Montag, 14. Oktober 2013

Neuer Preis



Im Dezember kommt nicht nur der Nikolaus und das Christkindl sondern auch der neue Tarif.
Ab dem 01.12.2013 gilt in München, München Land, Freising und Erding ein neuer Taxitarif. So wird er aussehen:

 Grundpreis                       3,30 €

Beim Einschalten der Uhr wird dann der Mindestfahrpreis 3,50 € (Grundpreis + erste Schalteinheit) angezeigt werden.
1.-5. Kilometer pro Kilometer                   1,80 €
5.-10. Kilometer pro Kilometer                 1,60 €
ab 10. Kilometer pro Kilometer                 1,50 €
Zu der Wartezeit, zum Messefestpreis und zu einer Veränderung der anfahrtsfreien Zone für die Münchner kann ich noch nichts schreiben.

Buszuschlag bleibt bei 5,-€ ab dem 5. Fahrgast
Die Zuschläge für telefonische Bestellung, Gepäck und auch der Buszuschlag bleiben wie bisher. Eine Sondergebühr für Abfahrt vom Flughafen oder für die Akzeptanz von Kreditkarten wird es auch diesmal nicht geben.
Im Mittel gibt das eine Steigerung von 6%. Die klassische Flughafenfahrt von der Stadt zum Flughafen oder zurück wird im Durchschnitt etwa 5,- € teuerer. 

Samstag, 12. Oktober 2013

Ministerielles



Martin Zeil, ein FDP-Mann, musste gestern den Platz im Münchner Wirtschaftsministerium räumen.  Um 11 Uhr gibt er sein Amt an Ilse Aigner (CSU) ab. Wie so oft stehe ich vor dem Marriott, inzwischen ist es 9:25 Uhr. Eine Fahrt kann ich ganz sicher noch machen. Das Verkehrsministerium, zuständig für uns Taxler, war dem Wirtschaftsministerium angegliedert.
 Es kommt auch schon ein Funkauftrag. Das INNSIDE Hotel in der Mies-van-der-Rohe-Straße 10 hat für das Zimmer 101 einen Taxibus bestellt. Zwei Minuten später stehe ich vor dem Hotel, sehe aber weit und breit keine Fahrgäste. Ich frage an der Rezeption, die rufen in dem Zimmer an, dort nimmt niemand das Telefon ab. Noch ein Anruf im Frühstücksraum, die Gäste sind dort auch nicht mehr. Ich warte noch ein paar Minuten und melde mich dann enttäuscht für einen Ausgleich. 

Ich bekomme eine Vorbestellung um 10:00 Uhr für sechs Fahrgäste in der Bundesbank in der Ernst-von-Kreibig-Straße.
Meine Fahrgäste sammeln sich im Foyer der Bank. Jeder zieht einen großen Koffer hinter sich her, könnte ein Flughafenstich werden. Fahre ich jetzt zum Flughafen, kann ich nicht mehr pünktlich bei der Verabschiedung unseres Ex-Verkehrsministers sein. Dabei habe ich mich doch erst heute früh beim Kaffee an der Tankstelle mit einer kurzen e-Mail dort angemeldet. Ich mache die Gestaltung meines späten Vormittages von dem Fahrziel meiner Fahrgäste abhängig.
Nachdem ich das Gepäck im Kofferraum verstaut habe, komme ich vor zum Fahrersitz und lausche gespannt auf die Ansage.

"Zum Hauptbahnhof, bitte"  (Dann wird es also doch noch was mit meinem Ministerium; denke ich mir) 

"Vorher müssen wir aber noch in den Hinterhof der Landesbank in der Ludwigstraße und von dort wieder vor das Gebäude." 
 
Das ist mir auch recht. Noch habe ich ja Zeit. Wir fahren über die Fürstenstraße in den Hof der Hauptverwaltung der Deutsch Bundesbank. Dort warten wir bis wir einen Schlüssel bekommen. Danach geht es über die Rheinbergerstraße wieder vor zur Ludwigstraße. Dort warte ich nochmals bis die Dame, die die Fahrgäste begleitet, wieder erscheint. Am letzen Ziel der Fahrt, am Hauptbahnhof, drückt mir die Dame drei Zehn-Euro-Scheine in die Hand. 

"Druckfrisch - Sie sind der Dritte der sie in den Händen hat"

Ich verstaue die Scheine in meinen Geldbeutel. Dort sind sie jetzt noch, ganz sauber und ohne Knick. Inzwischen ist es 20 vor 11. Ich muß mich beeilen. Das Wirtschaftsministerium ist im Gebäude der ehemaligen Kommandostelle der Luftwaffe in der Prinzregentenstraße gegenüber unserem alten PX-Taxistand. Ich muß zwei Mal um den Block fahren bis ich einen Parkplatz für mein Taxi finde. Dann noch über den großen Platz zwischen den Luxuslimousinen laufen, durch die Pforte, die Treppe rauf und vor zum Ludwig-Erhard-Festsaal. Der Pförtner war etwas erstaunt über mein etwas lässiges Outfit.


Bundesarchiv 183-H27936/CC-BY-SA
 Hier oben, im Saal, kam ich mir mit meiner Jeans und dem leicht  abgewetzten Janker auch etwas underdressed vor.
Ich bin das erste Mal in diesem Saal. Er hat eine historische Bedeutung. Hier war im Juni 1947 die erste und einzige Ministerkonferenz der Minister aller Deutschen Länder. Der stehende Mann auf dem Bild ist Hans Ehard, der damalige Bayerische Ministerpräsident und Gastgeber.

Kaum habe ich einen der letzten Plätze ergattert, kommt auch schon Frau Aigner hinter mir durch die Türe. Zum Glück bin ich nicht der letzte. Sie geht ganz nach vorne in die erste Reihe zu ihrem reservierten Platz. Der Festakt beginnt mit einem Harfenspiel. Die Fotografen nutzen die musikalische Darbietung und lösen ein Blitzlichtgewitter auf die  Prominenz in der ersten Sitzreihe aus. Es liegen Blätter mit dem Text der Bayernhymne aus
.
Martin Zeil steht auf geht an das Rednerpult und bedankt sich artig für die bisherige Zusammenarbeit und betont wie gut Bayern wirtschaftlich dasteht. Er übergibt seiner Nachfolgerin ein geordnetes Ressort.  Er informiert uns auch über die neue Verteilung der Zuständigkeiten. Seit heute sind dem Wirtschaftsministerium auch die Bereiche Energie und Medien zugeteilt worden. Er bedauert, daß der Bereich Verkehr ausgegliedert wurde. Das ist eine Neuigkeit, die ich da direkt aus berufenem Munde vernehme.
Seit nach dem zweiten Weltkrieg bis 1952 hatte Bayern ein Ministerium, daß nur für Verkehr zuständig war. Danach wurde der Ressort Verkehr dem Wirtschaftsministerium zugeteilt. So habe ich das euch noch beim Toni beim Ortskundekurs im Waschkeller der FINA-Tankstelle gelernt.

Bayerisches Ministerium für Wirtschaft und Verkehr - Prinzregentenstraße 28

- war eine der hunderte von Adressen, die wir auswendig lernen mussten. Der Name war nur bis 1994 gültig. Ab diesem Zeitpunkt kam dann noch die Technologie dazu. 

Martin Zeil - ganz hinten, ganz klein, ganz hell

Die andern Anwesenden sind  Beamte oder Angestellte des Freistaates Bayern, die in diesem Haus arbeiten. Sie nehmen Abschied von ihrem Chef und begrüßen Ilse Aigner. Man sieht ihnen die Freude über den frühen Wochenendanfang richtig an. Zeil gratuliert der Neuen zu ihrem Superministerium, das sich jetzt, ganz aktuell seit gestern, Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie, nennt.
Ich verlasse die Veranstaltung frühzeitig. Ich treffe mich noch mit einem Kollegen auf eine Bratwurst am Max-Weber-Platz. Das Absingen der Bayernhymne bleibt mir so erspart. Jetzt da der Verkehr nicht mehr dort ist, wo er seit über 50 Jahren war, bin ich hier nicht ganz richtig.

Für die Taxifahrer im Ortskundekurs gibt es jetzt einen neuen Lehrsatz für ihr Ministerium:

Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr - Odeonsplatz 3