Dienstag, 30. Dezember 2014

Rote Bullen




Ich habe mir schon überlegt einfach nach Hause zu fahren, nach einer Stunde warten vor dem Holiday Inn in der Hochstraße. In drei Tagen endet 2014 und das IV. Quartal. Es gäbe viel zu tun Daheim. Zunächst die Quittungsdurchschläge und Belege sortieren, Umsätze in das Kassenbuch übertragen, Kontoauszüge belegen, die kleinen Rechnungen chronologisch einkleben und dann das ganze ausdrucken und abheften. Natürlich habe ich den leidigen Papierkram schleifen lassen und jetzt warten Stapel von drei Monaten in meinem Metallkörbchen. Allerdings wäre die Buchhaltung in diesem Moment eine gute Ausrede für das Beenden dieser bisher müden Schicht. Während ich so hin und her überlege tritt ein korpulenter, älterer Herr, begleitet von zwei Damen aus dem Hotel und winkt mir würdevoll. ich fahre vor und das Trio steigt ein. 

"To the cinema down there." 

Er meint die Museumslichtspiele, gleich in der Zeppelinstraße unten an der Isar. Irgendwie packt ihn dann doch das schlechte Gewissen. 

"It is not far but to far for Grandma in this blizzard."

Meine Gäste kommen aus Chicago, zuvor waren sie in -> Salzburg, haben sich dort den -> Hangar 7, vom Red-Bull Chef angeschaut. Red-Bull - das Stichwort hat er sich selbst gegeben. Nicht ohne Stolz erwähnt er, daß sein Sohn Trainer der Eishockeymannschaft Red-Bull Salzburg war. Jetzt ist er Trainer des Münchner EHC Red-Bull.
In drei Minuten stehen wir vor dem Kino, die Hochstraße vor, am Rosenheimer Platz links, wieder links in die Zeppelin und schon ist die Fahrt vorbei. 

"5,70 , bitte"
Ich bekomme sieben Euro. Er kramt die Zwei Euro Münze aus der Tasche seines Anoraks. Dabei fällt eine Münze auf den Boden des Taxis. Nachdem er ausgestiegen ist, kann ich mich in den Beifahrerraum bücken und ihm das Geldstück, 20 Cent, zurückgeben.

"You found it. You keep it."; lehnt er ab. 

Museums - Lichtspiele

Ich habe dann doch noch vier Fahrten gemacht. Der Blizzard hat mir noch ein paar Touristen ins Taxi schneien lassen.

Und, ich muß mich selbst loben, die Buchhaltung habe ich auch noch gemacht. Gestern saß ich nach dem Taxi noch bis 23 Uhr am Schreibtisch. Alles geordnet, geklebt, übertragen, eingetippt. Nur noch den letzten Ausdruck meiner Kreditkartenrechnung, den letzten Schichtzettel, die letzten Quittungsdurchschläge der morgigen Sylvesterschicht, und das Jahr 2014 ist gelaufen. 


Quittungsdoppel - immer sortiert 10 Jahre lang aufbewahren
Kaum habe ich die Excel-Tabelle, die ich für mein Kassenbuch benutze, geschlossen, habe ich den Trainer des EHC München Red-Bull gegoogelt. Siehe da, es stimmt, Don Jackson, der Trainer, war vorher bei den Salzburger Red-Bulls. Witchita in Kansas ist zwar seine Heimatstadt, aber einem Artikel der Abendzeitung entnehme ich, daß seine Familie in Chicago lebt. In Chicago lebt auch Benny. Benny ist auch ein roter Bulle. Benny heißt das Maskottchen der Chicago Bulls. Sein roter Schädel mit den weißen Hörnern ist das bekannte Logo des Vereins. Nur das die nicht Eishockey spielen, sondern Basketball.

Montag, 29. Dezember 2014

Panther


Tumblingerstraße an der Eisenbahnunterführung zwischen Dreimühlenviertel und Thalkirchen 

Gefunden nach einem Weißwurstfrühstück in der nahen Großmarkthalle

Sonntag, 28. Dezember 2014

So richtig



Noch während ich gestern den Post am Taxistand schrieb, die Münchner Taxifahrer haben es schon am Foto erkannt, es ist der Taxistand Domagkstraße in der -> Parkstadt Schwabing, beobachtete ich eine Familie. Die Vier, offensichtlich Vater, Mutter und zwei Kinder kamen aus dem Rilano Hotel und tollten im frischen Schnee. Ja sie tollten! Selbst der circa 50jährige Vater kickte mit seinen Schuhspitzen in die Schneedecke und freute sich sichtlich wenn der Schnee aufstob. Sie setzten sich auf die verschneite Mauer neben dem Taxistand und begonnen den Schnee von ihren Fingern zu schlecken. Alle Vier! Jetzt folgte eine kurze, kleine Schneeballschlacht und bevor sie wieder im Hotel verschwanden, fotografierten sie sich gegenseitig mit ihren Handys.

Nach 20 Minuten tauchen sie sauber und trocken wieder auf. Der Junge hat sich einen rot-weißen Plüsch-Wickingerhelm mit Hörnern aufgesetzt. Langsam ganz vorsichtig kommen sie auf mich zu. Der Junge, er spricht am besten Englisch, beugt sich zum Beifahrerfenster und erkundigt sich nach dem Preis zur Allianz-Arena. Die anderen Drei halten sich mit gespitzten Ohren im Hintergrund und lugen ihrem Sprecher über die Schulter. Der Preis scheint zu passen. Sie steigen zu. Im ersten Moment kann ich die Sprache in der sie sich unterhalten nicht identifizieren. Darum frage ich gleich auf der Brücke über die A9;

"Es ist eine Freude euch zu sehen! Woher kommt ihr denn?" Das mit der Freude war in diesem Fall alles andere als eine Floskel. Selten war die Begrüßung so wahr gemeint. 

"Wir kommen aus Brasilien. Es ist das erste Mal, daß wir Schnee sehen. Vom Fernsehen kennen wir das schon, aber so richtig, so live ... Es ist so weich und nass und überhaupt nicht kalt."

Nach ihrer Antwort prasseln jetzt die Fragen auf mich ein.
"Habt ihr im Winter andere Reifen als im Sommer? Wie kalt wird es hier? Was macht ihr damit der Kraftstoff nicht einfriert?" 

Inzwischen fahren wir auf die A9 auf. Wir stoßen auf einen orangen LKW der ein großes Räumschild vor sich her schiebt. Es liegt kaum Schnee auf der Autobahn. Zweimal kratzt das Schild über den Asphalt, es fliegen Funken. Auf dem Dach und der Ladefläche des Lastwagens drehen sich drei Rundumleuchten. Ich bemerke das Interesse meiner Fahrgäste und fahre seitlich versetzt hinter dem Monstrum. Das Streugut prasselt an den Kotflügel des Taxis. Wieder zücken meine Gäste ihre Handies und fotografieren beeindruckt den Lastwagen der Autobahndirektion. 

Bei der Zufahrt zur Allianz-Arena fragen sie mich ob das Spiel Brasilien gegen Deutschland während der Weltmeisterschaft gesehen hätte. Ich habe es gesehen und natürlich ist es mir in den Sinn gekommen wenn ich schon mal mit Brasilianern auf dem Weg zum Fußballstadion bin. Aus Taktgefühl wollte ich das Spiel nicht erwähnen. Aber wenn die schon damit anfangen, kann ich mit meinem äußerst bescheidenen Fußballwissen aufwarten: 

"Sechs Spieler der Deutschen Nationalmannschaft waren von diesem Team." Dabei deute ich auf die neue rote Kugel bei der Zufahrt zum Parkplatz Nord mit dem Logo des FC Bayern. Das ist gleich die passende Vorlage zu meiner nächsten Erklärung.  

"Wenn die Nationalmannschaft spielt, leuchtet die Arena weiß, beim FC Bayern rot und bei 1860 blau."  Ich will die Löwen nicht unerwähnt lassen. 

Allianz - Arena Nordseite


Direkt am Zugang zur Arena ist die Fahrt zu Ende. Leider. Meine Gäste bedanken sich, bezahlen und steigen aus. Schon wieder werden die Handies gezückt und fotografiert. Mein Taxi, mich, mein Tachofeld, die Arena, abwechselnd, gegenseitig, Selfies mit dem Stadion im Hintergrund. Ich knipse zurück. Auf meinem Foto könnt ihr den weiß-roten Helm mit Hörnern und Zöpfen auf dem Kopf meines Fahrgastes erkennen.  Für mich war das eine mehr als angenehme Fahrt. Solche begeisterungsfähigen Gäste möchte ich öfter kutschieren. 

Auf dem Rückweg über Freimann male ich mir aus, wie ich schauen würde, wenn ich in Brasilien zum ersten Mal einen Pfeilgiftfrosch, eine Bananenspinne, einen Piranha, eine Anakonda oder einen Jaguar sehen würde. Vom Fernsehen her kenne ich das schon, aber so richtig, so live ... Ich glaube ich würde nicht mehr mein Handy für ein Foto zücken. Ich wäre froh um einen brasilianischen Taxifahrer, der mir sagt was jetzt zu tun wäre.  

Samstag, 27. Dezember 2014

Driving Home For Christmas



Gestern Abend, dem Tag vor Heiligabend, war das Taxigeschäft tot in München. Fünf Stunden, vier Fahrten. Am Mandarin Oriental hat mir Werner noch frohe Weihnachtstage gewünscht, Günesch hat mir seinen A8 von innen gezeigt, bis ich mit einem Ehepaar wegkamm, das zum Glühmarkt nach Schwabing will. Glühmarkt - so haben die gesagt. Selten so ein hässliches Wort gehört. Im Internet stolpere ich immer wieder über die Diskussion ob der Weihnachtsmarkt in Zukunft politisch korrekt Wintermarkt genannt werden soll. Von Stund an habe ich diese Märkte  Christkindlmarkt genannt. Nicht wegen meiner religiösen Überzeugung, schon gar nicht wegen meiner politischen Einstellung, sondern mit Fleiß aus Trotz!

Vom Schwabinger Christkindlmarkt an der Münchner Freiheit ist es nicht mehr weit zu mir nach Hause. Ich stelle mein Taxi ab und notiere 40 gewerbliche Kilometer in mein Fahrtenbuch. So wenig stand noch nie in der Spalte.



Die nächsten knapp 200 Kilometer werden privat gefahren. Weihnachten verbringen wir, genauso wie während der letzten Jahre, in Baar-Ebenhausen. Genauer in Baar. Offenes Feuer im Kamin, Krippe mit Moos aus dem Wald, Räuchermandl, Christbaum, ... alles sehr traditionell. Letztes und vorletztes Jahr, und soweit ich mich erinnern kann, auch in dem Jahr davor, fuhren wir während eines der beiden Feiertage in ein Ingolstädter Kino. Pünktlich zu den Festtagen erscheint immer ein mehrstündiger Familienschinken. 2013 war es einer der inzwischen vielen Herr der Ringe Filme mit einem feuerspeiendem Drachen und einem Zwergenvolk, daß tief unter Tage Gold hortet. Irgendwann davor, war es ein blauhäutiges  Fantasievolk, das auf einem fernen Planeten auf einem Baum wohnt, und diesen erfolgreich gegen die bösen Eindringlinge verteidigt. Dieses Jahr hätte es  Der Hobbit, auch aus der Herr der Ringe Reihe, in die engste Auswahl geschafft. Hätte, den dieses Jahr stand kein Kinobesuch auf dem Programm.

An jeden der beiden Feiertage waren wir im Fitnessstudio in Ingolstadt. Mit unsern Verträgen dürfen wir die Studios in ganz Deutschland benutzen. Es war sogar meine Idee, vor der Abfahrt schon schlug ich vor unsere Sportsachen mitzunehmen. Das kam bei meiner Frau und großen Tochter gut an, deckt sich auch mit meinen noch frischen Neujahrsvorsätzen. Die kleine Tochter fand den Vorschlag, mit ihrem Brettl (Longboard) hinter zu den Gänsen vom Bauer Fonsä zu fahren, nicht sehr cool. Zu jung für das Fitnessstudio könnte sie unsere athletischen Bemühungen noch nicht teilen.

Der einzige Wermutstropfen war das Motorsymbol, daß am ersten Weihnachtsfeiertag in unserem Taxi aufleuchtete. Weiter gab es keine Anzeige oder Hinweis, was genau das Problem wäre und so sind wir einfach auch am zweiten Tag weitergefahren. Gestern Abend, pünktlich für den Nachhauseweg, ist das Symbol erloschen und ich kann heute am verschneiten Samstag wieder meine erste Taxischicht fahren.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Zehn Stunden zuviel

Das ist jetzt mal ein Negativrekord, den ich noch unter dem alten Jahr abspeichern will. Sieben und eine halbe Stunde Wartezeit an einem Standplatz. Um 12:30 Uhr habe ich, nach vier Stadtfahrten in München, eine Fahrt vom Hotel One in der Rablstraße zum Flughafen bekommen. Am Sonntag bin ich ohne Verkehr schon nach einer halbe Stunde am Hafen. Eine schnelle, weite Fahrt, ein gutes Gespräch, die Kollegen in der Reihe warten. Kann sein, daß ich hier meinen Freund und Schützenkameraden treffe.

Bei der Anfahrt habe ich schon unsere Straßenbahnampel beobachtet. Die Anzeige verrät mir, ob der AGIP -Speicher eröffnet ist, oder ob ich mich gleich oben am Terminal anstellen kann. Diesmal zeigt der Pfeil in der Ampel nach Rechts, d.h. am AGIP-Speicher stehen schon Kollegen. Der Speicher unter der Brücke, direkt am T2 ist schon voll.

Am Speicher steht schon eine Reihe. Zwischen den letzten drei Taxis ist jeweils ein Abstand von zehn Metern. Die Reihe, in die normalerweise 13 Taxis hintereinander passen, ist mit acht Autos schon voll. Ich hätte keinen Platz mehr. Die Kollegen wollen, daß ich eine neue Reihe eröffne. Eine neue Reihe ist die Voraussetzung dafür, daß die alte Reihe nach oben gerufen wird. So können sich die neu ankommenden Kollegen an den bereits Wartenden orientieren. Gleich setze ich meinen Vorsatz für das neue Jahr um, mehr für mich zu tun und antworte nur mit einem knappen;

"Nein!"

Es genügt auf den letzten in der Reihe wartenden Taxifahrer zuzugehen, er startet sein Fahrzeug, schließt auf die anderen vor ihm auf und ich habe ausreichend Platz um auch noch bei der Reihe zu sein. Würde der nächste ankommende Kollege darauf bestehen, daß wir ordentlich aufrücken hätte er auch noch leicht Platz. Aber er zieht es vor eine neue Reihe zu eröffnen. Bis ich mich dann endlich über den AGIP -Speicher, die Brücke, die Schweinebucht, das Modul an die Stelle gewartet habe wo das Foto entstand, sind sieben Stunden vergangen. Insgesamt habe ich sieben und eine halbe Stunde gewartet bis meine Fahrgäste zusteigen. Sie wollen nach Neuhausen, die Fahrt bringt mir mit Trinkgeld 70,-€.

Jetzt will ich nur eine kurze Kontrollfahrt durch die Stadtmitte machen und dabei abchecken ob mir noch ein Kunde vor die Motorhaube springt. Weihnachtliche Stimmung läßt dabei nur die geschmückte Briener Straße aufkommen. Das erinnert mich daran, daß ich für einen zukünftigen Post noch ein Foto von dem beleuchteten Lastwagen vor der MAN - Hauptverwaltung machen will. Die Ungerer Straße liegt ja sozusagen auf dem Nachhauseweg. Genauso wie die ESSO -Tankstelle in Schwabing. Ich hoffe dort Gesellschaft für meinen Feierabend -Espresso zu finden. Bei dem ersten habe ich Glück, ich kann in der Tankstelle gemeinsam mit einem Kollegen einen Kaffee trinken. Bei dem Lastwagen habe ich Pech, er steht nicht mehr da. Schade, dann muß mein Post ohne das Foto auskommen.

Gestern komme ich wieder zum Flughafen. Wieder muß ich mich zuerst bei AGIP anstellen. Oben unter der Brücke, gehe ich zuerst in das Oliva um dort einen Tee zu trinken.

"Du wirst dich doch hier nicht anstellen. Hier warten wir schon teilweise zehn Stunden!"

Zehn Stunden anstellen für eine Fahrt!? Ich beschließe nach dem Tee wieder leer in die Stadt zurückzufahren. Noch eine halbe Stunde quatsche ich mit Robert der während des Tages die gleiche Position erreicht hat, bei der ich am Vortag das Foto geschossen habe.


"Ich warte hier seit heute Früh um halb Neun."; warnt er mich gleich bei der Begrüßung. Hans, fährt mindestens so lange wie es den Flughafen im Erdinger Moos gibt, bestätigt;

"Neun Stunden hab ich schon mal gehabt. Neun Stunden... Ja, das gab's schon mal. Aber Zehn! Zehn Stunden habe ich noch nie gewartet."
 Er kommt gleich auf den neuen Mindestlohn zu sprechen; "Wenn es jetzt den Mindestlohn gäbe, dann müsste ich jetzt mindestens einen 170,-€ -Stich haben. Der Unternehmer will ja auch etwas verdienen,"

Ich erkenne, daß ich mit meinen sieben Stunden am Vortag noch gut bedient war. Zudem ich auch noch besetzt zum Flughafen rausgefahren bin.
So staadt kann die Weihnachtszeit gar nicht sein, daß ich zehn Stunden am Flughafen warten kann. Leer, ganz ohne Fahrgast, mache ich mich auf dem Weg auf die Autobahn Richtung München.

Sonntag, 21. Dezember 2014

Corazon

Seit ich mit meinem PKW unterwegs bin, also seit Mai dieses nicht mehr lange dauernden Jahres, lief bei mir nur eine CD; Sizilianische Volksmusik. Original! Gekauft in Palermo gegenüber des Doms. Den inzwischen immer mehr verblassenden Bon habe ich als Nachweis der Authentizität zwischen dem Booklet und der CD-Hülle gesteckt.
Unvergessen eine Begebenheit mit dieser CD. Ein Geschäftsmann auf dem Weg vom Flughafen in die Stadt fragte mich freundlich;

"Ich muß hier noch etwas lesen und muß mich dabei konzentrieren. Haben Sie vielleicht nicht etwas Musik? Damit würde es mir leichter fallen."

"Natürlich! Sizilianische Volksmusik aus Palermo." war das Einzige was ich aus der Konserve anbieten konnte.

"Warum nicht ... ", ließ er sich auf die musikalische Erfahrung ein.

Nach 10 Autobahnkilometern und der zweiten Tarantella einigten wir uns darauf, daß düse Art der Musik nicht der Konzentration dienlich ist.

Heute tauschte ich nach über einem halben Jahr die CD aus dem Handschuhfach aus. Bevor ich zum Taxi ging, griff ich blind in das CD -Regal neben dem Kühlschrank und zog ein wahres Meisterwerk aus dem Stapel. Ich habe die CD von -> Manrov,  einem Kollegen und Künstler. Er hat die CD mit meinem Lieblingslied La Pistola y el Corazon selbst zusammengestellt, gebrannt und signiert.
Die CD trägt den Titel UNA NUEVA VIDA. Ein neues Leben - heute ist die Wintersonnenwende, die längste Nacht des Jahres. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt jetzt damit zu beginnen. Den Zufall mit der CD nehme ich als schicksalhaftes Omen.



Morgen beginnt wirklich das neue Jahr und hoffentlich auch mein neues Leben. Abnehmen ist mein großes Ziel, außer natürlich dem Üblichen, wie Gesundheit und mehr Zeit für die Familie und Freunde. Ich will nicht nur ein guter Vater und Ehemann sein, sondern auch ein schlanker. Das wäre dann auch besser für mein Corazon.

Freitag, 19. Dezember 2014

Grau

Am Scheiß - Rosa-Aschenbrenner-Bogen zwischen Olympiapark und Schwabing 

Gefunden beim Scheiß - Abholen eines Kunden

Freitag, 12. Dezember 2014

Von der anderen Seite

“Seid ihr wirklich in Berlin!?“

am Telefon war Klaus, Taxifahrer und Blogger in Berlin. Robert und ich haben uns mit dem Taxi auf den Weg in die Hauptstadt gemacht um dort drei Tage zu verbringen. Unseren ersten Berlin-Tag habe ich gleich verbloggt, der aufmerksame Klaus hat das bemerkt und sofort angerufen.

Sein Anruf hat uns nach dem Frühstück in unserem Hotel weit im Osten der Stadt erreicht. Wir folgten seinem Vorschlag und saßen keine zwei Stunden später mit ihm in einem Kaffee in seinem Kiez, wie er seine Nachbarschaft nannte. Von hier aus zeigte er uns sein Berlin.

Zwei Jahre später kam dann der -> Klaus und Monis Gegenbesuch. Ich habe auch diesmal wieder Robert informiert. Wir konnten die Beiden, diesmal war Moni dabei, bei uns am Münchner Bahnhof abholen und in ihr Hotel bringen. Klaus gestand uns, daß er sich über uns informiert hätte; “denn Systemkritik kann auch von der anderen Seite kommen.“ Und das hätte dem Klaus nicht geschmeckt. Aber wir waren für in Ordnung befunden worden. Danach waren wir mit ihnen im Paulaner – Biergarten. Ich war darüber etwas unglücklich, weil dort die rechte Biergartenstimmung nicht aufkommen wollte.

Jetzt bin ich heilfroh, daß wir nicht aufgegeben haben, und daß Projekt Cottbusserin-Stuttgarter-Berliner-im-Münchner-Biergarten zu einem Erfolg gebracht haben. Zu meiner Freude waren Moni und Klaus vom Hirschgarten begeistert. Moni entdeckte hier ihren besten -> Steckerlfisch und Klaus war von der Tatsache angetan, daß die Gäste hier ihre Maßkrüge selbst spülen. Klaus hatte erst auf dem Rückweg bemerkt, daß er das eigentlich fotografieren wollte.
Als ich mich nach unserem Biergartenbesuch in der Aurbacherstraße verabschiedete, wußte ich nicht, daß das das letzte Mal war, die beiden zu sehen.

Moni und Klaus sind verstorben, Beide innerhalb von elf Tagen, heute werden sie gemeinsam in Cottbus beigesetzt. Ich habe es heute von Andrea am Telefon und aus den Blogs von -> Aro und ->Sash erfahren.
Nach ihrem Münchenbesuch habe ich noch mit Klaus geschrieben. Dabei hat er einmal erwähnt; „wir sind euch noch eine Stadtrundfahrt schuldig.“ Nein, Klaus, ihr seid uns gar nichts schuldig. Die Freid, die i mit eich im Hirschgarten ghabt hob, is mera wert wia ois andere. Dein Spaß mit den Maßkrügen und Monis Genuß mit dem Steckerlfisch ist mir Lohn genug!

Lieber Klaus und Moni, eine Erfahrung seid ihr uns definitiv voraus, ihr wisst jetzt, ob Kritik auch von der anderen Seite geht. Hoffentlich!

Mittwoch, 10. Dezember 2014

Teufel


Tumblingerstraße an der Eisenbahnunterführung zwischen Dreimühlenviertel und Thalkirchen 

Gefunden nach einem Weißwurstfrühstück in der nahen Großmarkthalle

Samstag, 6. Dezember 2014

Bayern gegen Bayer

Ein großer Miederwarenhersteller und Vertrieb hält sein jährliches Treffen in München ab. Wir fahren schon im dritten Jahr für diese Firma.
Wie im letzten Jahr, treffen sich unsere Gäste im Dolce-Hotel in Unterschleißheim. Die erste kleine Gruppe, drei Damen aus Stockholm habe ich gerade in ihr Hotel gebracht. Mir ist bekannt, daß die Spieler des FC Bayern die Nacht vor den Spielen in der Allianz Arena in diesem Hotel verbringen. Durch die Aktualisierungen auf meiner Homepage, mit denen ich vor kurzem erst wieder begonnen habe, weiß sogar ich Nicht-Fußball-Fan, daß die Bayern heute Abend gegen Bayer 04 Leverkusen spielen.
Morgen bringen wir die restlichen circa 50 Teilnehmer vom Flughafen in das Hotel. Die drei Skandinavierinnen müssen sich in Geduld üben, bis die ersten weiteren Kollegen eintreffen. Das Nachtleben in Unterschleißheim bietet ihnen auch nicht das, was sie sich von München erwarteten.

-Unser kleiner Schwarzer hinter dem großen Roten-

Ich versuche sie zu trösten;

" Hier übernachten die Spieler des FC Bayern vor den Spielen in München."

Die Damen scheinen genauso wenig fußballbegeistert wie ich zu sein.

"In dem deutschen Weltmeisterteam waren sechs Spieler von diesem Verein."

erkläre ich näher und deute auf das riesige FC Bayern Logo auf dem großen, roten Bus hinter dem wir zum stehen gekommen sind. Zumindest bei einer meiner Fahrgäste flackert in Anbetracht der knackigen Spieler ein leichtes Glänzen in ihren Augen auf.

"Und wir sind heute auch hier!?"

"Ja, aber das Spiel beginnt jetzt und danach kommen die Spieler nicht mehr hierher zurück."

Die Enttäuschten wurden dann durch den, für die Weltmeister ausgelegten, roten Teppich, gesäumt von den Sportreportern, entschädigt, auf dem sie in ihr Hotel schritten.

Donnerstag, 4. Dezember 2014

Augschburg

Während der letzten Wochen war ich eifrig im Internet. Den Blog aber habe ich zugunsten meiner Homepage etwas vernachlässigt. Das Geschäft geht vor. Über meinen Internetauftritt bekommen wir unsere Fahrten.

Ein aufmerksamer Leser meines Blogs hat bemerkt, daß das bisherige Titelbild, mein altes VW-Bus Taxi vor einem Privatjet am Flughafen Oberpfaffenhofen, zu lange braucht um zu laden. Keine gute Voraussetzung für die Ladezeit der Startseite und die Suchmaschinen. Gleich als erstes habe ich das Format des Fotos geändert. Für die Fotos auf meiner Homepage genügt eine Größe von höchstens 800 Pixeln Breite. An der Stelle habe ich jetzt ein Bild von der Mercedes-Niederlassung in der Arnulfstraße. Ich will hier immer wieder ein aktuelles Bild einfügen, damit wiederkehrende Besucher mit Abwechslung belohnt werden. Da kommt mir ein Kniff zurecht, den ich erst vor 14 Tagen gelernt habe. Ich muß nicht alle Fotos, die ich auf meiner Homepage verwende auf den Server hochladen und dort unnötig den Bilderordner füllen. Als Quelle für Fotos kann ich in HTML auch eine andere Webseite benennen. Mein Blog bietet sich dazu an, weil ich dort ausschließlich meine eigenen Bilder verwende und von daher keine Urheberrechtsverletzungen befürchten muß.

Das Bild mit dem Taxi vor dem Flugzeug gefällt mir sehr gut, ich möchte darauf nicht verzichten. Ich habe es in die senkrechte Galerie unserer Firmenfahrzeuge eingebaut, die jetzt auf mehr und mehr Seiten meines Internetauftritts auftaucht.
Neu hinzugekommen sind die Seiten -> Fürstenfeldbruck und ->Rosenheim. Ich benutze dazu immer die gleiche Vorlage. Im ersten Drittel beschreibe ich die Strecke zwischen dem Flughafen und des jeweiligen Ziels mit den Preisangeboten für Taxi, Limousine und Kleinbus. In der Mitte, eine kleine Vorstellung der Stadt. Dabei versuche ich die Suchbegriffe die für unsere potentiellen Kunden in Frage kämen einzubauen. Im untersten Drittel bleibt mir Platz für die suchmaschinenfreundlichen Aktualisierungen. Hier versuche ich immer aktuelle Messen, Tagungen, Kongresse, Konzerte, kulturelle Veranstaltungen des Fahrziels zu erwähnen. Hier werde ich viel Zeit aufwenden müssen um mir immer die passenden Termine aus dem Internet zu fischen und an entsprechender Stelle einzufügen.


Die Früchte meiner Internetmühen kann ich dann als Taxifahrer ernten. Heute habe ich eine Fahrt von unserem Flughafen nach Augsburg zu Fujitsu und wieder zurück. Die Kunden haben wir über das Internet gefunden, oder besser, sie uns.
Die Wartezeit vor dem Computerhersteller will ich nicht ungenützt verstreichen lassen. Heute Morgen habe ich mir schon meine Trainingstasche in das Taxi gepackt. In Augsburg gibt es auch zwei McFit-Studios, die ich benutzen darf. Gleich nachdem ich meinen Fahrgast aussteigen ließ, habe ich mich auf den Weg in das Studio in Gögging gemacht. Obwohl McFit eine große Studio Kette, mit ähnlicher Ausstattung ist, finde ich ein neues Studio immer wieder spannend. Inzwischen kenne ich neben den vier Münchner Studios jetzt das fünfte, eines der beiden Augsburger. Hier in Augsburg-Gögging gibt es, wie bei meinen Stamm-Studio früher in der Ingolstädter Straße, nur wenige Fenster. Sofort bemerke ich, daß die Lautstärke etwas leiser ist, als bei meinem Stammstudio, das inzwischen in den Euro-Industriepark umgezogen ist. Über die Bildschirme flackert das gleiche Programm wie in den Studios in München. Nur, wie schon bemerkt, in einer angenehmeren Lautstärke.
Mein erstes Gerät, im Kampf gegen meinen lästigen Bauchspeck, ist das Fahrrad. Die Geräte hier sind moderner als die in München. Außerdem kann ich hier den Sattel auf eine, auch für Erwachsene passende Höhe einstellen.
Mit mir trainieren überwiegend Studenten der nahen Universität. Höchst zufrieden mit meiner Disziplin genieße ich die Dusche und freue mich auf mein Mittagessen.

Den Namen Datschiburger haben die Augsburger ihrem Zwetschgendatschi zu verdanken. Die andere Spezialität, die Spotzn oder Spätzle will ich probieren. Seit ich weiß, daß die Amerikaner in den Städten mit Makkaroni und Käse abgefüttert werden, ist mir die Lust auf Käsespätzle vergangen. Mac`n Cheese, eine billige Kombination aus Kohlehydraten in Pasta und minderwertigem (Analog-)Käse ist die beste Methode die Leute satt zu bekommen und dabei noch mit geringstem Aufwand Profit zu machen. Ich frage mich wann diese Pampe über den Teich schwappt und ich das erste Mal in München darüber stolpere.
Im Berghof, einer bayerischen Gaststätte im Süden Augsburgs, kann ich aber Omas Spätzletopf auf der Speisekarte nicht wiederstehen. Nach einer Kürbissuppe, etwas dünn, mit Kernöl,Kürbiskernen, und Ingwer in einer großen Suppenkelle mit gebogenem Henkel serviert, widme ich mich dem Spätzletopf. Mit Schwammerl, Zwiebeln und Tomaten ist die eigentlich Allgäuer Spezialität, weit entfernt vom amerikanischen Futter.

Noch ein kurzer Spaziergang, und schon wird es Zeit wieder zu Fujitsu zu fahren. Dort schreibe ich auf dem Parkplatz, während ich auf meinen Kunden warte, den Anfang dieses Posts. Sein Flug geht um 18:20 Uhr von München ab. Um 16:45 starten wir in Göggingen/Augsburg. Am Vormittag waren wir in einer Stunde vom Flughafen in Augsburg. Jetzt kämpfen wir uns durch den Augsburger Feierabendverkehr. In Dasing kommen wir auf die A8 Richtung München. Nebenbei habe ich von einem Unfall auf der A92 gehört. Tatsächlich bemerken wir das Ende des Rückstaus schon am Autobahndreieck Feldmoching. Also geradeaus weiter und über die Allianz-Arena auf die A9. Zum Glück ist hier auch stadtauswärts kein Verkehr, wir erreichen den Flughafen rechtzeitig.
Während mein erster Fahrgast schon in der Maschine nach Köln, und mein zweiter noch in der Maschine aus Paris, sitzt, sitze ich unter den Kollegen in der AGIP-Tankstelle und schreibe den Post fertig.

Immer den Eingang im Blick


Augsburg ist das nächste Fahrziel, das ich in meiner Homepage vorstellen werde. So wie ich es erst gelernt habe, werde ich dort mein Foto direkt aus diesem Artikel einbauen. Informationen über Veranstaltungen im Frühjahr 2015 in Augsburg habe ich schon. Die stehen im Stadtmagazin für Augsburg. Das Szeneheft habe ich, neben Spotz`nKäs, aus dem ->Berghof.