedet sich Opa und nimmt die U-Bahn nach Hause. Ich mache mich wieder auf den Weg zur Schule. Inzwischen hat sich der Andrang vor dem Sekretariat sicher gelegt. Was für ein Irrtum. Ich komme genau rechtzeitig zur großen Pause. Jetzt stehen anstelle der Erwachsenen Schüler vor der verschlossenen Türe. Die Jugendlichen stehen, anders als die Erwachsenen vor einer Stunde, diszipliniert in einer langen Reihe an der Wand. Es scheint, daß ich nichts gewonnen hätte. Das Publikum vor der Türe hat sich gewechselt, aber es sind mehr geworden.

Plötzlich ertönt der Gong. Die Pause ist zu Ende. Die Reihe vor mir löst sich auf weil die Schüler in ihre Klassenzimmer verschwinden. Im Nu ist der Flur leer. Jetzt kann ich mir in aller Ruhe den Stempel der Schule auf dem Antrag für die MVG (Münchner Verkehrsgesellschaft) - Fahrkarte abholen.

Unverändert seit 30 Jahren - Ein Schulflur

Die mir noch verbleibende Zeit bis zum Schulschluß verbringe ich im gebohnerten Flur sitzend diesen Post zu schreiben. Dabei erinnere ich mich an die Situation als ich vor über dreißig Jahren vor der Tür eines Schulsekretariats stand. Damals waren die Pet Shop Boys mit ihrem Synthie-Pop-Song  West End Girls gerade in. Der Song handelt von den West End Girls in London, die sich mit den East End Boys aus den Arbeitervierteln im Osten Londons einlassen. München ist nicht London. Die proletarischen Jungs müssen nicht aus dem Münchner Osten kommen. Die sind hier schon da, seit das Viertel noch Schwanthaler Höh hieß.    

Samstag, 7. September 2013

Raritäten



Zwei Kontrahenten im Bierzelt. Einer gibt dem Anderen ein Bier aus. Die Maß hat er auch noch selbst gezapft.

Das gibt es in genau zwei  Wochen im Schottenhamel zu sehen. Es ist zu einer Tradition geworden. Der Bürgermeister Münchens sticht das erste Faß auf dem Oktoberfest an. Die Zahl der Schläge, die er braucht, um den Wechsel in das geschmückte Holzfaß zu treiben, gelten als gutes oder schlechtes Omen. Auf der letzten Wiesn mußte Ude dreimal ausholen bis er den Gerstensaft in die Maß zapfen konnte.
Die erste Maß gebührt dem amtierenden bayerischen Ministerpräsidenten, Horst Seehofer.
24 Stunden später werden die Beiden argwöhnisch die ersten hochgerechneten Ergebnisse bei der Wahl beobachten. Kann sein, daß auf der nächsten Wiesn aus dem Schankkellner Ude der Empfänger der ersten Maß geworden ist.

Ihren Platz im Bierzelt bekommen sie ohne Probleme, hingebracht und abgeholt werden sie vom Chauffeur in Dienstwägen. Die Nacht verbringen sie in ihren Wohnungen in München.
Im Gegensatz zu vielen Anderen der ca. 6 Millionen Gäste, spüren sie nichts von den drei Raritäten während des Oktoberfestes; Ein Platz im Bierzelt, ein freies Taxi und ein Hotelzimmer.

Zu freien Taxis während der verrückten Wochen konnten die Leser schon einiges in meinem Blog lesen. Ob ich was zum Thema, Freie Plätze im Festzelt schreibe, werde ich mir noch genau überlegen. Ich müßte dazu weit in meine Vergangenheit zurück.
Zu den Hotelzimmern kann ich schon jetzt einen Tipp geben:  


Auf geht's zur Wiesn

Montag, 2. September 2013

Schauspiel



Gestern Abend, ich schrieb gerade an meinem Post über meine Homepage im Wohnzimmer, kamen meine Lieben nach Hause und schalteten den Fernseher an.
Nichts Außergewöhnliches. Was mich aber wunderte, war das Programm das sie wählten. Sechs Unterhalter / Entertainer, zwei davon sind ranghohe Politiker, einer davon ein Metzger, den selbst ich vom Privatfernsehen kannte.

Beide Politikdarsteller wollen nach der Bundestagswahl die Titelrolle des Bundeskanzlers bekommen.
Der parlamentarische Betrieb im Spätkapitalismus ist vergleichbar mit einem Marionettentheater. Im Drehbuch steht was der Kasperl, der Hansi, der Gendarm, die Großmutter, das Krokodil, der Gendarm, ... zu spielen haben. Die Zuschauer dürfen zu ihrer Zufriedenheit entscheiden, von wem sie sich an der Nase herumführen lassen werden. 

Wichtig ist dem Eigentümer des Theaters nur, daß die Zuschauer Eintritt bezahlen.  Die Marionetten buhlen, wie gestern im Fernsehen, um die Gunst der Zuschauer. Schließlich werden sie von ihrem Arbeitgeber, dem Eigentümer des Theaters, bezahlt. Die Politikpuppen ereifern sich darin das Publikum im Sinne des Eigentümers einzuseifen und zufriedenzustellen. 

Nach der Rollenverteilung ist es aus mit dem süßen Scheingeplänkel. Der Eigentümer besteht auf sein Stück.
Der rote Kasperl darf nicht mehr lustig sein. Er muß, entgegen seines Programms, mal mit der schwarzen Großmutter, mal mit dem grünen Krokodil, die Soldaten aufeinanderhetzen. Die schwarze Großmutter darf mal richtig auftrumpfen, wenn eine Währung zerstört wird.

Der klassische Räuber im Marionettentheater, der ungezügelte Wilde, der im Ansatz anarchistische Part, ist inzwischen zum Seeräuber geworden. Er hat auch seine Rolle gefunden mit der er am Stück teilhaben darf. Das muß er, wenn er mietspielen will.  
Die Zuschauer, vor der Bühne, haben zu dem Schauspiel nichts mehr zu melden - sie haben ihre Stimme abgegeben. Die Schauspieler auf der Bühne sind ihren Komplizen in den Kulissen näher als dem Volk im Zuschauerraum. Hinter den Kulissen werden die Zuschauer Stimmvieh genannt und verhöhnt. 

"Diejenigen die entscheiden, sind nicht gewählt, und diejenigen die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden." - Horst Seehofer

"Wenn Wahlen etwas ändern könnten, wären sie verboten." 

Im Rundfunk im Taxi musste ich heute die Auswertung des gestrigen Auftritts verfolgen. Frau Merkel hat bei dem Thema und bei jenen Bevölkerungsgruppen  so viel Punkte bekommen.  Herr Steinbrück hingegen hat diesen oder jenen Punkt gemacht. Vom Votingfieber gepackt, wird fleißig abgestimmt und kommentiert  - Superstar, das nächste Topmodel, Bundeskanzleranwärter, Dschungelkönig, Shopping-Queen, ...
Wenn es auch bei dem gestrigen Duell keinen klaren Gewinner gibt, gibt es schon seit Jahren eine klare Tendenz. Die Wahlbeteiligung geht ständig nach unten.
  
Zum Glück nimmt die Kanzlerin selbst ihre  Aussagen vor der Wahl nicht ernst: 

Ich werde meine Stimme nicht in eine Urne stecken. Ich bin weder links noch rechts, oder Mitte links, oder gar von der rechten Linken ... Mir ist es egal auf welcher Seite der Reichstagsbühne die Darsteller ihre Hintern packen. 

In unserer Gesellschaft gibt es kein links und rechts, sondern ein oben und unten. Ich bin dort wo die Mehrheit steht. Das ist DEMOkratie - nicht nur am 22.September.